21.05.2019 - 10:15

Verordneter Missklang: Das Elektroauto-Fahrgeräusch AVAS

Elektroautos müssen bald einen künstlichen Sound generieren, obwohl der Nutzen fragwürdig ist

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peugeot-avas-symbolbild

Neu homologierte Elektroautos müssen ab Juli bei niedrigen Geschwindigkeiten künstliche Geräusche machen, was Sound Designern ein neues Arbeitsfeld verschafft. Doch der verordnete Lärm ist ungerecht, wie Christoph M. Schwarzer recherchiert hat. Denn neue Verbrennungsmotoren sind ähnlich leise unterwegs. 

* * *

Eine große Chance, den rollenden Verkehr menschenfreundlicher zu gestalten, ist vertan worden: Elektroautos bekommen ein Acoustic Vehicle Alerting System (AVAS), also ein künstliches Fahrgeräusch. Für Autotypen, die ab dem 1. Juli typgeprüft werden („Homologation“), ist das AVAS verpflichtend. Zwei Jahre später, am 1. Juli 2021, folgt der Stichtag für sämtliche neu zugelassenen elektrifizierten Pkw. Das schreiben die Regularien von EU und UNECE vor. Vielleicht werden BMW i3, Tesla Model 3 und Volkswagen e-Golf aus den 10er Jahren dann begehrte Klassiker – weil sie schweigsam sind.

Anders als heute wird eine Abschaltung des Außensounds in Zukunft nicht erlaubt sein. In der EU und in China gilt eine Grenzgeschwindigkeit von 20 km/h, in den USA sind es 30 km/h (18,6 mph), bis zu der das AVAS in Betrieb sein muss. Und unstrittig ist: Bei langsamer Fahrt können Elektroautos überhört werden. Eine Erfahrung, die Sie als Leser von electrive.net und wir in der Redaktion selbst gemacht haben. In Spielstraßen, vor der Schule, am Zebrastreifen. Ebenfalls klar ist, dass Menschen mit Sehbehinderung und Blinde geschützt werden müssen, weil sie sich aufs Gehör verlassen.

Wenn AVAS sein müssen, dann bitte passend zur Marke

Die Hersteller haben aus der gesetzlichen Notwendigkeit eine Wissenschaft gemacht. So, wie eine zufallende Autotür oder der Verbrennungsmotor gut klingen sollen, ist das auch bei AVAS das Ziel. Das Geräusch muss zum Image der Marke passen – eine Vorstellung, die musikalischen Menschen leichtfällt, für andere aber abstrakt wirkt. Audi Sound Designer Rudolf Halbmeir zum Beispiel ließ sich von Science-Fiction-Filmen inspirieren: „Wenn man Musik oder Sound komponiert, muss man das machen, wovon man selbst überzeugt ist. Sobald man sich auf Kompromisse einlässt, endet man im akustischen Einheitsbrei.“ Audi charakterisiert den Außensound als „breitbandig, technisch hochwertig und definiert“. Und die Wettbewerber sind wahrscheinlich ebenso ehrgeizig.

Es ist verständlich, dass die Autoindustrie die internationalen Vorgaben so positiv wie möglich erfüllen will. Außerdem ist offensichtlich, dass ein Imageschaden durch eine tatsächlich erhöhte Unfallzahl durch Elektroautos katastrophal wäre. Und trotzdem bleiben Zweifel, ob die AVAS in der beschlossenen Form sinnvoll und gerecht sind.

Das Problem der (angeblich) zu leisen Autos besteht, das haben etliche Tests ergeben, im niedrigsten Geschwindigkeitsbereich: Irgendwo oberhalb von 20 bis 30 km/h werden die Abrollgeräusche der Reifen dominant. Nur darunter, so die allgemeine Annahme, sind Elektroautos leiser und darum schlechter wahrnehmbar als Pkw mit Verbrennungsmotor.

Genau hier widerspricht das Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen. Professor Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des CAR, hatte schon früh mehrere Versuchsreihen durchgeführt und deren Ergebnisse veröffentlicht: Bei der größten Messreihe im Jahr 2011 gab es 240 Teilnehmer im Alter von fünf bis 95 Jahren. 14 Prozent waren schwerhörig, und 35 Probanden waren sehbehindert oder blind. Als Testfahrzeuge kamen sowohl Batterie-elektrische Autos als auch welche mit Benzin- oder Dieselmotoren zum Einsatz.

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Moderne Ottomotoren und Mildhybride sind gleichfalls kaum wahrnehmbar

Signifikante Unterschiede im Lärmpegel waren nur bei Vollgas- und Hochdrehzahlfahrten feststellbar. In anderen Fahrsituationen dagegen gab es einen weitgehenden Gleichstand. Das galt auch bei den subjektiven Messergebnissen: Bei den abgefragten Kriterien „leise, schwach, leichtgängig, dumpf, gewöhnlich, gedämpft, weich und tief“ waren die Einschätzungen der Probanden zwischen einem Elektroauto und einem baugleichen Fahrzeug mit Verbrennungsmotor nahezu deckungsgleich.

„Die Messungen zeigen, dass es wenig Sinn macht, Elektroautos mit künstlichen Geräuschen auszustatten und neue Benziner nicht“, fasst Dudenhöffer zusammen. „Wenn schon, müssten beide Fahrzeugkategorien mit per Software erzeugtem Lärm verändert werden. Die bisherigen Beobachtungen im Straßenverkehr haben aber kein signifikant gestiegenes Unfallverhalten bei modernen Benzinern gezeigt.“ Wenn man konsequent wäre, so heißt es im Fazit der Studie, müssten also sämtliche Fahrzeuge mit AVAS ausgerüstet sein: „An dieses Szenario wagt sich aber hoffentlich kein Politiker. Wir sollten die Ruhe genießen und keine Angst vor zusätzlicher vermeintlicher Unsicherheit haben.“

Inzwischen sind einige Jahre vergangen, und Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor sind noch leiser geworden. Hierbei spielen auch die erweiterten Start-Stopp-Systeme sowie Mildhybride eine wichtige Rolle: So schalten Neufahrzeuge den Verbrennungsmotor im Schiebebetrieb teilweise bei 20 und mehr km/h ab und sind faktisch genauso ruhig wie Elektroautos. Lediglich beim Beschleunigen sind sie wieder auf den Benzin- oder Dieselmotor angewiesen.

Automatische Notbremssysteme als zusätzliche Unfallverhinderer

Die gesetzliche Vorgabe fürs AVAS bezieht sich aber nur auf Pkw, die rein „elektrisch beschleunigen“ können. Es sind also zum Beispiel auch die leistungsverzweigten Vollhybride des Toyota-Konzerns davon betroffen.

Diese Faktenabwägungen aber sind Makulatur, weil die Einführung der AVAS beschlossene Sache ist. Zwar ist kein Gesetz unveränderlich – dennoch werden die Anwohner in Stadt und Land auf absehbare Zeit mit unterschiedlich komponierten Sounds leben müssen.

Es bleibt die Hoffnung, dass die Autohersteller lediglich die Mindestlautstärke programmieren werden. Diese ist nicht pauschal festgelegt, sondern richtet sich nach dem erzeugten Frequenzband. Im Durchschnitt sollen es bei 10 km/h 56 Dezibel und bei 20 km/h 50 Dezibel sein.

Eine Alternative zu den AVAS könnten übrigens automatische Notbremssysteme sein. Diese sind in praktisch jedem Neuwagen eingebaut, sie werden jedes Jahr besser, und sie reagieren auch dann, wenn der Fahrer durch das Smartphone oder der Fußgänger durch die Musik in seinen Kopfhörern abgelenkt ist.

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41 Kommentare zu “Verordneter Missklang: Das Elektroauto-Fahrgeräusch AVAS

  1. B.L.

    Der Lärm bleibt uns also leider erhalten – immerhin verschwindet der Gestank. Sieht wohl so aus als wenn ich meinen e-Golf noch sehr lange fahren werde. Er ist übrigens einer der Letzten der noch analoge Rundinstrumente hat. Dürfte bald ein echter Klassiker sein! 😉

    • Nicklas

      Laut Wiki lärmt ein Pkw noch in 10 m Entfernung mit 60 bis 80 dB.

      Für 40 – 60 dB werden ein TV in Zimmerlautstärke bzw. eine Unterhaltung in jeweils 1 Meter Entfernung angegeben. Das AVAS wird mit 50 bis 56 dB also genau in diesem Bereich liegen.

      Von Lärm kann also keine Rede sein, weil im Prinzip nur derjenige das Geräusch hören wird, der es auch hören soll. Das lässt sich durch die Position der Lautsprecher am Auto auch zusätzlich noch beeinflussen.
      Natürlich sollte so ein System unabhängig vom Antrieb für leise Fahrzeuge Pflicht sein. Dass dem nicht so ist, ist für mich aber kein Grund das AVAS deswegen komplett abzulehnen.

      Ein quasi geräuschloses Fahrzeug mit 1,5 Tonnen ist nunmal eine größere Gefahr für Fußgänger und Co als ein Fahrrad o. Ä. und sollte daher über eine Funktion verfügen, es akustisch wahrnehmen zu können.

      • Andreas

        @Nicklas,
        aber wieso gilt dies dann nicht für Hybride?
        Diese sind genauso gefährlich und aktuell deutlich häufiger im Straßenverkehr anzutreffen.

      • B.L.

        Das Auto ist nur dann eine Gefahr, wenn der Fahrer rücksichtslos ist! Mein Auto macht keine Geräusche auf Parkplätzen, mir ist das bewusst und dementsprechend verhalte ich mich. Dass sich Leute „erschrecken“ wenn auf einmal ein Auto hinter ihnen steht, daran kann ich nichts ändern, aber je mehr es werden (hier: leise Autos), desto eher stellen sich alle drauf ein und es wird zur Normalität.

        Das mit den Geräuschen ist jetzt eben wie mit der roten Fahne vor 150 Jahren. Geschichte wiederholt sich eben öfter mal…
        https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Automobils#Konkurrenz_mit_der_Eisenbahn

        • Uwe

          Ganz genau! Entscheidend ist das Verhalten des Fahrers oder zukünftig des Fahrzeugs.

          • Tim

            Ich möchte hier bedingt wiedersprechen.

            Mindestens ähnlich entscheidend, gerade in Bereichen wo AVAS eine Rolle spielen soll, ist das Verhalten der Fußgänger.

            Es gibt übrigens auch schon die Fragestellung wie Fußgänger sich gegenüber vollautonomen Autos verhalten.
            Werden diese „aggressiver“ die Straße kreuzen, weil das Auto im Zweifelsfall ja bremsen muss?

      • Dave

        Das gilt ebenso für Fußgänger —> Augen auf im Straßenverkehr. Habe übrigens noch keinen Blinden Menschen gesehen, der einfach über eine Straße geht und eben nicht an einer Ampel steht.
        AVAS ist einfach : Zurück in die Steinzeit. Seltsam das es mit heutigen Autos keine zusätzlichen Fußgängerunglücke auf den Straßen gibt.
        Aber so kann sich die EU und spez. die Deutsche Regierung mal wieder hinstellen und sagen: Schaut mal, da haben wir mal was beschlossen.

        Das gute an AVAS ist, das es geschwindigkeitsbegrenzt ist. 20 KM/h brauchts nur zum anfahren oder in Verkehrsberuhigten bereichen.
        Man kann ja auch „Tuning“ betreiben, auf 95 Db den Sound und dann irgendwelche komischen Geräusche. Mal schauen wie lange sich das hält.

      • Autofahrer

        Ich weiss ja nicht wann du das letzte Mal ein Auto gehört hast aber die Reifen Abrollgeräusche sind meist früher Hörbar als der Motor! Dies ist bei Elektro Autos genau so..

        • Brennstoffzelle

          Ja, das stimmt. Das Reifengeräusch ist tatsächlich schon früh zu hören. Bei herkömmlichen Autos mit Verbrennern ist das Reifengeräusch aber erst ab ca. 80 km/h lauter als das Motorengeräusch, konstante Geschwindigkeit vorausgesetzt. Daher bietet es sich an, im Elektrofahrbetrieb ein Geräusch für niedrige Geschwindigkeiten zu generieren, damit gerade in Spielstraßen und Tempo 30 Zonen Fußgänger gewarnt sind.

  2. Matthias U

    Einmal Haube hoch, Lautsprecher finden, Kabel abziehen, mit Isolierband umwickeln, fertig. Oder gleich die Sicherung des Lärmgenerators ziehen, wie bei der Zoë.

    • StromSchleuder

      Hatte ich auch gedacht. Wenn das aber verboten ist, dann wird dich die nächste Polizei darauf aufmerksam machen und dir einen Strafzettel geben.
      Also wir fahren jetzt 5 Jahre elektrisch, einmal mit Sound ( ZOE) und einmal ohne. Klar bemerken sich angeregt, unterhaltene Menschen nicht hinter ihnen das EAuto. dann bleibe ich einfach dahinter bis sie mich bemerken. Das Zauberwort heisst Rücksicht nehmen. Das sollten wir zuerst alle lernen.

    • Niki

      Noch besser: Einen Schalter einbauen. Dann kann „StromSchleuder“ die Polizei besser austricksen.

      Man stelle sich nur das furchtbar disharmonische Konzert in einer Großstadt vor. Ein kompletter Wahnsinn was hier der Gesetzgeber vorsieht.

      • StromSchleuder

        Jetzt hört man nur das Brummen der Benziner und Diesel und dann den Klang jeder Marke. Schrecklich.
        Die Idee mit dem Schalter ist gut. 😉

  3. Stefan

    Fahrräder galten auch noch nie als verkehrsgefährend, weil sie leise sind.
    Ich glaube, die wenigsten Leute wissen, dass Lärm krank macht / machen kann.
    Aus meiner Sicht gehören die AVAS verboten, weil sie absichtlich die Gesundheit der Menschen gefährden.
    Und ich mag mir nicht die Megacities vorstellen, wo der Verkehr die ganze Zeit mit 10 bis 20 km/h dahin rollt, aus allen Richtungen 4 und mehr Fahrspuren ankommen. Das wird an Kreuzungen eine furchtbares Konzert werden.

    • Simon Maier

      Mir sind schon hin und wieder Leute vors Fahrrad gelaufen , oder haben es selbst dann wenn ich ihnen entgegengekommen bin nicht bemerkt (Smartphone war wichtiger) – ich denke das liegt daran dass die Leute heutzutage nicht mehr richtig aufpassen und oft zusätzlich noch mit dem Handy beschäftigt sind. Nicht umsonst werden hin und wieder ,,Smombies“ überfahren, und zwar nicht von E-Fahrzeugen.

      Eins ist jedenfalls sicher, wenn die Hersteller meinen Benzinmotorengeräusche als AVAS nehmen zu müssen ist meine erste Handlung wenn ich mein nächstes Auto kaufe der Griff zum Seitenschneider 🙂

  4. Ich halte die Notbremssysteme fuer den wesentlich besseren Ansatz! Nur Autos ohne dieses System sollten mit Lautsprecher ausgestattet werden.

  5. Andreas

    Da Hybride jeglicher Couleur ohne AVAS leise auf Parkplätzen, Kindergärten und vor Schulen unterwegs sind, gehört dies wohl entweder in die Rubrik: „Entscheidungen von uninformierten Politikern“ oder „Verbrennerfreundliche Entscheidungen von Politikern“.

  6. Sepp

    Und ich Idiot habe meinen Kindern beigebracht, sie müssten schauen, bevor sie auf die Straße gehen. Dabei machen doch alle Autos (wieder) Lärm und man braucht nur noch die Ohren aufzumachen!

    Man könnte meinen die Menschen lernen auch wieder, dass Autos leise sind, stattessen wird der Gehirnschmalz nun dazu verwendet, die Autos lauter zu machen!

  7. Gerd Segatz

    Die EU-Regelung lässt eines außer Acht: Es ist nicht die Verpflichtung des Fußgängers, sich vor Fahrzeugen in Sicherheit zu bringen, sondern die Verpflichtung des Autofahrers, niemand zu gefährden. Wie auch sollte etwa der Gehbehinderte rechtzeitig vor dem nahenden AVAS flüchten?

    Aber wenn schon, dann bitte konsequent: AVAS für Radfahrer und Tretroller! Ich z. B. bin auf dem Gehweg mehrmals nur knapp Unfällen mit von hinten kommenden Radfahrern entgangen.

    Noch etwas: Wie will die EU Schwerhörige vor den Gefahren durch Automobile schützen? Vorschlag: Auf jedem Fahrzeugdach eine gelbe Rundumleuchte, die sich unter 30 km/h automatisch einschaltet!

  8. Thomas

    Gut, dass derzeit noch so wenige Menschen elektrisch unterwegs sind und daher nicht erkennen können, was diese Regelung der EU anrichten wird. Wäre vor der Europawahl auch Gift!

    Ich persönlich kann mich allen anderen bisherigen Kommentatoren nur anschließen. Fußgängerschutz ja, aber bitte abschaltbar und kein „Sounddesign“. Brauchen wir wirklich Autos die im Stadtverkehr die Geräuschemissionen eines V8 ausstoßen, wie der Audi e-tron im aktuellen Avengers-Kinofilm? Oder Formel 1 Sound bei z.B. bei Teslas etc…. Wollen wir wirklich diesen Lärm in unseren Städten?

    In meinem IONIQ Electro kann ich das VESS (Virtual Engine Sound System) situationsbedingt aktivieren. Das ist gut so. Auf dem Weg in den Kindergarten morgens wenn ich Schulwege kreuze ist es aktiviert. Fahre ich dann weiter zur Arbeit ist es im Berufsverkehr-Stau deaktiviert und ich genieße die entspannte Ruhe. Ich bin überzeugt diese würden auch gern die lärmgeplagten Anwohner der Hauptstraßen genießen!

    Unstrittig ist, dass es für die Hersteller eine willkommene Einnahmequelle sein wird. Mit geringstem Aufwand kann man via Softwareupdate zusätzliche Soundeffekte gegen saftigen Aufpreis verkaufen.

  9. Christian

    Ich finde es sehr bezeichnend, dass es eine gesetzlich empfohlene Mindestlautstärke von Durchschnitt bei 10 km/h 56 Dezibel und bei 20 km/h 50 Dezibel geben soll.

    Als Gegenpol finde ich dann doch den maximal gesetzliche erlaubten Geräuschpegel bei exakt 50 km/h gemessen PKWs von 72 bis 75 Dezibel sinnvoll. Ein E-Auto mit einem künstlich erzeugten Geräuschpegel von über 70 Dezibel (zwischen 1 – 30km/h) überhört sicher keiner mehr. Und wenn dieser Ton einen ausreichend starken BASS hat, können ihn sogar Sehbeeinträchtigte und Bilden Personen am/im Körper spüren. Wobei ein zusätzlicher intensiver Ultraschallton von über 70 Dezibel zudem auch Tiere ,,rechtzeitig warnen,, würde.

    Klar, der gesellschaftliche Nutzen von leisem Straßenverkehr wäre damit obsolet, aber sind wir mal ehrlich – wer will denn schon e-Autos?
    Deren Vorurteile werden täglich an Stammtischen hochgehalten und was schert mich die Gesundheit meiner Mitbürger – geschweige die Zukunft der nächsten Generation.
    Der ICH-Mensch lebt im jetzt! Er will alles für sich und zwar so billig wie möglich und nach ihm die Sintflut…!
    Sorry, für die eigeschränkt qualitativen Sätze, aber wem sollen diese Vorschriften nutzen, wenn nicht den Gegnern von sinnvollen und bitte nötigen Veränderungsprozessen…?

    Ja, unsere Gesellschaft hat sich doch leider sehr zum negative verändert!
    Ich hoffe die Kinder und Jugendlichen von heute bleiben bei ihrer jetzigen Haltung und erhalten sich ihre heute eingeforderten Werte!

  10. Michael H.

    Ach Leute, lasst doch das AVAS erst mal „lärmen“. Ist deutlich angenehmer als Motorenlärm. Wenn der Wandel erst mal größtenteils geschafft ist, wirds wieder abgeschafft.
    Bin natürlich trotzdem froh, dass ichs im Ioniq noch abschalten kann. Der hat auch einen Notbremsassistent, mit dem mir die Abschaltung leichter fällt.
    Gerade auf Parkplätzen mit viel Fußgängern schalte ichs aber gerne ein, weil ich sonst ständig anhalten muss.

  11. grüne welle

    Was nutzt mir das System, wenn es im Stillstand gar kein Geräusch macht. Wer mal hinter einer schwätzenden Gruppe zum Stillstand gekommen ist und keine Chance auf ein Geräusch hat außer der Hupe, weiß, was ich meine.

  12. Peter W

    Ein Fahrrad hat für Leute die nichts sehen (wollen) eine Klingel. Ein einfaches „dinnnng“ und die Aufmerksamkeit ist gesichert. Für leise Fahrzeuge sollte es eine Fußgängerhupe geben, mit der man dezent auf sich aufmerksam machen kann. Ein Dauergeräuschgenerator ist unnötig.

    • Thomas

      Sehr gute Idee! Eine „Fußgängerhupe“ könnte die Lösung sein.

      Glaube über die Möglichkeit hat noch keiner nachgedacht. Zumindest habe ich die Idee eben zum ersten Mal gelesen. Sollte man den Lobbyisten der Autoindustrie vielleicht mal zukommen lassen (wenn es von deren Seite kommt, wird es von der Politik auch umgesetzt).

      • StromSchleuder

        Doch der Opel Ampera hat so etwas.

  13. Veit Sittig

    Ich bin begeistert, wenn ein lautloses Elektroauto an mir
    vorüber schwebt und dann wünsche ich mir auch ein solches
    Gefährt. Sollten diese Fahrzeuge in Zukunft künstliche Geräusche machen, sind sie weitaus weniger Interessant für mich. Mit ein wenig gegenseitige Rücksicht wäre es sicherlich auch ohne gegangen. Wo auch immer der Mensch auftaucht, muß er Lärm machen. Schade

  14. Christoph J.

    Kann dazu nur sagen, daß ich persönlich mir das schon seit über 10 Jahren wünsche, seit ich mal auf nem Supermarkt-Parkplatz auf der Motorhaube von ’nem Prius der ersten Generation gesessen habe.
    Typische Situation: hast du nen Kombi, dann mußt du beim Klappe zu machen nen Schritt zurück machen, und wer bitte dreht sich da erst um und guckt links und rechts? Jeden Verbrenner bei Leerlaufdrehzahl hörst du immer noch. Deswegen, ob rein elektrisch oder Hybrid, jedes Auto was bei geringer Geschwindigkeit elektrisch fährt sollte sowas haben (müssen)!

    • Christoph B.

      Ach so, nur weil du – obwohl du selbst Autofahrer bist – nicht auf den Verkehr achtest. Also dich grob fahrlässig gefährdest, müssen alle Fahrzeuge künftig Krach machen! Und nicht nur dich – du hättest damit auch einen Fahrradfahrer zum Sturz bingen und töten können. Aber das ist dir anscheinend egal. Nein, nur weil du es nicht lernen kannst, wie man sich im Verkehrsraum bewegt, rechtfertigt dies keinesfalls künstliche, vorsätzliche Umweltverschmutzung durch Lärm. Es würde aber rechtfertigen, dir den Führerschein abzunehmen, wenn du dich schon als Fußgänger nicht angemessen verhalten kannst.

  15. Veit Sittig

    Der Prius der ersten Generation fuhr nicht rein elektrisch!
    Moderne Benziner kann man bei niedrigen Geschwindigkeiten auch kaum wahrnehmen, daß haben
    zahlreiche Vergleichstest gezeigt. Notbremsassistenten wären da sicherlich die bessere Alternative. Bei etwas höheren Geschwindigkeiten übertönen die Abrollgeräusche der Reifen sowieso die Motorgeräusche, da müssen die E-Autos nicht auch noch zusätzlich Lärm machen.

  16. Elvenpath

    Hier in Köln fahren ein Haufen Teslas rum. Die sind nicht leiser, als moderne Benziner. Bei beiden kommt das dominierende Geräusch vom Abrollen der Reifen.

  17. Konsumopfer

    Tut mir leid, aber ich finde diese verpflichtende Poser Technik unsinnig und überflüssig. Lasst den Leuten einfach Zeit sich daran gewöhnen, dass E-Autos eben leiser sind als ein Diesel.

  18. Veit Sittig

    Auch wenn wir hier unsere Argumente für oder gegen
    den verordneten Lärm darlegen, interessiert das den Gesetzgeber herzlich wenig. Unsere Meinung ist in der Politik leider nicht gefragt. Schade

    • Niki

      Da sieht man wieder in welcher Scheindemokratie wir leben. Dass das Recht vom Volk auszugehen hat, ist den Politikern völlig egal. Da ist es dann kein Wunder, dass sich immer mehr Menschen, aus lauter Frust, extremen Parteien zuwenden.

  19. michael

    Kopfhörer und Abgaslärmbetrugsklappen verbieten!
    schon iss gut und leise (gesund)

  20. HAF

    Also als ich jung war, wurde mir beigebracht vor dem Überqueren der Straße links und rechts zu schauen (und nicht zu hören) – ich weiß nicht, warum die Leute das verlernt haben. Alleine beim Fahrradfahren merkt man wie unaufmerksam die Menschen auf der Straße sind und sich erschrecken, wenn man mit nur 20km/h plötzlich an ihnen vorbeifährt oder klingelt.
    Vielleicht sollte man das aber auch als „natürliche Selektion“ sehen – schließlich kann man erwarten, dass auf einer Straße Autos fahren….*kleiner Scherz*

  21. Max Schlammer

    Lesen sie mal bitte hier, wie es Blinden bei der Begegnung mit zu leisen Elektroautos geht: https://blindfuchs.de/alltag/97-elektroauto
    Da Elektrofahrzeuge ohne wesentlich mehr Unfälle verursachen als solche mit einem künstlich verstärkten Fahrgeräusch, wie in den USA schon vor Jahren amtlich festgestellt,würde sich das vermutlich auf die höhe derKFZ-Haftpflichtversicherung auswirken. In den Vereinigten Staaten ist das Zusatzgeräusch übrigens bis 30 Stundenkilometer vorgeschrieben. Das wäre auch in Europa die beste Lösung. Aber das verhinderte die Autolobby.

  22. Frieder Seiferheld

    Wie wäre es denn mit dem Klingeling der Fiaker in Wien?

  23. Heiko

    So ein Quatsch, da es zeitbeschränkte Tempo-30 Zonen (Bsp.: 30kmh von 22-6 Uhr) gibt, eben genau wegen Lärm! Daran merkt man erst, wie idiotisch diese Regelungen sind. Bei unserer ZOE habe ich deshalb die Sicherung 11 entfernt. Ist viel angenehmer. Ich glaube auch nicht, das im Gegenzug die Tempobeschränkungen wegen Lärm abgeschafft werden oder ob es ein Zusatzschild geben wird „außer Elektroauto“, die dann auch nachts wieder 50 KMH fahren dürfen.

  24. Schilling

    Ich würde allen die mit diesem unsinnigen Gesetz sich wichtig machen oder Geld verdienen wollen
    im Straßenverkehr ( zu Fuß ) eine gesetzlich verordnete Kuhglocke um den Hals hängen

    autarc

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Gefunden bei electrive.net
https://www.electrive.net/2019/05/21/verordneter-missklang-das-elektroauto-fahrgeraeusch-avas/
21.05.2019 10:15