06.06.2019 - 12:31

Lade-Offensive: VW plant 36.000 Ladepunkte in Europa

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Volkswagen hat vor, bis 2025 in Europa 36.000 Ladepunkte zu errichten, 11.000 davon durch die Marke VW selbst. Damit will der Konzern der Elektromobilität zum schnellen Durchbruch verhelfen. Einen Seitenhieb auf die Politik können sich die Wolfsburger dabei nicht verkneifen.

Insgesamt 250 Millionen Euro will der VW-Konzern in den Aufbau der Ladeinfrastruktur investieren. Die 11.000 Ladepunkte der Kernmarke sollen an den Volkswagen-Standorten und bei den rund 3.000 VW-Händlern in größeren Städten installiert werden. Auf die Standorte entfallen dabei rund 4.000 Ladepunkte für Mitarbeiter, von denen viele dem Konzern zufolge aber frei zugänglich sein sollen.

„Die Ladeinfrastruktur wird immer mehr zum entscheidenden Faktor für den schnellen Durchbruch der E-Mobilität in Deutschland“, sagte Thomas Ulbrich, Vorstand für E-Mobilität der Marke Volkswagen, bei einer Veranstaltung in Berlin. Das Aufladen eines E-Autos müsse genauso einfach und selbstverständlich werden wie das Laden eines Smartphones. „Dafür brauchen wir vor allem deutlich mehr Ladesäulen im öffentlichen Raum sowie einfache Regeln für die Installation privater Wallboxen.“

Letzteres geht klar in Richtung Seitenhieb auf die geforderten Änderungen im Miet- und Baurecht, welche den Ausbau der privaten Ladeinfrastruktur beschleunigen sollen. In der Pressemitteilung wird die Kritik des Konzerns an der Bundesregierung noch deutlicher. „Allein in Deutschland soll es laut Koalitionsvertrag bis 2020 mehr als 100.000 zusätzliche öffentliche Ladepunkte geben“, heißt es dort. „Davon existiert bislang erst ein Bruchteil. Nach Überzeugung von Volkswagen ist hier auch ein stärkeres Engagement der Politik gefragt.“

Laut Volkswagen werden sieben von zehn Ladevorgängen zu Hause oder am Arbeitsplatz stattfinden. Der Ausbau geht in diesem Bereich allerdings langsamer voran als von vielen erwartet – auch wegen veralteter Vorgaben im Bau- und Mietrecht.

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Für das Schnellladen setzt Volkswagen weiterhin auf Ionity, das zusammen mit anderen Autobauern gegründet wurde. Bis 2020 sollen in der Regie des Joint Ventures europaweit 400 HPC-Standorte mit in Summe 2.400 Ladepunkten entstehen. Viele der Stationen sind derzeit im Bau, erst kürzlich hat Ionity den 100. Ladepark eröffnet. Nach Informationen von electrive.net steht der Zähler am heutigen Tag bei 106.

Zudem will Volkswagen auch Schnelllader in Städten errichten – vorerst aber nur am Stammsitz in Wolfsburg. Die 28 Lader, die noch im Juni in Betrieb gehen sollen, sind Teil des Geschenks des Konzerns zum 80-jährigen Bestehen der Stadt.

Solche Aktionen dürfen für Ulbrich aber kein Einzelfall bleiben, er fordert gar einen „Masterplan E-Mobilität“ für Deutschland. „Die E-Mobilität in Deutschland hat das Potenzial, zu einer echten Erfolgsgeschichte zu werden“, so der VW-Vorstand. „Wenn Wirtschaft und Politik ihre Kräfte bündeln, können wir die Herausforderungen bei der Ladeinfrastruktur sehr schnell bewältigen – genauso, wie wir den technologisch getriebenen Strukturwandel in unserer Industrie nur gemeinsam schaffen werden.“

Erst gestern hatte VW-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann bekannt gegeben, dass für den ID.3 bereits über 20.000 Vorbestellungen vorliegen. Der Konzern hatte bis zur IAA im September mit 30.000 Reservierungen gerechnet. Diese Zahl soll jetzt deutlich früher erreicht werden.
volkswagen-newsroom.de

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7 Kommentare zu “Lade-Offensive: VW plant 36.000 Ladepunkte in Europa

  1. Andreas

    „Laut Volkswagen werden sieben von zehn Ladevorgängen zu Hause oder am Arbeitsplatz stattfinden.“

    Interessant. In meinem Bekanntenkreis laden die meisten wie ich zu praktisch 98% zuhause. Die Reichweite reicht für die beruflichen Strecken aus. Vermutlich sind hier auch Mieter in Städten berücksichtigt, die keine feste Parkplatz haben. Hier wäre ein tieferer Einblick in die VW Analyse sinnvoll gewesen.

    • Nicklas

      Naja, es gibt auch genug Arbeitnehmer, die weder einen eigenen Stellplatz am Arbeitsplatz noch bei sich zu Hause haben und sich daher immer einen Parkplatz am Straßenrand was suchen müssen.

      Deswegen bin ich immer noch für einen vermehrten Ausbau von Schnellladern im urbanen Raum wo man i. d. R. eh länger als 20 Minuten steht (Supermarkt, Innenstadt, Baumarkt etc.).
      11 kW Lader machen entsprechend dort Sinn wo man mehr als eine Stunde verbringt (Kino, Theater, Einkaufszentren, Wohngebiete etc.).

  2. Franz-Peter Kayser

    Hat es überhaupt schon irgendeine regulatorische Vereinfachtung für den Bau von privaten Ladepunkten bei Mietimmobilien gegeben?
    Wenn man sich die Situation im Solarbereich anschaut, wo das gesetzliche Rahmenwerk seit Jahren effektiv die Nutzung von lokal produzierter Energie durch Mieter und somit Nutzung der Dachflächen durch Solaranlagen verhindert, keine rosigen Aussichten.

    Vielleich kann Electrive einmal die Situation bzgl. Ladepunkten in Mietobjekten in anderen EU Ländern aufzeigen.

  3. josef

    Bahnparkplatz. Tagsüber für Pendler, nachts für Laternenparker. Normale stechdose reicht da. .. Zu einfach?

    • Ümit

      ich sehe keine Laterne die direkt am Parkplatz bzw. Auto steht. Das Ladekabel muss über den Geweg gelegt werden. Sprich Stolbergefahr. Nicht an jedem Parkplatz steht eine Laterne und dann das wichtigste überhaupt: Jede Laterne müsste seperat abgesichert werden wegen der Ladeleistung. Sowas macht keinen Sinn.

  4. Sector

    Werden auch ChaDEMo Säulen dabei sein?

    • Bartholomäus Steiner

      Obwohl ich Leaf-Fahrer (der eigentlich lieber nen Ioniq hätte^^) bin, sage ich: hoffentlich nicht, denn das wäre rausgeschmissenes Geld. Es ist für die Benutzerfreundlichkeit optimal wenn es nur noch einen Stecker gibt.

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06.06.2019 12:31