14.06.2019 - 10:15

China: Evergrande plant den Bau von drei E-Auto-Fabriken

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Der chinesische Immobilienkonzern Evergrande Group investiert umgerechnet rund 23 Milliarden US-Dollar in den Bau von drei Werken für Elektrofahrzeuge und deren Komponenten in Guangzhou.

Geplant sind eine Produktionsstätte für nicht weniger als eine Million E-Autos jährlich und zwei weitere Werke für die Produktion von Batterien mit einer Gesamtkapazität von 50 GWh pro Jahr (die „Global Times“ berichtet gar über 500 GWh pro Jahr, was aber offensichtlich ein Tippfehler ist und durch die Pressemitteilung von Evergrande widerlegt wird). Zudem sollen in einer der Fabriken Elektromotoren und elektronische Steuerungssysteme in Eigenregie gefertigt werden.

Mit seinem Elektroauto-Projekt hat der mit Immobilien groß gewordene Konzern Evergrande ambitionierte Pläne und kauft sich das notwendige Knowhow zusammen – von der Batteriezelle bis zur Fahrzeugproduktion. Im Januar ist Evergrande Health als neuer Haupteigentümer bei NEVS eingestiegen und hat auch 20 Prozent der Anteile des schwedischen Sportwagenherstellers Koenigsegg übernommen. „Evergrande strebt an, innerhalb von drei bis fünf Jahren die größte und stärkste Elektrofahrzeug-Gruppe der Welt zu werden“, wurde Firmenchef Hui Ka Yan im März zitiert.

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Damals hieß es noch, dass der niederländische Anbieter e-Traction die Antriebssysteme für die Elektroautos von Evergrande liefern solle. Anfang Juni übernahm NEVS zudem Protean Electric, einen britischen Spezialisten für Radnabenmotoren. Diese sollen in den künftigen Elektroautos von NEVS und Evergrande eingesetzt werden. Zudem hat der Konzern das chinesisch-japanische Joint Venture Shanghai Cenat New Energy Co übernommen, um Batteriezellen zu entwickeln.

Evergrande Health war vielen bereits als Investor bei Faraday Future ein Begriff. Der gemeinsam ausgehandelte und zwei Milliarden Dollar schwere Deal galt in der ersten Jahreshälfte 2018 als Rettungsanker für das mit finanziellen Turbulenzen kämpfende Startup. Im Oktober hieß es dann überraschend, dass der Elektroauto-Hersteller aus der Vereinbarung mit Evergrande Health wieder aussteigen wolle. Es folgten gegenseitige Schuldzuweisungen, den Deal nicht eingehalten zu haben. Inzwischen ist aber Ruhe eingekehrt. Evergrande hält 32 Prozent der Anteile an Faraday Future. Jetzt will Evergrande selbst mit der Produktion von E-Autos beginnen.

Dem Konzern wird nachgesagt, gute Kontakte mit der chinesischen Politik zu pflegen. Mit einer starken Inlands-Produktion könnte Evergrande zusammen mit den anderen chinesischen Elektroauto-Herstellern von dem Handelskrieg profitieren, spekulieren chinesische Medien. US-Marken wie Tesla, GM und Ford könnten es zunehmend schwer haben, weil sie „anfällig für Vergeltungsmaßnahmen des chinesischen Volkes“ seien.
globaltimes.cn, evergrande.com (auf Chinesisch)

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