Nuro: Testbetrieb mit autonomen Lieferwagen in Houston

Das US-Startup Nuro hat die zweite Generation seines selbstfahrenden Elektrofahrzeugs vorgestellt. Da das Unternehmen nun die benötigten Genehmigungen erhalten hat, sollen die Tests mit dem R2 genannten Fahrzeug in wenigen Wochen in Houston beginnen.

Für den Betrieb haben das US-Verkehrsministerium und die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) Nuro eine behördliche Ausnahmegenehmigung erteilt. Die Genehmigung gilt für zwei Jahre, in dieser Zeit darf Nuro nicht mehr als 5.000 Fahrzeuge einsetzen. Beim R2 handelt es sich um eine Weiterentwicklung des Anfang 2018 vorgestellten R1, die für Lieferservices von Restaurants, Lebensmittelhändlern und anderen Unternehmen konzipiert wurde.

Auch der R2 ist nicht dafür ausgelegt, Personen zu transportieren – wurde aber mit den Erfahrungen aus einem ersten Testeinsatz in Arizona unter anderem mit einem größeren Laderaum mit mehreren Kühlfächern und einem größeren Akku ausgestattet. Angaben zu dessen Größe macht Nuro nicht, er soll aber tagsüber während des Einsatzes nicht geladen werden müssen. Zudem habe man die Karosserie haltbarer gemacht, damit der R2 auch für raues Wetter geeignet sei.

Das Fahrzeug ist etwa 1,50 Meter hoch und nicht einmal einen Meter breit. Hat der autonome Lieferroboter sein Ziel erreicht (rein elektrisch mit einer Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h), können die Empfänger ihre Lieferung über zwei große Klappen entnehmen – dabei soll es sich um bestelltes Essen, eine Lebensmittel-Lieferung aus dem Supermarkt oder bestellte Pakete eines Online-Händlers handeln können. US-Medien zeichnen bereits das Bild, wonach „die Tage eines Pizzaboten, der an Ihre Tür klopft, bald vorbei sein“ könnten.

Mit der Ausnahmegenehmigung kann das 2016 gegründete Unternehmen jetzt den autonomen Testbetrieb aufnehmen. Da der Transport von Personen nicht vorgesehen ist, konnten die Kosten laut Nuro „erheblich“ gesenkt werden, da sonst erforderliche Sicherheitssysteme wie Gurte, Airbags, ABS oder bestimmte Anforderungen an die Konstruktion nicht berücksichtigt werden mussten. Der Cruise One, den General Motors vor wenigen Wochen vorgestellt hat, erhält diese Ausnahmen nicht, da er für den Personentransport und höhere Geschwindigkeiten ausgelegt ist.

Der Feldversuch in Houston findet offenbar in einer Kooperation mit Walmart statt. Nuro und die US-Handelskette waren im Dezember eine Partnerschaft eingegangen. Im Wettbewerb mit Online-Lieferdiensten suchen auch stationäre Händler wie Walmart nach neuen Geschäftsfeldern und Dienstleistungen, wie etwa der Lieferung am selben Tag.

Im vergangenen Jahr ist der Investment-Arm des japanischen SoftBank-Konzerns mit knapp einer Milliarde Dollar bei Nuro eingestiegen.
futurecar.com, techcrunch.com, medium.com

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