23.03.2020 - 12:13

E-Flugtaxi-Startup Lilium nimmt 240 Millionen Dollar ein

Das bayerische Unternehmen Lilium hat eine Finanzierungsrunde über mehr als 240 Millionen Dollar abgeschlossen. Die Runde wird vom chinesischen Internetkonzern Tencent angeführt. Teilgenommen haben auch weitere bestehende Investoren wie Atomico, Freigeist und LGT.

Das frische Kapital will das Startup aus Weßling bei München für die weitere Entwicklung des Lilium-Jets und für Vorbereitungen der Serienproduktion in den kürzlich fertiggestellten Produktionsanlagen verwenden. Das neue Werk liegt mit einer Fläche von 3.000 Quadratmetern unmittelbar neben dem Hauptsitz des Unternehmens in Weßling, an dem aktuell mehr als 400 Mitarbeiter beschäftigt sind. Ihm soll bald ein zweites, noch deutlich größeres Werk am gleichen Standort folgen. Mit den beiden Werken kann Lilium nach eigenen Angaben zum geplanten Betriebsstart 2025 hunderte Flugzeuge im Jahr produzieren.

Wir erinnern uns: Lilium strebt an, bis 2025 eine Flotte von E-Flugzeugen in Städten auf der ganzen Welt zu positionieren. Konkret will das Unternehmen mit dem Betrieb des eigenen Lilium Jets einen On-Demand-Flugtaxi-Service aufbauen, der dank eines dichten Netzes an Landeplätzen Flüge gewährleisten soll, „die im Preis mit einem Taxi vergleichbar, aber viermal so schnell sind“. Der Probebetrieb an mehreren Standorten wird laut Lilium schon vor 2025 beginnen. Die dabei zum Einsatz kommenden fünfsitzigen VOTL werden nach Unternehmensangaben über 36 elektrische Triebwerke verfügen, bis zu 300 km/h schnell sein und eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern erreichen. Das Ziel sei es, so ganze Regionen miteinander zu verbinden und sich nicht nur auf Kurzstrecken innerhalb eines Stadtgebiets zu beschränken, lässt Lilium wissen.

Die Flugtests der Bayern werden derweil zunehmend komplexer: Im September veröffentlichte Lilium zuletzt anlässlich der jüngsten, beendeten Phase von Flugtests neue Aufnahmen. Diese zeigen das Flugzeug zum ersten Mal über 100 km/h schnell und beim Übergang vom senkrechten in den horizontalen Flug. Laut Lilium „eine der größten Herausforderungen der Luftfahrt“.  Weltpremiere feierte der Jet im Mai 2019. Um diese Zeit herum absolvierte Lilium mit der Maschine auch den Jungfernflug. Allerdings musste Lilium im März einen Rückschlag hinnehmen: Einer der beiden E-Flugtaxi-Prototypen wurde bei einem Brand irreparabel beschädigt. Der Brand war während einer Routine-Wartung im Inneren des Fluggerätes ausgebrochen, die Ursache ist noch nicht bekannt. Bis dies geklärt ist, sollen auch keine Testflüge mit dem zweiten Prototyp stattfinden.

In Europa hat das Startup im Frühjahr 2019 den Zulassungsprozess für den neuen Senkrechtstarter angestoßen. Daneben gelten die USA mit einer Vielzahl an Hubschrauberlande- und Flugplätzen als entscheidender Markt, weshalb Lilium auch dort behördlich Fuß fassen will. Vor der aktuellen Finanzierungsrunde hatte das Startup bereits rund 100 Millionen Dollar eingesammelt – Tencent war auch seinerzeit schon mit von der Partie. Insgesamt haben die Bayern inzwischen also rund 340 Millionen Dollar generiert. Lilium-Finanzchef Christopher Delbrück betont, dass die neue, zusätzliche Finanzierung „das tiefe Vertrauen unserer Investoren sowohl in unser physisches Produkt als auch in unseren Business Case unterstreicht“.
lilium.com

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