21.09.2020 - 10:10

Briten wollen Verbrenner-Verbot auf 2030 vorziehen

Die britische Regierung hat vor drei Jahren ein Verbot für den Verkauf von Neuwagen mit Verbrennungsmotoren ab dem Jahr 2040 beschlossen. Einem Medienbericht zufolge gibt es bei den Briten jetzt das konkrete Bestreben, diese Frist um zehn Jahre auf 2030 vorzuziehen.

Wie der „Guardian“ berichtet, wird es voraussichtlich im November eine entsprechende offizielle Ankündigung von Boris Johnson geben. Da im November der COP26-Klimagipfel in Glasgow steigt, gilt es als gut möglich, dass der Premierminister die Ankündigung im Rahmen des Gipfeltreffens macht.

Eine frühere Deadline für Verbrenner im Königreich als 2040, welche erst vor drei Jahren beschlossen wurde, ist schon seit einigen Monaten diskutiert worden, wobei diesbezüglich bislang die Jahre 2035 oder 2032 im Gespräch waren. Offenbar ist die britische Regierung nun aber in puncto Ausbau der Ladeinfrastruktur so zuversichtlich, dass sie Deadline auf 2030 vorziehen will.

Erst in der vergangenen Woche hatte sich die oppositionelle Labour-Partei erneut ein Verbot des Verkaufs von Verbrennern ab dem Jahr 2030 gefordert und dies als „ein ehrgeiziges, aber erreichbares Datum“ bezeichnet. Dem „Guardian“ zufolge soll die Regierung eigentlich angestrebt haben, die Pläne diese Woche zu veröffentlichen. Sie habe sich jedoch dagegen entschieden, um sich auf die Bekämpfung der steigenden Zahl von Coronavirus-Fällen konzentrieren zu können. Als Quelle nennt das Blatt namentlich nicht genannte Personen aus der Energie- und Transportindustrie.

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Die Verschärfung des Verbots von Neuzulassungen von Fahrzeugen mit Benzin- oder Dieselmotor soll Teil einer ganzen Reihe von nachhaltigen Strategien sein, die nach dem Corona-Schock zu einer ökologischen Transition der britischen Wirtschaft führen soll. Ein Eckpfeiler dieses erhofften, „grünen“ Aufschwungs ist der nationale Aufbau einer CO2-neutralen Wirtschaft bis 2050.

Sollte die Briten tatsächlich das Verbrenner-Aus bei Neufahrzeugen für 2030 anstreben, wären sie damit früher dran als ihre schottischen Nachbarn. Deren Regierung hat bereits 2017 das Aus für neue Verbrenner für 2032 angekündigt. Am ambitioniertesten ist Norwegen mit einer Deadline im Jahr 2025.
theguardian.com

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11 Kommentare zu “Briten wollen Verbrenner-Verbot auf 2030 vorziehen

  1. StromSchleuder

    Das wäre prima. Und unsere, von Lobbyisten durchsetzem Verkehrs- und Wirtschaftministerium? Kophleausstieg-> versemmelt, Verkehrwende -> versemmelt, Energiewende -> abgewürgt und wir suchen noch immer nach einer Alternative für den Verbrennungsmotor. Ich verstehe es nicht.

  2. Michel

    Finde ich sehr gut, insbesondere, weil man bedenken muss das 2030 noch gekaufte Autos mindestens 10-15 Jahre weiterhin Feinstaub auf den Straßen ausstoßen werden. Wenn unsere Regierung Eier hätte, würden wir das bei uns auch viel früher und vorallem schneller und umfassender durchziehen…

    LG

    Michel

  3. Sepp Mayr

    Also leben die Engländer doch nicht nur in der Vergangenheit, sind die am Schluss anderen voraus?

    • simon

      Deutschland (CDU/CSU/SPD) ist halt so unglaublich weit hinten. 2028 wäre man ein ambitionierter Plan für Deutschland und vielleicht dann gleich von der EU.

  4. Wasserstoffflo

    Vor allen Dingen vernichten die Bremser bei der Mobilitätswende tausende Arbeitsplätze im “dann nicht mehr Autoland” Deutschland!

  5. simon

    Das hat sicher Vorbildwirkung, ich wette Schottland zieht das Aus für den Verbrennner bald auch auf 2030 vor und andere führen so ein Verbot auch noch ein.

  6. David

    Ok, 2030 statt vorher 2040. Ich finde interessant, welche Dynamik das annimmt. Alle Länder in Europa, die keine Autos herstellen, überbieten sich mit Verboten für neue Verbrenner. Die großen Städte werden nach dem Pariser Klimaabkommen mit lokal emmissionsfreien Innenstädten vorpreschen. Ich denke, das wird Auswirkungen auf die Restwerte von Verbrennern haben. Vermutlich wird man sich schon lange vor 2030 am Steuer eines Verbrenners nicht mehr besonders behaglich fühlen…

    • Der Statistiker

      “Alle Länder in Europa, die keine Autos herstellen, überbieten sich mit Verboten für neue Verbrenner.”

      Also in England werden nicht nur viele PKWs hergestellt, sondern es gibt auch einige Britische Firmen, wie zB Jaguar und LandRover!

      • Wermagst

        Jaguar Land Rover ist schon lange nicht mehr britisch, es gehört Tata Motors, einer indischen Firma.

    • HAF

      In GB werden sehr wohl Autos hergestellt – und ich rede hier nicht nur von Jaguar und Rover. Nissan und andere Hersteller haben dort große Montagewerke – vielleicht sind die Briten der Autoindustrie vielleicht nicht so hörig wie bei uns.

  7. Michael Dierolf

    The great reset mittels Plandemie – läuft .

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21.09.2020 10:30