Panasonic: Bau der 4680-Batteriezelle für Tesla soll 2021 starten

Panasonic will die Fertigung von Prototypen der von Tesla bei „Battery Day“ vorgestellten neuen 4680-Batteriezelle bereits 2021 starten. Das passt zu einer Aussage von Panasonic-Finanzchef Hirokazu Umeda von Ende Oktober, wonach eine entsprechende Prototyp-Produktionslinie geplant sei.

Der Zeitpunkt für die Produktionsaufnahme noch in diesem Jahr geht aus einem Bericht des japanischen Wirtschaftsblatts „Nikkei“ hervor. Demnach soll die Prototyp-Produktionslinie in einem bestehenden Werk errichtet werden. Als wahrscheinlichster Standort gilt die Gigafactory 1 in Nevada. Die Investitionen in dieses Projekt sollen „zig Millionen Dollar“ betragen.

Kurz zum Hintergrund: Im September hatte Tesla eine deutlich größere und leistungsstärkere Batteriezelle namens 4680 vorgestellt. Die Bezeichnung bezieht sich bei Tesla traditionell auf die Abmessungen: Der Durchmesser der Rundzelle beträgt 46 Millimeter, die Zelle ist 80 Millimeter lang. Die neuen Zellen sollen nicht nur Reichweite und Leistung der E-Autos verbessern, sondern pro Kilowattstunde günstiger ausfallen und auch die Investitionskosten in ihre Fertigung deutlich senken.

Tesla kündigte bei seinem „Battery Day“ auch an, diese Zellen mit selbst entwickelten Anlagen selbst herstellen zu wollen. Ein Strategiewechsel, schließlich haben die Kalifornier bis dato immer mit Batteriezellherstellern zusammengearbeitet. Zuvorderst mit Hauptpartner Panasonic, inzwischen aber auch mit LG Chem und CATL. Der Bericht von „Nikkei“ legt nun nahe, dass der Strategiewechsel weniger drastisch ausfällt und Panasonic die 4680er Zellen ebenfalls produzieren und liefern wird. Grundsätzlich hatte Tesla-Chef Elon Musk im September klar gemacht, dass sein Unternehmen weiter auf Zellen von Batterieherstellern zurückgreifen werde. Unklar ist nur bis heute, welche Zellen das betrifft. Tesla nutzt bekanntlich aktuell die Formate 2170 und 18650.

Derzeit werden die neuen 4680er Zellen bei Tesla ausschließlich in einer Pilotanlage in Fremont produziert. Das Unternehmen arbeitet jedoch schon an Anlagen, um die Batteriezellen in der Gigafactory Berlin und an anderen Standorten zu produzieren. Erste Hinweise auf ein Engagement von Panasonic beim Bau der neuen Zellen gab es bereits im Oktober. „Wir bereiten uns darauf vor, eine Prototyp-Produktionslinie einzurichten“, erklärte Panasonic-Finanzchef Hirokazu Umeda im Rahmen der Bekanntgabe der jüngsten Geschäftszahlen des Batterieherstellers. „Wir verfügen über beträchtliches Know-how für diese Batterie.“

In den vergangenen Monaten hatte sich das Verhältnis zwischen Tesla und Panasonic offenbar wieder verbessert. Im ersten Quartal 2020 war die Gigafactory 1 in Nevada, die von den beiden Unternehmen betrieben wird, erstmals profitabel. Dort werden die 2170-Rundzellen für das Model 3 und Model Y aus US-Produktion gefertigt. In der Folge hatten sich Tesla und Panasonic im Juni auf einen neuen Drei-Jahres-Vertrag für die Gigafactory 1 geeinigt, im Juli wurde wiederum bekannt, dass Panasonic Tesla eine Version der 2170-Zelle ohne Kobalt-Anteil in der Kathode sowie mit höherer Energiedichte in Aussicht gestellt hat.

Umeda sagte im Oktober auch, das Unternehmen habe beschlossen, 2021 eine zusätzliche Produktionslinie im Werk in Nevada zu eröffnen und die Gesamtkapazität der Anlage bis etwa 2022 um etwa 10 Prozent auf 38 bis 39 GWh pro Jahr zu erhöhen. Genau diese Zahlen hatte das japanische Wirtschaftsmagazin „Nikkei“ bereits im August 2020 in einem Artikel genannt.
asia.nikkei.com (Paywall) via insideevs.com, electrek.co

1 Kommentar

zu „Panasonic: Bau der 4680-Batteriezelle für Tesla soll 2021 starten“
Tobias Claren
17.03.2021 um 03:28
Lithium Ionen oder LiFePo4? Letztere brauchen mehr Platz bei gleicher Kapazität, sind aber robuster und halten länger.Es wäre schön, wenn man auf dem Weg auch für andere Zwecke dicke Akkus günstig bekommen könnte. Z.B. im Camping-Bereich. Da kosten 100Ah ja noch ab/um 500 Euro.

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