03.03.2021 - 13:35

BDEW zählt 39.538 öffentliche Ladepunkte

Das Ladesäulenregister des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) weist in Deutschland derzeit 39.538 öffentliche Ladepunkte für Elektrofahrzeuge aus, jeder siebte davon ist ein DC-Schnelllader. Für den weiteren erfolgreichen Ausbau des Ladenetzes stellt der Verband aber Forderungen an die Politik.

Mit den nun 39.538 Ladepunkten seien innerhalb von drei Monaten über 3.800 neue Ladepunkte hinzugekommen, so der BDEW in der Mitteilung. Im Vergleich zu dem Zwischenstand, der Mitte November 2020 kommuniziert wurde, hat sich vor allem der Anteil der Schnelllader erhöht: Damals hieß es noch, jeder zehnte der 33.107 öffentlichen Ladepunkte sei ein DC-Schnelllader. Jetzt sind es nicht nur mehr Ladepunkte, sondern der DC-Anteil ist auf jeden siebten öffentlichen Ladepunkt gestiegen.

Der BDEW hebt in der Mitteilung vor allem die Rolle seiner Mitgliedsunternehmen aus der Energiewirtschaft beim Ladeinfrastruktur-Ausbau hervor, trotz Corona-Lockdown sei der Ausbau „ungebremst“ weiter gegangen. Dennoch bezeichnet der Verband auch den Erfolg der Wallbox-Förderung für private Ladepunkte (mehr als 300.000 Anträge, Budget von 200 auf 400 Millionen Euro erhöht) als „erfreulich“.

„Wir glauben an den Erfolg der Elektromobilität und wollen kräftig in den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur investieren“, sagte Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Sie verweist allerdings auch auf den Beschluss der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität (NPM), wonach der starre Schlüssel von 1:10 Ladepunkte pro E-Fahrzeuge, wie von der EU-Kommission empfohlen, bei steigendem Marktanteil von E-Fahrzeugen zu kurz greife und der Hochlauf vielmehr als „moving target“ zu verstehen sei.

„Der Ausbaubedarf der Ladeinfrastruktur ist keine starre Zahl, sondern ein dynamisches System“, so Andreae weiter. „Die Forderung nach einer Million öffentlicher Ladepunkte berücksichtigt keinerlei Entwicklung: Immer mehr Fahrzeuge können ja heute schon schneller laden. Diese Dynamik müssen wir beim Ausbau der Ladeinfrastruktur berücksichtigen. Wichtig ist, dass die Ladeinfrastruktur den tatsächlichen Bedarf abdeckt und sichergestellt ist, dass immer ausreichend Möglichkeiten zum Laden gegeben sind.“ Um eine Über-Subvention zu vermeiden, müssen man die Ladetechnologie der Fahrzeuge und das Ladeverhalten der Kunden im Blick behalten.

Damit der aus Verbandssicht schnelle und stabile Ausbau des Ladenetzes gelingen kann, hat der BDEW einen 10-Punkte-Plan mit Empfehlungen für die Bundesregierung erstellt. Die darin formulierten Forderungen betreffen etwa eine verbesserte Zusammenarbeit, das „kurzfristige und unbürokratische“ Bereitstellen von Flächen für Ladestandorte sowie beschleunigte Genehmigungsverfahren. „Wir brauchen für den Erfolg der Elektromobilität einen stabilen, kundenfreundlichen und verlässlichen Hochlauf der Ladeinfrastruktur“, sagt die BDEW-Hauptgeschäftsführerin. „Für die Unternehmen, die diese aufbauen ist wichtig, dass ein Geschäftsmodell dahinter liegt.“

Das Ladesäulenregister – abrufbar unter www.ladesaeulenregister.de – wird vom BDEW und dessen hundertprozentiger Tochter Energie Codes und Services GmbH beständig aktualisiert. Betreiber von Ladesäulen können sich kostenlos in das Register eintragen lassen. Zum Start des Ladesäulenregisters wurden die Daten aus den Erhebungen des BDEW seit 2012 als Grundlage verwendet. Die Anzahl der tatsächlich verfügbaren Ladepunkte in Deutschland ist jedoch deutlich höher als dort angegeben. Denn zum einen erfolgt die Eintragung von Ladesäulen in dem Register des BDEW auf freiwilliger Basis. Zum anderen fließen die Daten der Bundesnetzagentur in „unregelmäßigen Abständen“ in das Register mit ein. Doch auch die Datenbasis der Bundesnetzagentur ist lückenhaft. Denn Ladepunkte sind vor Inkrafttreten der Ladesäulenverordnung von der Anzeigepflicht bei der Bundesnetzagentur ausgenommen. Zudem sind Ladepunkte mit Ladeleistungen von höchstens 3,7 kW weiterhin von der Anzeigepflicht befreit. Eine wirklich vollständige Datenbank gibt es in Deutschland nach wie vor nicht.
bdew.de

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