14.04.2021 - 11:18

Neues JV von Bosch und Qingling baut BZ-Systeme für China

Bosch hat mit dem Nutzfahrzeughersteller Qingling Motors im chinesischen Chongqing das Gemeinschaftsunternehmen Bosch Hydrogen Powertrain Systems gegründet. Das neue Unternehmen wird Brennstoffzellen-Systeme für den Markt in China entwickeln, montieren und vermarkten.

Bosch Hydrogen Powertrain Systems soll künftig laut offizieller Mitteilung „möglichst alle“ chinesischen Fahrzeughersteller mit Brennstoffzellen-Systemen beliefern. Die dafür benötigten Komponenten wie Brennstoffzellen-Stack, Luftkompressor mit Leistungselektronik sowie Steuergerät mit Sensoren kommen von Bosch überwiegend aus dem Werk in Wuxi. Dort startet in diesem Jahr die Kleinserienfertigung. Der Marktstart des Brennstoffzellen-Systems an sich ist für 2022/2023 geplant.

Noch für 2021 kündigt Bosch zudem eine Testflotte von 70 Qingling-Lastwagen mit der eigenen BZ-Technologie an. „Wir nehmen bei der Industrialisierung der Brennstoffzelle jetzt im wahrsten Sinne des Wortes Fahrt auf. Innovative Technologien und strategische Partnerschaften sind der ideale Treibstoff, um zügig das Ziel eines möglichst klimaneutralen Straßenverkehrs zu erreichen“, sagt Stefan Hartung, Bosch-Geschäftsführer und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions.

Mit Qingling arbeitet Bosch schon seit Jahren in den Bereichen Kraftstoffeinspritzung und Abgasnachbehandlung zusammen. „Wir freuen uns, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Bosch fortzusetzen“, sagt Du Weidong, Vorstandsvorsitzender von Qingling Motors. „Die neuerliche Kooperation stellt nicht nur einen Meilenstein auf dem Weg zur Industrialisierung der mobilen Brennstoffzelle dar, sondern auch einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung der chinesischen Automobilindustrie.“

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Bosch bringt in das Gemeinschaftsunternehmen seine Expertise im Bereich Brennstoffzelle ein. Qingling verfügt laut dem Konzern als Premium-Hersteller über das komplette Portfolio von leichten über mittlere bis schwere Lkw, außerdem sei das Unternehmen bei der Elektrifizierung sehr engagiert und kenne sich auf dem dem chinesischen Lkw-Markt aus. „China ist der wichtigste Wachstumsmarkt für die Elektromobilität“, betont Hartung. „Gerade bei großen, schweren Fahrzeugen, die lange Strecken zurücklegen, bietet die Brennstoffzelle klare Vorteile gegenüber dem Batterie-elektrischen Antrieb.“

Interessante Fußnote: Als der chinesische Hersteller Great Wall Motor dieser Tage bei der Vorstellung seiner H2-Strategie angekündigt hat, noch 2021 sein erstes Wasserstoff-betriebenes SUV-Modell auf den Markt sowie 100 BZ-Schwerlaster auf die Straßen zu bringen, wurde unter anderem Bosch als Projektpartner genannt. In welcher Rolle wurde allerdings nicht präzisiert.

Bosch investiert nach eigenen Angaben fortlaufend in den BZ-Bereich, bis dato vor allem in Forschung und Entwicklung. Im vergangenen Jahr errichtete der Konzern beispielsweise ein Brennstoffzellen-Zentrum in Wuxi. Nun gehe es darum, die notwendigen Fertigungskapazitäten für Komponenten vorzubereiten, die auch an das neue Gemeinschaftsunternehmen geliefert werden sollen, teilt Bosch mit.

Auch an seinen deutschen Standorten in Bamberg, Feuerbach und Homburg arbeitet Bosch an der Industrialisierung der Brennstoffzelle. Gemeinsam mit dem schwedischen Spezialisten Powercell entwickelt Bosch derzeit den Brennstoffzellen-Stack zur Marktreife, um ihn anschließend in Eigenregie von 2022 an in Großserie zu fertigen. Vor diesem Hintergrund bestellte Bosch vergangenes Jahr Stacks im Gesamtwert von gut einer Million Euro bei Powercell. Durch das flexible Kombinieren von zwei oder mehreren Stacks will das Duo dabei ein Leistungsportfolio von Pkw bis schweren Lkw abdecken. Während Bosch die Exklusivrechte für Straßenfahrzeuge hat, wird PowerCell die Techonolgie für andere Segmente vertreiben.
automobilwoche.de, handelsblatt.com, bosch-presse.de

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