29.01.2020 - 13:49

Bosch: Erste Brennstoffzellen-Kunden für Lkw und Pkw

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Interessantes Update zu der von Bosch geplanten Serienfertigung von Brennstoffzellen für Lkw und Pkw, die 2022 starten soll: In Stuttgart-Feuerbach hat der Konzern nun einen neuen Prototypen gezeigt – und erste Kunden benannt.

Im Rahmen eines Pressegesprächs in Stuttgart-Feuerbach zeigte Bosch Journalisten seine neue Brennstoffzelle für Lkws auf dem Systemprüfstand. Erste Serienaufträge hat Bosch bereits eingefahren. So liefert der Konzern für die H2-Trucks des US-Startups Nikola nicht nur wie berichtet die E-Achsen, sondern auch das gesamte Brennstoffzellen-System.

„Wir rechnen damit, dass die Brennstoffzelle 2030 bei schweren Nutzfahrzeugen einen Marktanteil von 13 Prozent haben wird“, so der zuständige Projektleiter Jürgen Gerhardt. Bosch-Chef Volkmar Denner gibt an, dass bis 2030 bis zu 20 Prozent aller Elektrofahrzeuge mit Brennstoffzellen unterwegs sein könnten. Die aktuell hohen Kosten (etwa das Dreifache eines Dieselmotors) will der Zulieferer mit höheren Stückzahlen senken, ein Potenzial nannte Bosch aber nicht. Zudem würde die „zu erwartende höhere CO2-Bepreisung“ die Kosten für Diesel-Lkw steigen lassen.

Der Stack kommt nicht von Bosch selbst, sondern vom schwedischen Brennstoffzellen-Spezialisten Powercell. Die Kooperation besteht seit April 2019, im November hat sich der schwäbische Zulieferer auch finanziell an dem schwedischen Unternehmen beteiligt.

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Die von Bosch und Powercell entwickelte Technologie ist auch auf Autos übertragbar, hier gibt es dem Bosch-Chef zufolge ebenfalls einen ersten Kunden. „Nicht für das gesamte System, aber für Komponenten“, so Denner. Den Namen des Pkw-Kunden nannte er aber nicht. Volkswagen wird es sicher nicht sein – jüngst hatte VW-Chef Herbert Diess vor Konzern-Führungskräften gesagt, dass die Brennstoffzelle „auf einen absehbaren Zeithorizont von mindestens einem Jahrzehnt keine Alternative für Pkw-Motoren“ sei. Man fahre das Thema „auf Grundlevel“.

Trotz der neuen Brennstoffzellen-Kunden bekommt der Bosch (als einer der wenigen globalen Autozulieferer noch als GmbH und nicht als Aktiengesellschaft organisiert) die weltweit sinkende Autoproduktion und die rückläufige Diesel-Nachfrage zu spüren – hinzu kommen schwächere Märkte in China und Indien sowie die Kosten für die Restrukturierung der Mobilitätssparte. Im Bereich Mobility Solutions stagnierte der Umsatz 2019 bei 47 Milliarden Euro, konzernweit bei knapp 78 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sank von 5,3 auf 3 Milliarden Euro. „In Anbetracht der Lage um uns herum können wir damit zufrieden sein“, sagte Denner. „Trotz der herausfordernden wirtschaftlichen Lage investieren wir weiter in wichtige Wachstumsfelder.“ In der Mitteilung zu den Geschäftszahlen gibt Bosch an, in diesem Jahr „allein für die Elektromobilität, einschließlich der Brennstoffzelle“ 500 Millionen Euro aufzuwenden.

Einer Batteriezellproduktion hatte Denner schon früher eine Absage erteilt. Mit der komplexeren Brennstoffzellen-Technologie will sich der Zulieferer nicht nur abheben, sondern auch Arbeitsplätze sichern. Wegen der sinkenden Nachfrage steht die Beschäftigung an einigen von Verbrenner-Technologie abhängigen Standorten in Frage. Aus diesem Grund hat der Konzern genau an diesen Standorten, unter anderem Stuttgart-Feuerbach, die Wasserstoff-Projekte angesiedelt. Dennoch fallen an deutschen Standorten über 3.000 Stellen weg.
handelsblatt.com, automobilwoche.de, bosch-presse.com (Geschäftszahlen 2019)

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