14.06.2021 - 14:01

Madrid: Taxiverband führt 1.000 H2-Pkw bis 2026 ein

Der Taxiverband Federación Profesional del Taxi de Madrid (FPTM) will in der spanischen Hauptstadt bis zum Jahr 2026 sukzessive mindestens 1.000 Verbrenner- durch Wasserstoff-Taxis ersetzen und mithilfe von Partnern die entsprechende Infrastruktur für die Erzeugung von und die Betankung mit Wasserstoff aufbauen.

Die ersten H2-Taxis sollen ab 2022 in Madrid unterwegs sein. Bei dem Projekt, das voraussichtlich Investitionen in Höhe von gut 100 Millionen Euro erfordert, kooperiert FPTM mit Toyota, Madrileña Red de Gas, Fotowatio Renewable Ventures (FRV), der Grupo Ruiz und PwC. Angesichts des Engagements von Toyota im Kreise der Kooperationspartner wird es sich bei den H2-Pkw um Exemplare des Mirai handeln.

Dem madrilenischen Berufsverband der professionellen Taxifahrer schwebt vor, seinen Mitgliedern die Anschaffung der H2-Taxis durch ein innovatives „As-a-Service“-Geschäftsmodell schmackhaft zu machen, das den Fahrern die Anfangsinvestitionen abnimmt und ihnen ermöglicht, „das Wasserstoff-Fahrzeug gegenüber herkömmlichen Technologien zu wettbewerbsfähigen Kosten“ zu nutzen. Genauer geht der Verband auf das Mietmodell nicht ein. Grundsätzlich bezeichnet der Verband H2-Fahrzeuge als „perfekte Lösung für Taxi-Profis, da sie die Arbeitsweise nicht verändern“: Der Mirai biete eine ähnliche Reichweite und Betankungszeit wie ein Verbrennerfahrzeug.

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Das Projekt dürfte nach Schätzungen der Beteiligten eine Investition in Höhe von über eine 100 Millionen Euro zur Entwicklung der Infrastruktur und zur Anschaffung der Fahrzeuge benötigen. Für die Planung und den Aufbau der H2-Produktions- und Betankungsinfrastruktur sind die Energieunternehmen Madrileña Red de Gas und Fotowatio Renewable Ventures (FRV) zuständig. Hergestellt werden soll grüner Wasserstoff – und zwar via eines 10-MW-Elektrolyseurs, der von einer 20-MW-Photovoltaikanlage gespeist wird. Beide Einrichtungen werden in Madrid angesiedelt und sind potenziell erweiterbar.

Die Spanier sind mit ihren Ambitionen derweil nicht allein: Auch in der französischen Hauptstadt Paris gibt es ein groß angelegtes Projekt zur Einführung von Wasserstoff-Taxis, bei dem Diesel-Fahrzeuge durch 600 Toyota Mirai ersetzt werden sollen. Erst kürzlich ist der Energiekonzern Total beim entsprechenden Pariser Joint Venture HysetCo eingestiegen.
forococheselectricos.com, fptaximadrid.es (beide Links auf Spanisch)

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9 Kommentare zu “Madrid: Taxiverband führt 1.000 H2-Pkw bis 2026 ein

  1. Max

    Wenn das mal kein Reinfall wird. Ich vermute, dass viele Unternehmen wegen der geringeren Anschaffungs- und Betriebskosten lieber BEVs einsetzen werden.

    • ganzjahresreichweite

      Wieso sind die Anschaffungskosten bei einem Taxi mit vielen 100km Reihweite und Schnellbetankung mit einem BEV besser?

    • David

      Richtig, was soll das? Komplexe, raumgreifende und teure Technik mit ungewisser Zuverlässigkeit im Dauerbetrieb, wobei man nichts sparen kann.

      Die Betriebskosten treten bei einem Taxi gegenüber den sonstigen Kosten deutlich zurück. Eine 8-Stunden-Schicht kostet den Unternehmer ca. 100€ Personalkosten mit Sozialkosten für den Fahrer, 40€ für die Fahrtenvermittlung, 16€ Wertverlust und Wartung des Autos, aber eben nur 16€ für Dieselkraftstoff. Da reden wir also von unter 10% der Kosten. Was soll man da sparen?

      Daher werden Taxifahrer auf BEV umsteigen, wenn die preiswert und zuverlässig sind. Weil man vermutlich in nicht ferner Zeit nur noch elektrisch in die Städte fahren darf. Sonst würden sie auch das nicht machen. Sieht man an den Toyota Hybrid-Taxen. Haben sich nie durchgesetzt aus gleichem Grund.

  2. Sebastian

    technisch betrachtet der absolute overkill… 20 MW PV Leistung um paar lustige Autos mit tollem Wasserstoff zu beglücken… ich möchte wissen das die jährliche UVV kostet für die Tankstelle und den Autos… ein Traum vor dem Herrn..

    mit den 100 Mio. Investment hätte man Madrid mit Ladesäulen zupflastern können.

    • Ganzjahresreichweite

      Sie vergessen die Energie zur Herstellung der Akkus (-25% Effizienz über Zyklus) und das heizen des Fahrgastraumes (-15% über Zyklus). Ein Taxi dürfte auch viel Schnelladen benötigen (-10% über Zyklus). Die Alterung des BEV wird mit 70% Rest-Kapazität angesetzt bei einem Tesla. Bei einem Mirai sind es 90% power end of life. HP supercharger kosten übrigens 90T€. Ich denke , die Madrider Taxifahrer können gut rechnen und haben sich für FCEV entschieden.

  3. Driver

    Warum günstig und effizient, wenn es teuer und ineffizient auch geht 😉

    • GOEI

      Alles eine Frage der Kosten:

      20 kWh/100 km x 0,70 € pro kWh am Schnelllader = 14 €/100 km -> Tendenz steigend
      1,0 kg/100 km H2 x 9,50 pro kg (sozusagen auch am Schnelllader mit 3-5 Min) = 9,50 € / 100 km -> Tendenz fallend

  4. Djebasch

    Mhm also wenn man bis 2026 fertig sein will , wird es bis dahin auf jedenfall schneller Ladende E Autos geben die wesentlich günstiger sind…
    Hoffentlich bekommen die Firmen reichlich Rabatt sonst wird das ganze am Ende ein Fass ohne Boden…

  5. Hans Herbert

    1.000 H2-Taxis für Madrid sind 1.000 H2-Taxis für die Fossil-Industrie, wie man es auch dreht und wendet. Denn von den zur Verfügung gestellten grünen Energien werden 2/3 durch die H2-Technik (nutzlos) verspeist. Damit entwertet der Vorgang die erneuerbaren Energien insgesamt. Gerade in den Städten sollte der Einsatz von BEVs kein Problem darstellen.

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14.06.2021 14:43