07.09.2021 - 12:22

Britishvolt: Start der Vorarbeiten für Zellfabrik in Blyth

Die Vorarbeiten für die Batteriezellfabrik von Britishvolt in der nordenglischen Grafschaft Northumberland haben begonnen. Die eigentliche Errichtung der Produktionsstätte soll im Spätherbst bzw. Frühwinter dieses Jahres erfolgen. Die Baugenehmigung für das Großprojekt datiert vom 6. Juli 2021.

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Konkret hat Britishvolt seinen Baupartner ISG mit den Vorarbeiten beauftragt. In diesem Zuge werden das Gelände geräumt und vorbereitende Schritte für die Versorgung und Infrastruktur der Baustelle unternommen. Die Baugenehmigung für die Zellenfabrik erteilte das Northumberland County Council vor einigen Wochen einstimmig. Das Projekt in Blyth soll in drei Phasen mit je zehn GWh gebaut werden, Ende 2027 soll die volle Kapazität von 30 GWh erreicht werden.

Britishvolt bezeichnet den Auftakt der Vorarbeiten als „weiteren Meilenstein auf unserem Weg zum Bau der ersten britischen Gigaplant“. Zu den geplanten Zellen äußert Projektdirektor Richard McDonell, dass es sich um besonders nachhaltig hergestellte Batteriezellen handeln soll. Welche Zellchemie und -Gormate in Blyth gebaut werden sollen, ist noch nicht bekannt – eine kobaltfreie Zellchemie wird es angesichts eines kürzlich geschlossenen Glencore-Deals aber wohl nicht sein. In einer früheren Mitteilung präzisierte Britishvolt noch, dass es sich „hauptsächlich“ um Zellen zum Einsatz in der Autoindustrie handeln wird.

Entstehen wird die Produktionsstätte in Blyth auf dem 95 Hektar großen, ehemaligen Standort des Kraftwerks der Stadt. Der Fertigungsstart ist der aktuellen Mitteilung von Britishvolt zufolge nach wie vor für 2023 geplant. Vollständig hochgefahren soll das Werk rund 3.000 direkte Arbeitsplätze und weitere 5.000 in den zugehörigen Lieferketten schaffen.

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Und um noch einmal auf die Nachhaltigkeit im Produktionsprozess zu sprechen zu kommen: In einer früheren Mitteilung kündigte Britishvolt an, zum Betrieb des Werks auf erneuerbare Energien zurückgreifen zu wollen. Geprüft werden soll unter anderem die Nutzung von norwegischer Wasserkraft über die im Bau befindliche Nordsee-Verbindung NSN Link. Als Ausgangspunkt der Seekabel dient auf britischer Seite nämlich die Küstenstadt Blyth. Einen neuen Stand zur Prüfung dieser Option nennt Britishvolt in seiner aktuellen Mitteilung allerdings nicht. Fakt ist dagegen, dass die Briten für die Produktionstechnik sowie Design- und Simulationswerkzeuge auf Siemens vertraut.

Großbritannien ist bekanntlich stark darauf bestrebt, eine eigene Batteriezellenfertigung auf der Insel hochzufahren. Laut einem Bericht des „Guardian“ von Mitte Juni soll sich die Regierung aktiv eingeschaltet haben und Gespräche mit sechs Unternehmen führen bzw. geführt haben. In den jüngsten Monaten gab es immer mal wieder Berichte zu Bemühungen auf diesem Feld. So soll am britischen Nissan-Werk in Sunderland eine Fabrik für Elektroauto-Batterien entstehen, die vom chinesischen Batteriehersteller Envision AESC betrieben wird. Sie ist dazu gedacht, die bestehende AESC-Anlage vor Ort mit ihrer Kapazität von aktuell 1,9 GWh jährlich (gebaut werden Zellen u.a. für das 40-kWh-Pack des Nissan Leaf) zu ergänzen. Die Rede ist von einer Vervierfachung der Produktion bis 2024.

Eine weitere „Gigafactory“ dürfte wie berichtet am Flughafen der Industriestadt Coventry aufgebaut werden. Hierfür laufen dem neuen Bericht von „The Guardian“ zufolge Gespräche mit InoBat Auto. Mitte Juli wurde der Bauantrag für das Großprojekt eingereicht.

Update 01.11.2021: Britishvolt kann offenbar mit einer Förderung der britischen Regierung in Höhe von 200 Millionen bis 250 Millionen Pfund (rund 236 bis 295 Millionen Euro) rechnen. Das berichtet die „Financial Times“ unter Berufung auf Insider. Eine endgültige Förderzusage könnte „innerhalb von Wochen“ erfolgen. Zudem befindet sich Britishvolt dem Bericht zufolge in fortgeschrittenen Gesprächen mit mehreren potenziellen Kunden für seine Batteriezellen, darunter Stellantis, Arrival, Tevva Motors und Lion Electric.
britishvolt.com, ft.com (Update)

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