10.09.2021 - 12:57

UK: Recycling-Initiative von Johnson Matthey und OnTo

zellen-batterie-symbolbild

Der britische Chemiekonzern Johnson Matthey kooperiert mit OnTo Technology, einem Entwickler von Batterie-Recyclinglösungen. Ziel der Partnerschaft ist es, das von OnTo patentierte Recyclingverfahren „Cathode Healing“ weiterzuentwickeln. Im Fokus stehen dabei Batterieabfälle, die bereits bei der Produktion anfallen.

In die Zusammenarbeit zwischen Johnson Matthey und OnTo ist auch das im Juli in Coventry eröffnete UK Battery Industrialisation Centre (UKBIC) involviert. Außerdem erhalten die Partner finanzielle Unterstützung vonseiten der britischen Regierung. Kern von OnTos Ansatz ist das sogenannte „direkte Kathodenrecycling“, in dessen Zuge „wertvolle Elektrodenbeschichtungen aus Batterieproduktionsabfällen“ zurückgewonnen werden können. Das patentierte Verfahren soll das Beschichtungsmaterial derart aufbereiten können, dass es sich für die Herstellung neuer Batterien eignet.

„Wir freuen uns, mit Johnson Matthey und UKBIC zusammenzuarbeiten, um das Potenzial des direkten Kathodenrecyclings zu erschließen“, sagt Steven Sloop, Präsident von OnTo Technology. Er sei zuversichtlich, dass es mit den kombinierten Fähigkeiten aller drei Akteure gelingen wird, „ein praktikables Verfahren zu entwickeln, das für die Batteriehersteller ein überzeugendes wirtschaftliches Angebot darstellt“.

Johnson Matthey zitiert unterdessen eine Bloomberg-Studie, wonach sich die Produktion von Lithium-Ionen-Batterien für Elektrofahrzeuge in Europa von 82 GWh/Jahr auf 934 GWh/Jahr im Jahr 2030 mehr als verzehnfachen dürfte. Da die Ausschussrate bei der Produktion in der Regel fünf bis zehn Prozent betrage, stelle das Recycling wichtiger Rohstoffe aus Produktionsabfällen eine bedeutende Möglichkeit dar, effiziente und kreislauffähige Fertigungstechnologien auf dem Weg zu einer Netto-Null-Zukunft voranzutreiben, teilt der Konzern mit.

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Im April dieses Jahres hatte Johnson Matthey bereits eine Vereinbarung mit Stena Recycling geschlossen, um in Europa eine effiziente Wertschöpfungskette für das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien und Batteriezellen-Materialien zu entwickeln. Die Aufgabenteilung: Der Recycling- und Entsorgungsexperte Stena führt derzeit Einrichtungen und Verfahren ein, um die Materialien aus den Batterien zur weiteren Raffination zu extrahieren. Chemiekonzern Johnson Matthey wird dann diese Raffination übernehmen und entwickelt hierfür die notwendigen Prozesse.

Die Briten sind aber auch im Primärrohstoff-Batteriemarkt aktiv: So kündigte der Konzern ebenfalls im April die Errichtung einer neuen Fabrik für die Produktion seiner nickelreichen eLNO-Kathodenmaterialien an. Diese wird im Rahmen einer strategischen Partnerschaft mit der Finnish Minerals Group (FMG) in Finnland entstehen. Das Werk soll die Produktion im zentralpolnischen Konin ergänzen. Parallel zur Ankündigung des Werksbaus im finnischen Vaasa machte der Chemiekonzern im Frühjahr zudem publik, Verträge zur langfristigen Versorgung mit Rohstoffen für die Herstellung von Batteriematerialien mit Nornickel und SQM geschlossen zu haben.
matthey.com

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