11.11.2021 - 10:57

Johnson Matthey zieht sich aus Batteriematerialien-Geschäft zurück

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Der britische Chemiekonzern Johnson Matthey hat überraschend seinen Rückzug aus dem Geschäft mit Batteriematerialien für die Autoindustrie verkündet. Zur Begründung für diese Entscheidung führt Johnson Matthey unter anderem die wachsende Konkurrenz an.

Man sei zu dem Schluss gekommen, dass „die potenziellen Renditen aus unserem Geschäft mit Batteriematerialien nicht ausreichen werden, um weitere Investitionen zu rechtfertigen“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Der Konzern wolle deshalb sein Geschäft mit Batteriematerialien ganz oder teilweise verkaufen. Der Entschluss sei „nach einer detaillierten Überprüfung und vor dem Erreichen einer Reihe von kritischen Investitions-Meilensteinen“ gefällt worden. Nun, wo der Entschluss steht, will Johnson Matthey „zügig handeln, um das beste Ergebnis für alle unsere Interessengruppen zu erzielen“, man beabsichtige, so bald wie möglich eine weitere Ankündigung zu machen.

Johnson Matthey arbeitete über mehrere Jahre an der Kommerzialisierung einer Reihe von Kathodenmaterialien mit hohem Nickelgehalt – hauptsächlich für die Automobilindustrie. Noch im April kündigten die Briten an, eine neue Fabrik für die Produktion seiner nickelreichen eLNO-Kathodenmaterialien in Finnland errichten zu wollen. Diese soll im Rahmen einer strategischen Partnerschaft mit der Finnish Minerals Group (FMG) in Finnland entstehen.

Der Bau der neuen Anlage, die auf einen jährlichen Output von 30.000 Tonnen Kathodenmaterial ausgelegt sei, solle noch in diesem Jahr beginnen, hieß es im Frühjahr. Und: Das Werk werde die Produktion im zentralpolnischen Konin ergänzen, wo Johnson Matthey 2019 ebenfalls den Bau einer Fertigungsstätte für Kathodenmaterialien eingeläutet hat. Parallel zur Ankündigung des Werksbaus im finnischen Vaasa machte der Chemiekonzern im April zudem publik, Verträge zur langfristigen Versorgung mit Rohstoffen für die Herstellung von Batteriematerialien mit Nornickel und SQM geschlossen zu haben.

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Johnson Matthey schreibt zwar, dass die Nachfrage nach Batteriematerialien steige, aber auch der Wettbewerb durch alternative Technologien und andere Hersteller zunehme. In den letzten Monaten, in denen man strategische Partnerschaften sondiert habe, „wurde auch deutlich, dass unsere Kapitalintensität im Vergleich zu anderen etablierten Großproduzenten mit niedrigen Kosten zu hoch ist“.

Andere Wachstumsfelder will JM dagegen weiter beackern, etwa in den Bereichen Wasserstofftechnologie, Kreislaufwirtschaft und Dekarbonisierung der chemischen Wertschöpfungskette. Zu den Recycling-Initiativen des britischen Chemiekonzerns gehören etwa Kooperation mit OnTo Technology und mit Stena Recycling – beides Entwickler von Batterie-Recyclinglösungen.
matthey.com

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2 Kommentare zu “Johnson Matthey zieht sich aus Batteriematerialien-Geschäft zurück

  1. John

    Normalerweise gehen doch die Materialkosten von Batterien gegen null wenn das Volumen stimmt? Dann kann man doch auch jede Batterie mit einer Profitmarge verkaufen?
    Oder sollte es doch ein Kostenlimit für Batterien geben. Dabei werden die BEV Herstellungskosten und damit die Profitmargenn aktuell noch über Förderung massiv subventioniert!
    Und trotzdem steigt ein JM aus?

  2. Schillerlocke

    „Like a Bosch“

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11.11.2021 10:18