17.12.2021 - 09:20

Rivian baut zweites US-Werk in Georgia

Rivian hat den Standort für sein geplantes zweites US-Werk festgelegt: Es wird östlich von Atlanta im Bundesstaat Georgia entstehen und im Endausbau bis zu 400.000 Elektrofahrzeuge pro Jahr produzieren können. Der Baubeginn ist für den Sommer 2022 geplant und der Produktionsstart für 2024.

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Die Anlage soll in den Countys Morgan und Walton liegen, dort sei ein „kohlenstoffbewusster Campus“ geplant, wie das Unternehmen mitteilt. In der Mitteilung ist allerdings nur von einer Fahrzeugproduktion mit bis zu 400.000 Einheiten pro Jahr die Rede. Im Sommer gab es noch Gerüchte, wonach Rivian eine kombinierte Fahrzeug- und Batteriezell-Produktion plane. Letztere wird nicht explizit ausgeschlossen, aber auch nicht angekündigt.

Allerdings lagen auch die Gerüchte hinsichtlich des Standortes falsch. Lange Zeit galt die Stadt Mesa im Bundesstaat Arizona als Favorit, auch Fort Worth in Texas hat sich um das Rivian-Werk bemüht.

Das Unternehmen will nun in Georgia bis zu fünf Milliarden Dollar (rund 4,4 Milliarden Euro) n das Projekt investieren – nicht nur in Gebäude und Produktionsanlagen, sondern auch in die Standortentwicklung. Dabei soll auch die Umweltverträglichkeit, eine eigene Erzeugung erneuerbarer Energien und Grünanlagen eine Rolle spielen. Laut Rivian soll das 2.000 Hektar große Grundstück auch „reichlich Naturraum“ umfassen.

Ob und in welchem Umfang das Unternehmen Förderungen und Steuererleichterungen erhält, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Gründe für die Standortentscheidung seien neben der Logistik auch die Verfügbarkeit von sauberer Energie sowie von potenziellen Mitarbeitern gewesen – bis zu 7.500 Menschen will Rivian vor Ort beschäftigen.

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„Wir freuen uns, dass Einwohner von Georgia ihre Kreativität und Ideen in Rivian einbringen“, sagt Helen Russell, Chief People Officer von Rivian. „Wir sind zuversichtlich, dass Georgia neben Illinois der Ort für Rivian ist, um weiter zu wachsen und zu gedeihen.“ Das Werk soll laut Russell „unsere nächste Generation von Produkten“ herstellen. Welche das sind, gab die Managerin nicht an – das Unternehmen hatte sich wie berichtet bereits einige Namensrechte gesichert.

Auch für das derzeit einzige Werk in Normal, Illinois, kündigt Rivian in der Mitteilung eine Erweiterung an. Man habe die Genehmigung für eine 623.000 Quadratfuß große Erweiterung erhalten, womit die Gesamtfläche auf über vier Millionen Quadratfuß steige. Das wäre eine Erweiterung um knapp 58.000 Quadratmeter auf etwas über 370.000 Quadratmeter. Die zusätzlichen Flächen sollen für Lager- und Produktionskapazitäten genutzt werden.

Auch in seinem erstmals veröffentlichten Shareholder Report nach dem Börsengang bestätigt Rivian die Erweiterung in Illinois: Die Produktionskapazität des ersten Werks soll von 150.000 auf 200.000 Fahrzeuge jährlich gesteigert werden. Vom R1T sind bekanntlich die ersten Fahrzeuge ausgeliefert. Insgesamt liegen wohl 71.000 Vorbestellungen vor, Rivian spricht hier allerdings nur von dem R1 – nach dem E-Pickup R1T und dem E-SUV R1S wird nicht weiter aufgeschlüsselt.

Zu seinem geplanten Europa-Werk äußert sich Rivian in der Mitteilung zum zweiten US-Werk nicht. Im Rennen sind ein Standort in Großbritannien südlich von Bristol und die Niederlande, wo Rivian das bestehende Werk von VDL Nedcar übernehmen könnte. Aktuell scheint es so, als ob die Niederlande vorne liegen: Das US-Startup Canoo, das bereits eine Auftragsfertigung bei VDL Nedcar platziert hatte, gab in dieser Woche bekannt, sein Lifestyle Vehicle nicht dort bauen zu lassen. Schon Anfang des Monats teilte Canoo gegenüber der US-Börsenaufsicht mit, dass man „aufgrund der Entwicklungen bei VDL Nedcar derzeit nicht davon ausgeht, mit VDL Nedcar eine endgültige Rahmenvereinbarung bzw. Vereinbarung für die Auftragsfertigung abzuschließen“.

Update 03.05.2022: Der Elektroauto-Hersteller Rivian kann für sein im Dezember angekündigtes zweites US-Werk im Bundesstaat Georgia mit Förderungen und Steuererleichterungen in Höhe von insgesamt 1,5 Milliarden US-Dollar (1,43 Milliarden Euro) rechnen, wie nun bekannt gegeben wurde.

Das Werk, in das Rivian rund 5 Milliarden Dollar investiert, wird voraussichtlich rund 7.500 Mitarbeiter beschäftigen und soll Ende 2024 eröffnet werden. Gemäß der Vereinbarung mit dem Staat Georgia hat Rivian bis Ende 2028 Zeit, das Ziel von 7.500 Arbeitsplätzen und das Investitionsziel von 5 Milliarden US-Dollar zu erreichen – nur dann kann das Unternehen den vollen Betrag an Anreizen und Steuereinsparungen erhalten.
rivian.com (Mitteilung zum Werk), rivian.com (Shareholder Report als PDF), reuters.com, georgia.org (beide Update)

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