07.01.2022 - 09:12

Stellantis bietet Pkw-Vans nur noch mit E-Antrieb an

Die Stellantis-Marken Opel, Citroën und Peugeot bieten die Pkw-Versionen ihrer Transporter-Modelle jetzt nur noch mit reinem Elektroantrieb an. Bei Opel können Kunden die Modelle Combo Life, Vivaro Combi und Zafira Life ab sofort ausschließlich als BEV bestellen. Bei Citroën gilt dies für den Berlingo Pkw und SpaceTourer und bei Peugeot für den Rifter, Traveller und Expert Kombi.

Die bisher ebenfalls erhältlichen Antriebsversionen mit Verbrennungsmotor fallen bei den Pkw-Modellen somit aus dem Programm, wie die drei Stellantis-Marken mitteilen. Bei den Nutzfahrzeug-Versionen, die etwa von Handwerkern oder Lieferdiensten eingesetzt werden, bleibt der Diesel noch im Programm – wie lange noch, ist aber nicht bekannt.

„Zur Elektrifizierung gibt es keine Alternative“, sagt etwa Opel-Chef Uwe Hochgeschurtz. „Opel wird künftig noch stärker durch umweltfreundliche Innovationen punkten. Und was uns den schnellen Wandel noch einmal sehr deutlich vor Augen führt: Ab 2024 gibt es ausnahmslos jedes Opel-Modell auch elektrifiziert – sprich: auch die Nachfolger von Crossland und Insignia.“ Hochgeschurtz bekräftigt zudem das bereits unter seinem Vorgänger Michael Lohscheller festgelegte Ziel, dass Opel ab 2028 in Europa nur noch Batterie-elektrische Autos verkaufen wird.

Bei Peugeot kommt in der Mitteilung sogar Global CEO Linda Jackson zu Wort. „Im Jahr 2021 war jedes sechste von Peugeot in Europa verkaufte Fahrzeug elektrifiziert, im November war es bereits jedes fünfte Fahrzeug von Peugeot“, so die Managerin. „Das zeigt, dass wir bei Peugeot das richtige Angebot für unsere Kundinnen und Kunden haben und dass die Nachfrage nach elektrifizierten Fahrzeugen konstant stark wächst.“

Bei Citroën heißt es: „Als Pionier im Hochdachkombi- und Van-Segment stellt Citroën sein Angebot auf eine zukunftsweisende Antriebsart um, die es den Kunden ermöglicht, sich weiterhin ohne Beschränkungen und mit niedrigen Betriebskosten fortzubewegen und gleichzeitig von der Geräumigkeit und Praktikabilität dieser beiden Modelle zu profitieren.“

– ANZEIGE –

Alle der genannten Modelle nutzen bekanntlich die EMP2-Basis, die noch zu PSA-Zeiten entwickelt wurde. Der 100 kW starke E-Motor wird von Vitesco Technologies zugeliefert. In den Hochdach-Kombis – hier ist unser Fahrbericht zu den Opel-Ablegern – wird der E-Motor ausschließlich mit einer 50 kWh großen Batterie kombiniert, bei den Kleinbussen – hier ist unser Fahrbericht zum Opel Zafira-e Life – sind für die Varianten mit längerem Radstand optional auch 75 kWh erhältlich.

Für die Nutzfahrzeug-Versionen der Kleinbusse bietet Stellantis inzwischen auch einen elektrischen Antrieb mit Brennstoffzelle an. Dieser Antrieb wird in den Mitteilungen zu den Pkw-Modellen nicht erwähnt, es gab bisher auch keine Aussagen, wonach der FCEV-Antrieb auch in den Pkw-Modellen für Privatkunden angeboten werden soll.

Die Umstellung auf reine E-Antriebe ist bisher nur für Opel, Peugeot und Citroën bestätigt. Der Kleinbus wird aber auch als Toyota Proace Verso Electric und bald auch als Fiat Ulysse angeboten. Ob auch hier die Umstellung auf einen reinen E-Antrieb vollzogen wird, ist noch nicht bekannt.
stellantis.com (Opel), stellantis.com (Citroën), stellantis.com (Peugeot)

– ANZEIGE –

e-mobil-BW-connects

Stellenanzeigen

Key Account Manager (m/w/d) eMobility

Zum Angebot

Sales Manager:in Hospitality (m/w/d)

Zum Angebot

Solutions Sales Manager E-Mobilität (m/w/d)

Zum Angebot

20 Kommentare zu “Stellantis bietet Pkw-Vans nur noch mit E-Antrieb an

  1. notting

    Gerade bei diesen Modellen ist aber noch viel Luft nach oben, was Reichweite und Ladegeschwindigkeit angeht, um wirklich familienfreundlich zu sein. Gerade mit Kindern an Bord kann man nicht immer genau da halten wo es ladetechn. am optimalsten wäre.

    notting

    • Simon Saag

      Da stimme ich voll und ganz zu. Dass man alle 200km eine Pause macht, ist mit Kindern oder Hund ganz normal und auch kein Problem. Wenn die Pause zwangsweise aber jedes Mal 45min dauert, nervt das. Und falls man doch mal alleine unterwegs ist und auf Dienstreise einfach vorankommen will, stört es noch mehr.

      Wir hatten zwischenzeitlich mal den Zafira in der engeren Wahl für das nächste Auto. Der hohe Preis und eben die nicht nur langen, sondern auch zwangsläufig häufigen Ladepausen haben am Ende gegen ihn gesprochen.

      Jetzt wird es wohl oder übel ein E-SUV. Hat sogar eine kleinere Batterie, mehr Reichweite und lädt schneller. Dem haftet zwar der schlechte Ruf an, aber der Zafira verbraucht ungleich mehr!

      • Jakob Sperling

        Bei solchen Vans spielt die Geschwindigkeit eine sehr grosse Rolle für die Reichweite.
        Ich habe dieses Fahrzeug mit Diesel-Motor (Pössl Campster). Wenn ich häufig auf Autobahnen mit 120 fahre, komme ich etwa 950km weit, wenn ich primär auf französischen National- und Landstrassen mit 90-100 fahre, komme ich 1150km weit.
        Wenn es Ihnen möglich ist, meist gemütlich zu fahren, können Sie eine Reichweite über dem WLTP-Wert erreichen.

        Für mich ideal wäre eine relativ kleine Batterie für 150-200km (Lokalverkehr, nachts aufladen) und ein Wasserstoff-Range-Extender für n mal 400-500km, den ich den Schnellstrassen entlang aufladen kann.

        • Simon Saag

          Ich weiß um den Einfluss der Geschwindigkeit. Wir sind den Zafira Probe gefahren, das war meist so im Bereich 100-110km/h. Viel schneller geht ja eh nicht. Beim Auto und meistens beim Verkehr. Bei dem großen Innenraum ist auch die Temperatur und der Energiebedarf für das Heizen wichtig. Auch da ist das E-SUV effizienter, so blöd es klingt. Da wir den Extra-Platz des Vans nicht gebraucht hatten, war die Entscheidung klar. Wer den Platz braucht (zB ihren Camper) hat nur wenige Alternativen.

          Das Problem ist ja: Die prozentualen Einsparungen bei geringerem Tempo sind so hoch, wie Sie schreiben. Nur macht das beim Zafira-e eben nicht den Unterschied von 200 Kilometern wie beim Diesel aus, sondern ob ich 200 oder 230 Kilometer weit komme. Das ist immer noch zu wenig, wenn ich dann 45min stehen muss.

          Und die 200 km Real-Reichweite auf der Autobahn sind ja schon mit der großen 75-kWh-Batterie. Der kleine Akku kommt ja nur in der Norm 220km weit. Wenn Sie also 150-200km mit der Batterie fahren wollen, ist die nicht „relativ klein“, sondern 75 kWh groß. Da passen nicht noch Wasserstoff-Tanks für 500km in den Unterboden, der ist schon voll!

          Die Nfz-Versionen gibt es ja schon mit Brennstoffzelle. Die Tanks im Unterboden bringen 350-400km. Dann war aber im Vorderwagen nur noch Platz für eine PHEV-Batterie, die reicht im Winter für keine 30km…

          Ich finde das echt schade, denn solche Vans fahren sich mit dem Drehmoment und leisen Antrieb so viel besser wie ein Diesel. Wir sind auch den EQV Probe gefahren. Beim Komfort ein Traum. Aber leider auch preislich in der Region Traumwagen. Und da würde mir dann doch was anderes als Traumwagen vorschweben als ein 5-Meter-Van 🙂

          • Doc Heisenberg

            Ich würde statt einem SUV, so was braucht eigentlich keiner, mal einen Polestar Probe fahren. Wenn msn die 400 PS nicht braucht kann man auch das jetzt erhältliche Modell mit einem Motor nehmen. Gut 400 km Reichweite (im Sommer), richtig schnell geladen. Top Design und Verarbeitung, richtig viel Platz und ausstattungsbereinigt halb so teuer wie ein Audi oder Mercedes. Bin vorher Audi Q3 und S8 gefahren, würde nicht gegen den P2 tauschen. Habe schon den zweiten.

          • Simon Saag

            @Doc Heisenberg: Polestar 2 Kombi oder Model 3 Kombi wären natürlich überlegenswerte Alternativen, wenn es sie geben würde. Der Limousinen Kofferraum mit abfallender Heckscheibe ist allerdings nicht für jeden was, zB für uns mit Hundebox. Und nein, weder ein MG5 noch ein Taycan Sport Turismo sind eine Überlegung wert, beide zu klein.

            Beim Polestar 2 kommt der doch recht enge Verbrenner-Innenraum dazu. Autos mit Kardantunnel möchte ich nicht mehr fahren. Zumal die Mittelkonsole vorne viel Platz nimmt. Ich saß mal in einem drin, ein Bekannter hat einen. Ordentliches Auto, wenn man nicht viel Platz braucht. Da E-Kombis rar sind, ist das SUV der beste Kompromiss. Wie ich oben geschrieben habe: Ein Kastenwagen/Kleinbus hat keinen schlechten Ruf, aber einen viel höheren Stromverbrauch bei vergleichbarem Ressourcenverbrauch wie ein SUV. Und nicht alles, was heute als SUV bezeichnet wird, ist ein BMW X7

        • Jürgen Wondzinski

          wo bitte findet man denn Wasserstoff-Tankstellen „entlang der Autobahn“? Außerhalb Deutschlands schon mal gleich gar nicht, daher für längere Urlaubsfahrten unbrauchbar. Der H² Hype ist schon längst tot, weil es in Europa ein rein deutsches Phänomen ist. Wir wollen ja „technologieoffen“ sein, blos nicht klar Stellung beziehen und die energetisch eindeutig beste Variante wählen. Gebt auch den Minderheiten eine Chance! 🙂

      • Sig

        E-Limousine wäre noch mal sparsamer, gerade bei Geschwindigkeiten über 80, und dagibt es ja auch schon preiswerte.

  2. Djebasch

    Also um einen ganzen Fahrzeugbereich auf E Mobilität umzustellen ist es noch zu früh zumindest wenn es um Hochdachkombi oder Vans geht.
    Eine Reichweite von 400KM ist minimum und eine Ladegeschwindigkeit von 100Kw pro Stunde auch.
    Davon sind diese Fahrzeuge aber noch weit entfernt.
    Man kann nur hoffen das Stellantis noch ein As im Ärmel hat sonst kann das nach hinten losgehen…

  3. Emobilitãtsberatung-berlin K.D. Schmitz

    Interessante Kommentare hier. Jetzt traut sich mal ein „großer“ Hersteller zu so einem Schritt, und niemand lobt diesen. Aufgrund meiner langen Tätigkeit in der Automobilbranche nehme ich solche Herstellerankündigungen erstmal immer etwas kritisch auf. Hintertüren haben sie genug, und wenn die Nachfrage nachlässt kommt ganz schnell die Rolle rückwärts. Die Reichweite ist sicherlich Innenstadt tauglich, da sind die Family-Vans ja auch meist unterwegs. Aber Urlaub, so sehen das hier die meisten wohl mit Recht, untaugliche Reichweite. Da braucht es bedeutend mehr, aber zu welschem Preis ist das möglich, ist eigentlich die Frage. Der Vergleich mit einem PKW oder SUV ist allerdings völlig untauglich.

    • Simon Saag

      Ich weiß, dass der Vergleich Kleinbus/Pkw hinkt. Aber wenn die Familie mit Platzbedarf so viel Geld zahlt oder fürs Leasing ausgibt, sollte es eben nicht nur das Auto für den Alltag sein, sondern auch für den Urlaub oder nur einen Wochenend-Ausflug. Wenn das mit einem E-Van nicht möglich ist, schaut man sich eben um, wo es geht. Und das wäre zurück zum Verbrenner-Van (no go) oder eben innerhalb der E-Welt bei den Pkw. Hinkt, ist aber der logische Schritt.

      Für Handwerker und Lieferdienste mit festem Einsatzgebiet reicht das. Aber für flexible Privatkunden eher nicht.

      • Axel P.

        Alle oben genannten „Probleme“ sind hinfällig, wenn man sich in Kürze für den neuen VW ID.Buzz entscheidet. Der wird bezahlbar und vor allem familien- und reisetauglich sein.

        • Simon Saag

          Sorry, aber das glaube ich erst, wenn ich die Preisliste kenne und erste Tests gesehen habe. Schon der Multivan ist seit Jahren kein günstiges Modell, auch im Vergleich zu den PSA-Vans. Das wird beim ID. Buzz nicht anders sein.

          Und die MEB-SUV sind nicht die sparsamsten Modelle auf dem Markt. In Ordnung, aber nicht Benchmark. Packt man den Antrieb in einen 5-Meter-Van mit entsprechendem Luftwiderstand, steigt der Verbrauch deutlich und die Reichweite sinkt. Kompensiert man das mit einer größeren Batterie, wird es teurer. Da muss ich mich wiederholen: Das wird beim ID. Buzz nicht anders sein.

          Ergänzend zum Kombi: Mercedes plant wohl in Zukunft ohne Kombi. Für alle, die es wegen Paywall nicht lesen können: 2025 erhält der CLA Shooting Brake keinen Nachfolger, ab 2030 gibt es auch bei C- und E-Klasse nach deren Modellwechsel kein T-Modell mehr.

          • Axel P.

            Der ID.Buzz wird irgendwo zwischen 40-50k in der Basisversion liegen, denn sonst würde man für ihn keine volle Förderung bekommen. Das wird VW sicherlich vermeiden wollen. Der cw-Wert wird keine Rekorde brechen, aber mit der 77 kW-Batterie (netto) und einer Ladeleistung von 125-135 kWh wird einiges kompensiert werden können. Außerdem wird das 2022er Modell als 5-Sitzer nicht länger als 4,70 m sein.

          • Simon Saag

            @Axel P.: Haben Sie da eine Quelle für oder ist das „sicherlich“ eine Vermutung? Man liest vieles, von um die 40.000€ Basispreis bis hin zu 55.000€.

            Kommt aber immer darauf an, was es für den Basispreis gibt. Carwow spekuliert beim ID. Buzz über Batterien von 48-111kWh. Sollte ein ID. Buzz für 40.000 Euro kommen, hätte er wohl die 48 oder 52 kWh-Batterie. Sorry, das taugt in einem so großen Auto nichts, siehe auch den „kleinen“ Zafira-e. Der günstigste ID.3 mit 77 kWh kostet 42.460€, der ID. Buzz wird da deutlich teurer sein. Wenn wir irgendwann von 111 kWh sprechen, um auf die bis zu 550 km Reichweite nach WLTP zu kommen (oder 300-350km real), steigt der Preis weiter. Premiere soll ja im März sein, ich lasse mich gerne positiv überraschen!

          • Simon Saag

            Und dann kommt bei VW ja auch noch die Ausstattung drauf. Es ist ja auch kein Problem, einen Zafira-e mit 75 kWh und etwas Ausstattung auf 70.000 bis 75.000€ BLP zu konfigurieren. Einen Opel mit real 200km Reichweite im Alltag!

            Lassen wir den ID. Buzz mit 77 kWh etwas besser sein weil moderner und reine E-Plattform. Also 200-250km real, mit Ausstattung 70.000 Euro vor und so 62.000 Euro nach Förderung. Das ist verdammt viel Geld für ein Auto, das alle 250km für 30min laden muss. Besser als der Zafira, da steht man alle 200km für 45min.

            Was ich noch anmerken will: Gute Diskussion unter diesem Artikel, so ein Austausch macht Spaß!

  4. Axel P.

    @Simon Saag Nach allem was man lesen kann, orientiert sich der ID.Buzz im Inneren und bei der Technik stark am ID.4 und der kostet mit dem 77kWh-Akku ca. 45k, also unter 40k netto. Ich glaube nicht, daß der Buzz darüber liegen wird.

    • Simon Saag

      Natürlich wird der Buzz darüber liegen. Schon mal einen T7 mit einem Tiguan oder Passat verglichen?

      Wie gesagt, ich lasse mich gerne überraschen. Aber ich glaube, dass in dem Fall Sie überrascht werden.

  5. Dieter Schleenstein

    Wer viel Platz braucht, sollte sich das MY ansehen. Platz genug und 575 km RW. Fängt übrigens mit 250 kW an zu laden, auch im Winter. Extras braucht man keine, das, was da drin sein wird, kriegt man auch nicht für viel Geld bei der Konkurrenz.

  6. Alex Dorow

    Tja… da bin ich dann wohl knapp zu spät gekommen. Wir wollten als siebenköpfige Familie unseren Fiat Scudo Bj. 2015 jetzt durch den neuen Scudo/Ulysse ersetzen. Aufgrund unseres Fahr- und Nutzungsprofils (täglich im Durchschnitt 300 – 400 km) noch mal als Diesel. Diese Entscheidung erspart uns Stellantis jetzt wohl. Ich warte jetzt noch ab, ob der frühe Dieselausstieg wirklich auch für Fiat gilt. Wenn nein, nehme ich noch einen ab. Wenn ja, wechseln wir halt zum Hyundai Staria mit Diesel. Wasserstoff käme für uns auch noch in Frage, wir haben drei Tankstellen in unserer täglichen Reichweite und für die zwei Fahrten pro Jahr ins Ausland nehmen wir halt noch unseren Verbrenner. Aber Reichweite und Ladezeiten der Batteriescooter sind bei fünf Schulkindern plus minutiösem täglichen Terminplan für uns schlicht indiskutabel. Sehr schade…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Gefunden bei electrive.net
https://www.electrive.net/2022/01/07/stellantis-bietet-pkw-vans-nur-noch-mit-e-antrieb-an/
07.01.2022 09:27