28.01.2022 - 09:36

TÜV-Report bescheinigt Smart Fortwo ED hohe Zuverlässigkeit

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Eine Sonderauswertung des TÜV-Reports liefert erste Ergebnisse zum Zustand von E-Autos der Modelle BMW i3, Renault Zoe, Smart Fortwo Electric Drive und Tesla Model S. Von den vier betrachteten E-Modellen schneidet der elektrische Smart Fortwo mit einer Mängelquote von 3,5 Prozent am besten ab.

Es folgen der BMW i3 mit einem Mängelschnitt von 4,7 Prozent und Renaults Zoe mit 5,7 Prozent. Am schlechtesten schneidet in dem Quartett das Tesla Model S ab. Mit einer Mängelquote von 10,7 Prozent fällt rund jedes zehnte Model S durch die erste Hauptuntersuchung.

Dabei geht es wie erwähnt um Auffälligkeiten bei der ersten Hauptuntersuchung nach drei Jahren – Aussagen zu älteren Modellen können daraus also nicht abgeleitet werden. „Bei der ersten Hauptuntersuchung von Elektrofahrzeugen gibt es Licht und Schatten. Das Ergebnis der Sicherheitsprüfung hängt wie bei anderen Antriebsarten vom jeweiligen Modell ab“, sagt Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands. Er verweist allerdings darauf, dass erstmals „ausreichend viele Elektroautos bei den TÜV-Prüfstellen vorgefahren“ seien, um eine „vorläufige Bewertung der technischen Sicherheit der Fahrzeuge“ vornehmen zu können.

Für den TÜV-Report 2022 wurden die insgesamt 9,6 Millionen Hauptuntersuchungen bei den TÜV-Organisationen ausgewertet, die von Juli 2020 bis Juni 2021 durchgeführt wurden. Die Zahl der Fahrzeuge, die dabei zum ersten Mal zur Hauptuntersuchung mussten (also das Verkaufsjahr 2017-2018), gibt der TÜV-Verband in der Mitteilung nicht an. Unter den zwei bis drei Jahre alten Fahrzeugen mit Verbrenner liegt der Anteil der Pkw mit „erheblichen Mängeln“ im Durchschnitt bei 4,7 Prozent. Autos mit erheblichen Mängeln fallen durch die Hauptuntersuchung und müssen nach der Reparatur erneut vorgeführt werden, bevor sie die HU-Plakette erhalten.

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Mit einer Mängelquote von 3,5 Prozent bei den zwei- bis dreijährigen Autos würde der Elektro-Smart bei den Verbrennern im ersten Drittel landen, der BMW i3 liegt mit seinen 4,7 Prozent exakt auf dem Schnitt dieser Altersklasse. Neben defektem Abblendlicht fallen beim i3 häufig Defekte an den Bremsscheiben auf. „Probleme mit den Bremskomponenten sind typisch für E-Fahrzeuge, da sie im Vergleich zu Verbrennern deutlich seltener benutzt werden und deshalb häufiger korrodieren“, sagt Bühler. Grund ist die Rekuperation – die Bremsscheiben werden selten genutzt. Der TÜV empfiehlt die regelmäßige Wartung der Bremsscheiben und die Bremsen bei jeder Fahrt zu betätigen.

Beim Renault Zoe zählen falsch eingestellte Scheinwerfer zu überdurchschnittlich häufigen Mängeln. Während sich die Scheinwerfer in der Werkstatt nachjustieren lassen, sind die Mängelerscheinungen an den Achsaufhängungen teurer. Beim Model S führt der TÜV neben Mängeln am Nebellicht und am Abblendlicht vor allem Probleme mit den Querlenkern an.

Zusätzlich zu den üblichen Punkten der Verbrenner werden bei Elektroautos zum Beispiel auch die Befestigung der Hochvolt-Batterie, der Zustand der Isolierungen sowie der Leitungen, Anschlüsse und Stecker überprüft. Sofern das Ladekabel vorhanden ist, wird das leichte Einstecken und Abziehen des Steckers vom Ladekabel geprüft. Kontrolliert wird auch die Funktion der Wegfahrsperre bei angeschlossenem Ladekabel. „Das Ladekabel selbst wird bisher nicht geprüft, weil es dafür keine Mitführpflicht gibt“, sagt Bühler. „Eine Mitführpflicht für Ladekabel müsste erst gesetzlich verankert werden, bevor diese bei der HU geprüft werden können.“ Die Batterie als eine der wichtigsten Komponenten von E-Autos wird aktuell lediglich einer sachverständigen Sichtprüfung unterzogen.
tuev-verband.de

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11 Kommentare zu “TÜV-Report bescheinigt Smart Fortwo ED hohe Zuverlässigkeit

  1. TitanManfred

    Sichtprüfung bei Batterien sind AUSREICHEND … Der TÜV und seine Lobbyisten drängen da ja schon wieder auf mehr … um mehr Geld von den EIgentümern abzocken zu können

    • Peter Wulf

      Leider prüft der TÜV nicht die Elektronik Steuerung der deutschen Hersteller. Wieso brauchen E Autos wie Verbrenner von VW etc. noch über 70 verschiedene steuerelemente der Zulieferer mit den zugehörigen stromkreisen und Sicherungen. Seid den 70er Jahren gibt es bei älteren VW Probleme mit Elektronik an der die Werkstätten verzweifeln. Oft kann nur noch Boschdienst durch tagelange Tests hohe Kosten helfen.
      Teslas sind fahrende Computer ohne Sicherungen und kilometerlange kabelstränge. Updates over the air gibt es bei VW nicht, bei meinem Eos war Navi mit CD.nach 4 Jahren veraltet neu CD kostete für jedes Land ca 120.€
      Bei VW und Co gibt es kein Internet Spotify Youtube netflix für Pause beim supercharger usw. Auch kein weltweites superchargernetz wie von Tesla eingerichtet vor Verkaufsbeginn
      Der E Autos. Das wäre ein wichtiger Punkt beim Vergleich von E Autos.

    • Dieter Schleenstein

      Genau so ist es, es kann doch nicht so schwer sein, die Degradation auszulesen. Auch die Funktion des Thermomanagement für die Batterie wird nicht geprüft. Zumindest die Verluste könnte man ja mal mit auslesen.

  2. Daniel

    Interessant ist, was hier nicht geschrieben steht. Lediglich 2 Dacias schneiden schlechter ab als das Model S.

    • Frank

      Model S aus diesem Zeitraum haben noch gebührenfreie Supercharger-Nutzung. Sie werden auch viel Langstrecke bewegt, sodass in den drei Jahren häufig 100.000 km und mehr gefahren wurden. Dazu kommt, dass es keine vorgeschriebenen Wartungsintervalle gibt. Da ist es gut möglich, dass Mängel, die bei anderen Herstellern bei Inspektionen beseitigt wurden, hier erst beim TÜV sichtbar gemacht wurden. Ein Auto mit 500 PS und 2,5 t wird auch deutlich mehr Verschleiß an den Radaufhängungen zeigen als z. B. ein Dacia. Der Vergleich hinkt also etwas.

      • Tobias

        Der war gut. Klar, wenn er die gleichen Querlenker verbaut hätte wie der Dacia. Aber bei höherem Gewicht sollten vielleicht auch bessere verbaut sein?
        Dass die Tesla-Jünger auch für jeden Fail ein Scheinargument vorbringen ist schon bemerkenswert.

  3. Christian Getto

    Aufgrund eigener Erfahrung (1.HU Hyundai Ioniq electric, 30Tkm) habe ich den leisen Verdacht, dass es TÜV-intern gewisse „Prüfvorgaben“ gab. Meine Bremsscheiben wurden aus optischen Gründen beanstandet, alle Prüfstandwerte waren i.O. bzw. im Limit incl. der ebenfalls bemängelten Feststellbremse. Die Beleuchtung war angeblich nicht in Ordnung, wurde aber „freundlicherweise“ sofort vom Prüfer korrigiert. Eine Kontrolle meinerseits war nicht möglich, da ich wegen Covid-19 nicht bei der Prüfung dabei sein durfte. Das kostete mich 2 neue hintere Bremsscheiben und einen erneuten Vorführtermin – nach meiner und befragter Fachleute Meinung nicht gerechtfertigt! So kann man die Prüfgebühren von EVs natürlich auch auf „Normalniveau“ anheben.
    Die jetzt veröffentlichten Gesamtergebnisse sind leider nicht geeignet, meine nur mit Ironie ertragbare Erfahrung bzw. meinen negativen Eindruck zu relativieren.

    • Tobias

      Naja, aber ganz von der Hand zu weisen ist das mit den Bremsen ja wohl nicht. Wenn ich mir die Scheiben bei meinem e-Golf nach zwei Jahren ansehe, dann weiß ich jetzt schon dass es mit dem TÜV nächstes Jahr kritisch und in Jahr 5 definitiv nichts wird.
      Nicht ohne Grund arbeiten die Zulieferer schon an einer neuen Generation Bremse für e-Autos.

      • PWulf

        Bremsen bei E Autos rosten eher weil die Fahrer mit dem Verkehr schwimmen und nicht mit Vollgas bis zur nächsten roten Ampel oder Kreuzung Rasen um dann voll stoppen. Das Anfahren aus dem Stand führt zu Verkehrstaus und hoher Umweltbelastung mit feinstaub stickoxyden etc. E AUTO FAHRER müssen nach Betriebsanleitung öfter mal stark bremsen.dafür halten bremsen Klötze und Scheiben doppelt solange . Fahrverhalten ist kein TÜV Mangel. Teslas sind die sichersten Autos alle fahren über 220kmh mit beschleunigungen unter 4- 5 sek / 100 kmh das schaft selbst der BMW nicht. Smart und Zoe sind Kleinwagen für Stadtverkehr und kurzsttecke
        Gedrosselt auf unter 160kmh.
        Wieder Äpfel und Birnen verglichen. Bravo Warum werden weltweit soviele Teslas verkauft und sinkende Verkaufszahlen im Ausland bei BMW Audi Mercedes
        Tesla Model 3 kostet 30 bis 50 % eines Porsche bieten fast gleichen Fahrspass Vielleicht nicht für Alte über 55 oder 60 die lieber gewohnte altbackene Ausstattung Lieben. Dauernd neue Updates selbst 6 Jahre nach Kauf des Neuwagen. Das gibt es bei keinem Deutschen Hersteller,da soll man lieber alle 3 Jahre neue Autos kaufen. Und regelmäßig viel Geld in den glaspalästen und Werkstätten der Hersteller lasen . Garantie von 4 Jahren/80.000km oder 8jahre für E Antriebe und Batterie mit 200.000km oder unbegrenzt gibt es bei VW BMW Porsche Mercedes Audi nicht.

        • Dieter Schleenstein

          Es ist allgemein bekannt (youtube) dass es bei Tesla Probleme mit den Bremsen und den Aufhängungen
          gibt, aufgrund von Materialmängeln und mangelhafter Einmessung des Fahrwerks. Und natürlich spielen das hohe Gewicht, fehlende Serviceintervalle und die Luftferderung eine Rolle.

  4. Peter Wulf

    Es wäre eigentlich sinnvoll Fahrzeuge gleicher PKW Klasse zu prüfen.
    Ein Smart der wegen Reichweite nur für Stadtverkehr kurzstrecke genutzt werden kann und vielleicht max 6000km oder weniger i. Jahr fährt ist nicht zu vergleichen mit Premiumfahrzeugen die von Vielfahrern mit bis zu 50Tkm im Jahr gefahren werden. Ein Auto wird kaum nach TÜV Bericht gekauft. Sondern nach zweck der Nutzung Reichweite Sicherheit bei Unfällen da sind wohl kaum Smart Zoe oder Dacia die geeigneten. Wer wenig fährt dessen Auto verschleisst auch weniger.

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https://www.electrive.net/2022/01/28/tuev-report-bescheinigt-smart-fortwo-ed-hohe-zuverlaessigkeit/
28.01.2022 09:54