21.02.2022 - 10:24

Legt Tesla Grünheide-Erweiterung auf Eis?

Tesla hat angeblich laut einem Medienbericht Pläne zur Erweiterung seines Werks in Grünheide über die zunächst geplante  Kapazität von 500.000 Autos pro Jahr vorerst auf Eis gelegt. Stattdessen soll offenbar die eigene Zellfertigung zuerst vorangetrieben werden.

Nach Informationen der „Automobilwoche“ wolle Tesla-Chef Elon Musk „jetzt alle Kraft auf den Anlauf der Autoproduktion und der Zellfertigung legen“, heiße es in Unternehmenskreisen. Wenn der Ausbau der aktuellen Gigafactory abgeschlossen ist, verfügt Grünheide über eine Produktionskapazität von 500.000 Fahrzeugen pro Jahr.

Die weiteren Ausbaupläne, die nun angeblich wieder in der Schublade gelandet sind, sahen laut dem Bericht eine „Spiegelung“ des aktuellen Werks vor – also den Bau einer identischen, aber spiegelverkehrt aufgebauten Anlage neben der bestehenden Fertigung. Ein solches Vorgehen ist nicht unüblich, da so einige Bereiche von beiden Fertigungshallen gemeinsam genutzt werden können.

Das sei aber auf unbestimmte Zeit verschoben worden, so das Portal. Stattdessen solle laut den aktuellen Plänen nur das Presswerk erweitert werden. Nähere Angaben zur Zellfertigung, die Musk nun angeblich priorisieren will, macht die „Automobilwoche“ aber nicht.

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Unabhängig von den angeblichen Ausbauplänen ist Tesla derzeit noch mit der Fertigung der 2.000 Vorserienfahrzeuge aus einer Vorab-Genehmigung beschäftigt. Ein neues Drohnenvideo zeigt Hunderte Model Y auf dem Gelände in Grünheide – offenbar Testfahrzeuge. Die Fertigung scheint nun schneller zu gehen. Derzeit fokussiert sich Tesla ganz offensichtlich auf die Fertigung schwarzer Model Y, es sind nur sehr wenige weiß lackierte Fahrzeuge zu sehen. Aus Grünheide sollen zunächst nur weiße und schwarze Model Y Performance ausgeliefert werden, die anderen Farben sollen ab Mai folgen.

Da Tesla immer noch keine Umweltgenehmigung hat, dürfen diese Fahrzeuge nicht verkauft werden. Das ist bei Vorserienfahrzeugen, die im Rahmen einer Vorab-Genehmigung gebaut werden, so üblich. Wann genau die endgültige Genehmigung erteilt wird, ist wie berichtet offen.

Neuigkeiten gibt es auch zur Giga Texas in Austin: Per Tweet hat Elon Musk verkündet, dass am 7. April das Gigafactory-Fest in Texas stattfinden soll.
automobilwoche.de (Grünheide), teslarati.com (Drohnen-Video), twitter.com, teslamag.de (beide Texas)

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20 Kommentare zu “Legt Tesla Grünheide-Erweiterung auf Eis?

  1. Birne

    Bestimmt sind das die Früchte der Deutschen Blockier Bürokratie.

    Jetzt gibts nur die 500k Produktionsstätte statt einer noch größeren. Besonders schade für die Region und Arbeitsplätze die dadurch futsch sind.

    • Hans S.

      Zum Glück gilt in Deutschland Recht und Gesetz und nicht das Recht des Stärkeren… Das Problem ist und bleibt der Mangel an Brunnen und Klärwerken im (süd-)östlichen Einzugsgebiet Berlins. Es gibt Planungen für ein neues Klärwerk im Jahr 2024. Eine Erkundung und Erschließung neuer Frischwasserkapazitäten dauert nach Presseangaben mindestens genau so lange.
      Es trifft nicht nur Tesla in der Region. Erst kürzlich sind die Planungen eines großen Cloud-Anbieters in Neuenhagen verworfen worden wegen Wassermangel.

      • BEV

        Ich wette, dass es die „Probleme“ etwas weiter östlich auf der anderen Seite der Oder nicht gibt.
        Dann werden die Fahrzeuge für Europa eben wo anders gebaut.
        Da sind nicht nur die Behörden, sondern auch die Arbeiter noch etwas motivierter.

        • hawe58

          So ist es. Am besten legt er die Fertigungsruine still und baut das Ganze nochmal 80 km östlicher, wo die Politik und Menschen nicht ganz so links/öko durchgeknallt sind. Und zur Mahnung bleiben die toten Hallen stehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man in Austin/ Texas so viel weniger Wasserprobleme hat als in Grünheide und die haben ein Jahr später angefangen zu Bauen und werden vor den Deppen in Deutschland eröffnen. Das wird nix mehr bei den deutschen Schildbürgern.

          • Philipp

            Tatsächlich ist Ost Texas sehr Regen- und Wasserreich. habe 3 Jahre in Houston gelebt und war oft in Austin. Feucht heißes Tropenklima. die Texanische „Wüste“ kommt erst viel weiter in Westen. Texas ist halt auch ca doppelt so groß wie Deutschland, da gibts also gewisse regionale Unterschiede.
            Bei den eAuto Fabriken in Nevada sollte man sich eher fragen ob das so schlau ist …

      • Silverbeard

        @hans S.
        Seien Sie mir nicht böse, aber das Wasser’problem‘ ist einfach keins.
        Mercedes Sindelfingen bezieht sein Wasser vom Bodensaee und der ist 100km entfernt. Meinen Sie ernsthaft die kleinen Brandenburger Wasserfürsten bekommen keine Wasserfernleitung in ein wasserreiches Gebiet gebaut? Kriegen Brandenburger nichts auf die Reihe?

      • Gerd -heinrich

        Das hat doch mit Recht des Stärkeren nichts zu tun sondern ist ein Orgsanisationsproblem Wasser für die Region zu besorgen. Insbesondere hätte man mit Tesla einen starken Partner gehabt die Region zu versorgen.

        Aber jetzt habt ihr den verloren. Dann mal gute Nacht für die Region. Keine Partner, begrenztes Wasser, keine Industrie.

      • Dieter Schleenstein

        Mit Recht nd Gesetz hat das nicht viel z tn, es war der Wnsch detscher Politiker, dass Tesla da baat, nd der nsprünglich angemeldete Wasserbedarf war höher, ist aber viel niedriger als bei einem Atowerk vergleichbarer Größe. Insgesamt geht es m weniger als ein Promille des detschen Indstriewasserverbrachs.

        • Bertram Lösching

          Geht’s auch auf deutsch?
          Dankeschön 🙂

  2. Christoph Hornung

    Einige „Ungenauigkeiten“:
    die derzeitige Fertigung der „Vorserienfahrzeuge“ hat nichts mit Umweltaspekten zu tun: es handelt sich hier um die übliche und notwendige „Einstellung/Optimierung“ der Produktionsanlage (wie auch von Tesla so berichtet). Dies ist – nach meiner Einschätzung – auch noch keine „Vorserie“. Ob es sich bei den von den Drohnen identifizierten Fahrzeugen tatsächlich um vollständige Fahrzeuge oder lediglich um Karosserien handelt (notwendig für die Einstellung von Lackiererei und Presswerk) scheint mir auch fraglich.
    Bezüglich Grünheide gibt es derzeit nur einen wirklich interessanten und relevanten Punkt: wird Grünheide auch ohne Zellfertigung (so wie ursprünglich beantragt) in Produktion gehen oder wird es ohne Zellfertigung (deren Genehmigung noch völlig offen ist) keine Produktion geben? (Dann braucht man hier von „Erweiterung“ noch gar nicht zu reden…)

    • PeHa

      Wenn schon Korrekturen, dann mit ganzen Informationen.
      Die jetzigen Testproduktionsautos sind komplette Fahrzeuge. Tesla kann mit denen alles machen, außer sie verkaufen. Es wurden schon, zumindest eines, MY in Norwegen aus Grünheide gesichtet. Diese werden dort sicherlich in der Kälte getestet.
      Es werden Teile produziert, um die Anlagen zu justieren. In den Drohnenvideos sieht man diese teilweise in Schrottcontainern.
      Die Batterien, LFP 2170 Typen, kommen bis auf weiteres aus China. Erst wenn die Batteriefabrik zufrieden läuft werden die 4680 Zypen als tragende Struktur, wie von Beginn an in Austin, verbaut.

  3. Kasch

    Angeblich hat sich Tesla jetzt (statt dessen) für eine weitere Fabrik in China entschieden. 2 Mio pa bald allein aus China dürfte ohnehin wirtschaftlicher sein, trotz europäischer Importstrafen.

    Auf der Beerdigung des europäischen Fahrzeugbaus sollte man die nächsten Jahre auch nicht unbedingt lautstark aufs Blech hauen.

    • Silverbeard

      Ich könnte mir vorstellen, das aus China die günstigeren Fahrzeuge mit den kleinen, zugekauften Zellen kommen und aus Grünheide das Performancemodell mit den neuen, eigenen Zellen.

      Da können die starrsinnigen Opis richtig stolz auf sich sein. Im Endausbau hätte es in Grünheide etwa 40.000 Arbeitsplätze gegeben.

      Die Enkel werden sich bestimmt riesig über ihre Großeltern freuen, dass sie weiterhin das Bundesland für gutbezahlte Arbeit wechseln müssen…

      • Jakob Sperling

        Ein technologisch hochentwickeltes Land sollte vielleicht langfristig nicht auf Tesla-Arbeitsplätze setzen, wo Blech gebogen und die Komponenten aus anspruchsvolleren Werken zusammengebaut werden.

        • PeHa

          Blödsinn. Motorenfertigung, Sitzfertigung, Kunststoffteilefertigung, usw.
          Gerade TESLA ist generell sehr tief integriert.

        • Thomas HD

          Wenn Deutschland ein hoch technologisieftes Land wäre, dann würde sich die deutsche Autoindustrie nicht schon jahrelang von TESLA an der Nase herumführen lassen.

      • hawe58

        Ich könnte mir vorstellen, dass die Chinesen eher in nächster Zeit die Rundzellen ersetzen durch wesentlich energiedichtere Puchzellen, die jede Batteriekastenlücke ausfüllen. So wie gerade DeWalt seine neuen PowerStacks entwickelt, die 50% mehr Energie liefern bei 25% weniger Volumen und 15% weniger Gewicht, da minimale Verpackungen. Das ist ein Novum in der PowerTools-Industrie. Powertools ohne Rundzellen, warum nicht auch in der Mobilität?

        • Philipp

          Ich glaube elon weiß schon länger von der existenz von pouch zellen. gibts und gabs auch schon in einigen Autos (Jaguar iPace, Nissan Leaf und die ersten eAutos von Daimler mit damals noch selbst hergestellten Zellen). Es gibt gute Gründe warum aktuell kein erfolgreicher Eauto Bauer auf pouch setzt.

  4. D-Tric

    500.000 Autos im Jahr muss Tesla erst mal bauen und verkaufen. Dann sehen wir weiter.

  5. Thomas HD

    Die Signalwirkung dieses Projektes ist schon heute unermesslich und für den Standort Deutschland ein Armutszeugnis. Wer Produktionsflächen mit so vielen Fragezeichen verkauft, Wasserwerke verwechselt usw. muss sich doch bald die Frage stellen, ob er im Sinne der deutschen Autoindustrie evtl. TESLA Schaden will. So dämlich können Politiker und hochbezahlten Fachleute doch nicht sein. Da steckt Lobbyismus dahinter. Der Gedanke drängt sich immer mehr auf.

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Gefunden bei electrive.net
https://www.electrive.net/2022/02/21/legt-tesla-gruenheide-erweiterung-auf-eis/
21.02.2022 10:42