15.03.2022 - 17:04

Mercedes eröffnet Batteriemontage in Alabama

Mercedes-Benz hat in der Nähe seines US-Werks eine Batteriefabrik eröffnet. Dort werden zwar keine Zellen gefertigt, sondern nur zugekaufte Zellen zu einbaufertigen Batterien für die SUV-Modelle des EQE und EQS montiert. Eine US-Zellfertigung von Mercedes wird gemeinsam mit AESC erfolgen.

Im US-Werk Tuscaloosa, wo bereits viele Mercedes-SUV für den Weltmarkt gebaut werden (etwa der GLE und GLS), sollen bekanntlich bald auch die SUV-Ableger der neuen E-Baureihen EQE und EQS gebaut werden. Wie die bereits vorgestellten und teilweise schon im Verkauf befindlichen E-Limousinen basieren auch die beiden E-SUV auf der EVA2-Plattform von Mercedes. Wie die Stuttgarter jetzt bestätigen, wird der EQS SUV am 19. April vorgestellt, also rund um die Beijing Motor Show. Der EQE SUV dürfte im November auf der Guangzhou Motor Show vorgestellt werden.

Für die Fahrzeugproduktion werden maßgeschneiderte Batterie-Packs benötigt. Während Mercedes für die Produktion in Deutschland mehrere Standorte einbezieht (Batterie-Montage in Hedelfingen, die Packs werden dann nach Sindelfingen (EQS) und Bremen (EQE) transportiert), ist in den USA die Batteriemontage in unmittelbarer Nähe zu dem Fahrzeugwerk entstanden – das Bibb County liegt direkt neben Tuscaloosa.

Insgesamt haben die Stuttgarter rund eine Milliarde Dollar in Tuscaloosa investiert, um die Fahrzeug-Linien auf die EVA2-Plattform umzurüsten und die Batteriemontage zu errichten. Die Anlage in Bibb County bietet 600 neue Arbeitsplätze, wie Mercedes mitteilt. Die Produktionslinien im Fahrzeugwerk sind flexibel, es können also die bekannten Modelle und die neuen E-SUV gemeinsam gefertigt werden – die Anteile können je nach Nachfrage gesteuert werden.

„Die Eröffnung unseres neuen Batteriewerks in Alabama ist ein wichtiger Meilenstein auf unserem Weg zur vollelektrischen Zukunft“, sagt Mercedes-CEO Ola Källenius. „Mit einem ganzheitlichen Ansatz, der auch eine lokale Zellbeschaffungs- und Recyclingstrategie beinhaltet, unterstreichen wir die Bedeutung unseres US-Standorts, an dem Mercedes-Benz seit Jahrzehnten erfolgreich ist.“

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Schaltbau Muenchen

Die US-Batteriemontage ist bereits seit Jahren geplant. Insgesamt sind neun dieser Batteriemontagen angekündigt, die sich meist in der Nähe von Fahrzeugwerken befinden – etwa in Peking, Bangkok und dem polnischen Jawor. In Deutschland gibt es die erwähnte Batteriemontage in Hedelfingen (als Teil des Stammwerks Stuttgart-Untertürkheim) sowie zwei Fabriken in Kamenz.

Die Montage aus zugekauften Zellen ist somit unabhängig von der Ankündigung aus dem Jahr 2021, gemeinsam mit Partnern acht „Gigafabriken“ zur Zellproduktion mit in der Summe mehr als 200 GWh zu bauen. Hierfür hat sich Mercedes bekanntlich bei ACC eingekauft, aber eine Zellfabrik soll auch in den USA entstehen.

Wie die Stuttgarter im Zuge der Eröffnung der Batteriemontage bestätigen, wurde für die US-Zellfabrik eine Partnerschaft mit Envision AESC geschlossen. „Envision AESC wird die Mercedes-Benz Batteriefabrik in Bibb County mit Hochleistungs-Batteriemodulen aus einem neuen Werk in den USA beliefern. Die Belieferung soll Mitte des Jahrzehnts beginnen“, heißt es in der Mitteilung. Der Standort der Zellfabrik und die vereinbarten Liefermengen werden nicht genannt – ebenso nicht, wer bis dahin die Zellen für die Montage zuliefert.

„Envision AESC wird ein bedeutender Lieferant sein“, sagt Mercedes-CTO Markus Schäfer. „Mit dieser Partnerschaft sichern wir uns die nötigen Kapazitäten in den kommenden Jahren, die wir für die nächsten Generationen unserer in den USA gebauten Mercedes-EQ-Fahrzeuge benötigen werden. Mit den CO2-neutralen Lösungen und der Batterietechnologie von Envision AESC unterstreicht diese neue Kooperation unseren ganzheitlichen Ansatz in Bezug auf eine nachhaltige Wertschöpfungskette. So sichern wir uns die nötige Versorgung, nutzen Skalenvorteile und bieten unseren Kunden überlegene Batterietechnologie.“

Mercedes will bekanntlich bis Ende des Jahrzehnts nur noch Elektroautos verkaufen – mit der Einschränkung „wo immer die Marktbedingungen es zulassen“. Dann werden auch keine Plug-in Hybride mehr verkauft. Beim bekannten Zwischenziel von einem E-Anteil von 50 Prozent des Absatzes im Jahr 2025 sind die PHEV noch mit eingerechnet.
mercedes-benz.com

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