Shell: E-Lösungen für Bergbau auf Basis neuartiger Skeleton-Technologie

Shell hat die Gründung eines Konsortiums angekündigt, um Elektrifizierungslösungen für Bergbaustandorte zu schaffen. Hierfür hat sich Shell mit Skeleton Technologies, Microvast, Stäubli, Carnegie Robotics, Heliox, Spirae, Alliance Automation und Worley zusammengeschlossen.

Shell schwebt vor, mit dem neunköpfigen Konsortium Batterielösungen für Offroad-Fahrzeuge zu kreieren, die extrem schnell geladen und mit einem Mikronetz-Energiesystem kombiniert werden können. Dieses „Pilotangebot“ soll verschiedene OEM-Marken und -Modelle unterstützen und modular aufgebaut sein, damit jeder Kunde eine auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittene Lösung erhalten kann.

„Es wird immer deutlicher, dass keine einzelne Organisation die Dekarbonisierung allein bewältigen kann“, kommentiert Grischa Sauerberg, Vice President, Sectoral Decarbonisation & Innovation bei Shell. „Die Notwendigkeit gemeinsamer Anstrengungen wird besonders in CO2-intensiven Branchen wie dem Bergbau deutlich, wo die Herausforderungen groß, die Chancen aber noch größer sind.“ Man habe deshalb einige der innovativsten Unternehmen des Sektors zusammengeholt.

Die Energieversorgung der Fahrzeuge soll laut Shell künftig über Mikronetze gewährleistet werden, sprich durch die Erzeugung von erneuerbarem Strom vor Ort – allerdings mit der Option auf Strom aus dem Netz zurückzugreifen. Der Ladeprozess selbst soll nur 90 Sekunden über Ladestationen vor Ort dauern. Dazu soll die „SuperBattery“-Technologie von Skeleton beitragen. Das estnische Unternehmen ist für seine Superkondensatoren bekannt. Für das Konsortium unter Shells Federführung wird die Firma aber eine neuartige Kombination aus Batterie- und Kondensatortechnologie liefern, die beide Technologiepfade verknüpft. Kurz gesagt sollen in den hybriden Speichern die Vorteile von Lithium-Ionen-Batterien (hohe Energiedichte) mit den Vorteilen von Ultrakondensatoren (hohe Leistung, lange Lebensdauer) verbunden werden.

Die „SuperBattery“ basiere auf einem patentierten Curved-Graphene-Material und werde aktuell vorwiegend in elektrifizierten Fahrzeugen wie Bussen und Lkw sowie in Ladeinfrastruktur eingesetzt und getestet, so Skeleton. Shell sei der erste Großkunde für das neue Hybrid-Produkt. Der Beginn der Massenproduktion ist für 2024 geplant.

„In den nächsten sieben Jahren stellt der Bergbausektor für uns einen der größten Märkte, mit einer Umsatzmöglichkeit von rund 95 Milliarden Euro dar“, äußert Taavi Madiberk, Co-Founder und CEO bei Skeleton Technologies. „(…) Bei Skeleton sind wir auf die Reduktion von Emissionen schwer zu dekarbonisierender Sektoren spezialisiert. Verträge wie dieser mit Shell, unterstreichen unsere Marktposition und Expertise. Shell wird mit der Akquise der SuperBattery ein wichtiger Partner, dessen Potenzial weit über Bergbauanwendungen hinausgeht.“
Skeleton Technologies arbeitet übrigens vor allem in seinem deutschen Werk in Großröhrsdorf an den hybriden Energiespeichern. Hierbei wird das Unternehmen im Rahmen des zweiten Batterie-IPCEI vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert. Im Sommer kündigte Skeleton an, mit Unterstützung von Siemens nahe Leipzig eine weitere Produktionsstätte hochziehen zu wollen.
shell.com, skeletontech.com

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