22.11.2022 - 11:24

„Wir betrachten uns als OEM-light“ sagt Andreas Haller von Quantron

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Seit der Gründung vor drei Jahren hat die Quantron AG einen enormen Wandlungsprozess vollzogen – vom E-Umrüster zum „OEM-light“, wie es Gründer und Vorstandsvorsitzender Andreas Haller ausdrückt. Im Interview erläutert er, in welche Marktlücken sein Unternehmen vorstößt.

Wir erinnern uns: Die Idee für Quantron wurde beim Gersthofener Nutzfahrzeugspezialisten und Iveco-Vertragspartner Haller geboren. Sprich bei Andreas Haller persönlich. „Wir sind zum richtigen Zeitpunkt in den Markt gekommen“, äußert der Unternehmer im Gespräch mit electrive.net-Chefredakteur Peter Schwierz. 2019 ging die Augsburger Firma an den Start, trotzte Corona, der Lieferproblematik. „Es war extrem herausfordernd“, nun sei man aber in der Position des „Speedboat im Markt“.

Als Alleinstellungsmerkmal bezeichnet Haller, die komplette Bandbreite von 3,5 bis 44 Tonnen Lkw und Busse in Batterie-elektrischer Ausführung anzubieten, plus Wasserstoff-Fahrzeuge. „Und wir sind lieferfähig.“ Kunden könnten die Fahrzeuge selbst oder „Kilometer kaufen“. In letzterem Fall greift das Dienstleistungsmodell Quantron-as-a-Service, das Fahrzeug-, Infrastruktur- und Energieservices in einer Art Abo vereint. „Der Kunde muss in diesem Fall nicht selbst investieren. Da es sich um neue Technologien handelt, muss den Kunden Sicherheit geboten werden. Und das bieten wir!“, sagt Haller.

Ein OEM ist Quantron nicht, eher ein Plattformanbieter. Haller bevorzugt „OEM-light“, denn Quantron betreibe „Plattform-Sharing“: „Wir nehmen existierende Plattformen und integrieren unsere Technologien – BEV und FCEV. Dort haben wir ganz starke Partner, mit denen wir zusammenarbeiten. Deswegen sind wir auch schnell in der Umsetzung.“ Ein Beispiel dafür ist der QHM FCEV Heavy Truck, den Quantron auf der IAA Transportation vorgestellt hat.

Wie’s zu der Reichweiten-Angabe von 1.500 Kilometern für dieses Modell kommt? Haller erläutert vor unserer Kamera, dass der QHM FCEV Heavy Truck als Standard-Sattelzugmaschine über 700 km Reichweite verfügt. Dazu hat das Modell Tanks für 54 kg Wasserstoff in den Rahmen integriert („Das erste Modell ohne Rucksack!“). Daneben gibt es eine in Norwegen konzipierte Variante, die durch ein neues Chassis noch zusätzlich Tanks hinter dem Fahrerhaus beherbergen kann, womit das Fahrzeug dann laut Haller auf 1.500 Kilometer kommt.

Der Quantron-Gründer ist überzeugt, dass der Markt für emissionsfreie Fahrzeuge „viel schneller entstehen wird, als viele Kollegen denken“. Deshalb kommt es aus seiner Sicht jetzt vor allem auf Tempo an: Es sei wichtig, umgehend skalierbare und nachhaltige Lösungen anzubieten, die die Kunden fahren können. Denn das Interesse sei da: „Wir sprechen mit allen großen Logistikern.“

Natürlich kommen auch die großen OEMs jetzt mit ihren Produkten – „das ist gut und wichtig für unseren Markt“. Die Herausforderung sei, immer etwas schneller zu sein. Dabei will Haller sein Unternehmen nicht als Konkurrenz zu klassischen Erstausrüstern positionieren, sondern als Ergänzung. „Wir sind das Speedboat, wir sorgen dafür, dass Kunden den Markteintritt schnell vollziehen. Wir sehen uns nicht im großen Wettbewerb, weil der Markt so groß ist. Wir haben da definitiv unseren Platz.“

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