Universal Hydrogen meldet BZ-Erstflug eines 40-Sitzers

Universal Hydrogen hat den Erstflug mit einem auf Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb umgerüsteten 40-sitzigen Regionalflugzeug absolviert. Das in Kalifornien ansässige Startup hat sich auf die Entwicklung eines Brennstoffzellen-basierten Umrüstsatzes für bestehende Maschinen spezialisiert.

Das für den Erstflug präparierte Regionalflugzeug auf Basis einer Dash 8 startete vom Grant County International Airport im US-Bundesstaat Washington, blieb nach Angaben von Universal Hydrogen 15 Minuten lang in der Luft und erreichte dabei eine Höhe von 3.500 Fuß, was umgerechnet rund 1.000 Metern entspricht. Die Maschine mit dem Spitzname Lightning McClean flog sozusagen teilumgerüstet: Während ein Turbinentriebwerke des Flugzeugs durch einen BZ-Antriebsstrang „der Megawattklasse“ ersetzt wurde, verblieb das andere Triebwerk „zur Sicherheit“ im klassischen Zustand.

Bei seinem Brennstoffzellen-Umrüstkit arbeitet Universal Hydrogen mit Technik von Plug Power. Der elektrische Antriebsstrang kommt wie berichtet von MagniX. Als Besonderheit gibt der erst 2020 gegründete kalifornische Entwickler an, dass dieses Motorsystem vom Brennstoffzellensystem direkt mit Energie versorgt und keine Batterie verwendet wird, was „drastisch Gewicht und Kosten senkt“. Unterstützt wird Universal Hydrogen in seiner Entwicklungsarbeit von Technikpartner AeroTEC, einem Spezialisten für die Kreation und Integration von Flugzeugsystemen.

Universal Hydrogen hat bei seinem Umrüstsatz neben der Dash 8 auch die ATR-Familie im Auge, ein vergleichbares Regionalflugzeug des französisch-italienischen Herstellerkonsortiums Avions de Transport Régional. Technische Daten zu dem Brennstoffzellen-System nennt das Unternehmen in seiner Mitteilung noch nicht. Stattdessen schreibt der Entwickler lieber über das Jahr 2025, in dem „voraussichtlich das auf Wasserstoffbetrieb umgerüstete Regionalflugzeug ATR 72 in den Passagierdienst startet“.

Als Kunden sind bis dato Connect Airlines und Amelia bekannt. Erstgenannte US-Fluggesellschaft hat Universal Hydrogen einen Auftrag zur Umrüstung von 75 ATR 72-600 erteilt, mit Kaufrechten für 25 weitere Exemplare. Die Auslieferungen sollen 2025 beginnen. Insgesamt verfügt Universal Hydrogen bislang über Aufträge von 16 Kunden für 247 Flugzeugumrüstungen. Das Unternehmen wird unter anderem von GE Aviation, Airbus Ventures, Toyota Ventures, JetBlue Ventures und American Airlines unterstützt.

Neben dem Brennstoffzellen-Umrüstkit für die Luftfahrt will sich Universal Hydrogen auch in der Wasserstoff-Logistik ein Standbein aufbauen. Im Dezember 2022 habe man erfolgreich ein modulares Wasserstoff-Logistiksystem im Technikzentrum des Unternehmens in Toulouse demonstriert, teilen die Amerikaner mit. Herzstück des Systems sind „modulare Kapseln, die für die Betankung mit Wasserstoff verwendet werden und die mit den bestehenden Frachtnetzen und Frachtabfertigungsanlagen der Flughäfen kompatibel sind“.

„Unser Geschäftsmodell löst das Henne-Ei-Problem zwischen Wasserstoff-Flugzeugen und Wasserstoff-Infrastruktur, indem wir beides parallel und mit einem einzigartig kostengünstigen Ansatz entwickeln“, fasst Paul Eremenko, Mitbegründer und CEO von Universal Hydrogen, zusammen. „Die Flugzeuge werden mit Hilfe eines Nachrüstsatzes auf Wasserstoff umgerüstet, so dass die bestehende Flotte genutzt werden kann, anstatt ein völlig neues Flugzeug zu entwickeln. Für die Betankung mit Wasserstoff werden modulare Kapseln verwendet (…).“
businesswire.com

1 Kommentar

zu „Universal Hydrogen meldet BZ-Erstflug eines 40-Sitzers“
Philipp
06.03.2023 um 12:49
Spannender Ansatz die Batterie wegzulassen. Bei Autos scheitert das daran, dass die Brennsstoffzellen nicht dynamisch genug in der Leistung hoch und runter gefahren werden können um im Straßenverkehr mithalten zu können. Und die mangelnde Rückspeisefähigkeit ist ein Problem. Zumindest letzteres ist im Flugzeug vermutlich kein Thema und auch bei der Leistungsabgabe sind Flugzeuge ja größtenteils eher statisch unterwegs, was der Brennstoffzelle ja entgegenkommt. Die Frage ist, wie die Fälle abgesichert werden in denen dann doch ganz schnell mehr Leistung gebraucht wird wie beim Durchstarten bei einem Landeanflug ...

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