Weltpremiere des Mini Cooper E: Die Mini-Zukunft ist elektrisch – und relativ günstig

Der BMW-Marke Mini hat im Vorfeld der IAA Mobility gleich zwei neue Elektromodelle enthüllt. Darunter ist auch der neue Mini Cooper, der künftig aus der Kooperation mit dem chinesischen Autobauer Great Wall stammt. Der ikonische Mini-Dreitürer ist künftig rein elektrisch – und zumindest in der Basis günstiger als von vielen gedacht. (Update am Artikelende)

Sowohl der elektrische Cooper als auch der neue Countryman samt Elektro-Version wurden über die vergangenen Monate von Mini mit regelmäßigen Veröffentlichungen angeteasert, daher sind bereits einige Eckpunkte bekannt. Zur Weltpremiere auf der Automesse in München gibt es nun das finale Design, die genauen technischen Daten und erste Preise für den deutschen Markt. „Der neue Mini Cooper und der neue Mini Countryman werden rein elektrisch angetrieben, garantieren somit lokal emissionsfreie Fortbewegung und unterstreichen in der Kombination von unverwechselbarem Design, fortschrittlicher Antriebstechnik und einem immersiven Digitalerlebnis die Ausnahmestellung der Mini- Fahrzeuge in ihrem jeweiligen Segment“, so Mini zur Premiere.

„Die anhaltend große Nachfrage nach unseren lokal emissionsfreien Fahrzeugen bestätigt unseren Weg in eine vollelektrische Zukunft. Sie beweist die Offenheit unserer weltweiten Mini-Community für die Elektromobilität, und ich bin zuversichtlich, dass die kommende neue Generation von Mini-Modellen noch mehr Menschen begeistern wird“, sagt Markenchefin Stefanie Wurst. „Dank unserem elektrifiziertem Go-Kart Feeling, einem immersiven Nutzererlebnis und einer verantwortungsvollen Haltung ist die neue Mini-Familie für die verschiedensten, urbanen Zielgruppen weltweit perfekt geeignet.“

Blicken wir zunächst auf den Mini Cooper. Hier war seit Mai bekannt, dass es die fünfte Generation des ikonischen Dreitürers in zwei Antriebsvarianten geben wird: Der Mini Cooper E leistet 135 kW und verfügt über eine 40,7 kWh große Batterie. Der Mini Cooper SE leistet hingegen 160 kW, verfügt aber über einen 54,2-kWh-Akku. In der Mitteilung gibt Mini nur an, dass es sich um eine „Lithium-Ionen-Batterie“ handelt. Auf Nachfrage heißt es aus München, dass beide Batterie-Optionen NMC-Kathoden nutzen. Im Basismodell kommt also keine günstige LFP-Batterie zum Einsatz.

Nun gibt es weiter Daten: Der Mini Cooper E erreicht ein Drehmoment von 290 Nm und kann in 7,3 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigen. Die im WLTP ermittelte Reichweite liegt bei 305 Kilometern. Die analogen Angaben für den Cooper SE sind 330 Nm maximales Drehmoment, 6,7 Sekunden für den Standard-Spurt und 402 WLTP-Kilometer. Übrigens: Die Bezeichnung „Cooper“ steht laut der Mitteilung nicht mehr für eine bestimmte Motorisierung, sondern bezeichnet „alle Mini 3-Türer, 5-Türer sowie das Mini Cabrio“.

AC-seitig können beide Varianten des Mini Cooper mit 11 kW geladen werden. An einer DC-Ladesäule kann der kleine Akku mit 75 kW in der Spitze und der große mit bis zu 95 kW geladen werden. In beiden Fällen sollen sich so Ladezeiten von „knapp 30 Minuten“ von zehn auf 80 Prozent ergeben, so Mini. Die Fahrzeuge verfügen auch über eine Vorkonditionierung, die über die Zielführung aktiviert wird und die Batterie passend für geplante Schnelllade-Stopps temperiert.

E-Plattform gibt neue Möglichkeiten im Innenraum

Die Optik des neuen Cooper hatte sich bereits unter den diversen getarnten Erlkönigen und geleakten Fotos des unverhüllten Fahrzeugs abgezeichnet. Es bleibt bei den klassischen Rundscheinwerfern vorne, der Kühlergrill erhält aber einige Kanten und wird zu einem „markanten oktagonalen Grill“, der gemeinsam mit den Scheinwerfern die Frontpartie prägt. Beim Design der Heckleuchten weicht die neue Cooper-Generation aber vom bisherigen marken-Design ab. Zudem wird es vier unterschiedliche Trims geben – Essential, Classic, Favoured und JCW –, die laut Mitteilung der Fahrzeugdifferenzierung dienen sollen, um dem neuen Mini „einen jeweils unverwechselbaren Charakter verleihen“.

Im Innenraum gibt es das Mini-typische Rundinstrument mit 240 Millimetern Durchmesser und neu ein zentrales OLED-Display. Eine neu gestaltete Toggle-Leiste mit fünf Schaltern soll sämtliche Fahrfunktionen umfassen. Da die neue Mini-Generation in Kooperation mit Great Wall nur noch elektrisch angeboten wird, entfällt auch der Bedarf für einen klassischen Schalthebel. Der so frei gewordene Platz wird als zusätzlicher Stauraum genutzt, unter anderem für eine Wireless-Charging-Ablage.

Mini Cooper E startet bei 32.900 Euro vor Förderung

Was bisher zur neuen Mini-Generation nicht bekannt war, ist der Preis. Die detaillierte Preisliste gibt es auch zur Premiere noch nicht, wohl aber die Basispreise für beide Motorisierungen: Der Mini Cooper E wird ab 32.900 Euro erhältlich sein, der Cooper SE wird 4.000 Euro teurer, steht also mit 36.900 Euro in der Liste.

Das ist vor allem in einem Punkt bemerkenswert: Mit dem Ora Funky Cat hat der Mini-Partner Great Wall einen grob vergleichbaren Kleinwagen im Retro-Look im Angebot, den es ebenfalls mit zwei Batterie-Optionen für jeweils rund 300 und 400 Kilometer Reichweite gibt. Nur ist das Modell der China-Marke mit 38.990 Euro für das 48-kWh-Modell mit LFP-Batterie deutlich teurer. Auch die Variante mit großer Batterie (ab 44.490 Euro für 63 kWh) ist teurer als der vergleichbare Mini – wobei Detail-Vergleiche aufgrund der noch nicht bekannten Ausstattungsliste derzeit noch nicht möglich sind. Die Tendenz ist aber klar: Der Mini dürfte günstiger sein, die Aufpreisliste aber auch länger.

Update 06.12.2023: Den vollelektrischen Mini Cooper SE gibt es jetzt auch im John Cooper Works Trim. Die sportliche Variante kommt mit einer Reihe von Design-Modifikationen außen und innen. Mehr Leistung bietet der Mini Cooper SE im JCW Trim allerdings nicht. Es bleibt bei den 160 kW des Serienmodells und dem 54,2-kWh-Akku.

Der John Cooper Works Trim ist nur für den Dreitürer erhältlich. Das Design ist durch einige, sportliche Merkmale geprägt, etwa den großen Dachspoiler, Front- und Heckdiffusor oder die Rallye-Streifen auf der Fronthaube. Dabei setzt Mini auf die traditionelle, rot-weiß-schwarzen Farbgebung – innen wie außen.

„Der vollelektrische MINI Cooper SE mit dem neuen John Cooper Works Trim vereint die Leidenschaft für ikonisches Design, legendäre Performance und nachhaltige Mobilität. Er ist der Inbegriff von Effizienz und Fahrspaß“, sagt Stefanie Wurst, Leiterin der Marke Mini.

bmwgroup.com, bmwgroup.com (Update)

3 Kommentare

zu „Weltpremiere des Mini Cooper E: Die Mini-Zukunft ist elektrisch – und relativ günstig“
Albert Porrel
07.12.2023 um 07:25
Das mit den Batteriekapazitäten bei den Kleinen bis zu gut 50 kWh kennen wir auch etwa von Stellantis (Opel Corsa u. a.) und bald auch vom neuen Renault R5 Electric. Da hat sich in den letzten paar Jahren also leider kein wirklicher „Schub“ mehr gezeigt hin zu 60 kWh plus etwa. Ich fände es gut, wenn -natürlich gegen Mehrpreis- auch 60 kWh plus bestellbar wären für jene Kaufinteressenten, die‘s bezahlen möchten. Ich wäre dabei.
Ralph Rechner
12.12.2023 um 15:36
Trauriges Bild von der "BMWGroup", wie ich nach Recherche entnehmen musste ein GWM oder Basis Ora Funky Cat. Na ja, aber zu Preisen jenseits von Gut und Böse. Dann auch noch Frontantrieb, wie beliebig muss man schon sagen. Der i3 war vor 10 Jahren weitaus besser sowie innovativer und besaß auch noch echte BMW-Gene. Früher hat man noch so Einiges über die Technik in der Werbung erfahren, aber heute muss man sich wohl verstecken. Da bekomme ich woanders komplett ausgestattet ein vollwertiges Fahrzeug mit 10kWh mehr Batterie, Heckantrieb, Mehrlenkerhinter- und Doppelquerlenkervorderachse für weniger Geld mit der Aussicht auf viele viele Jahre OTA. Da kann sich die "Group" noch sehr Mühe beim Marketing geben, am Ende zählt das was ich als Gegenwert erhalte und die Eigenschaften des Fahrzeuges. In der Schule hätte man zum Schüler, hier Anbieter oder Verkäufer, setzen sechs gesagt. Und wenn schon "Kleinwagen" verlasse ich jetzt endgültig den teutonischen Standpunkt nur Fahrzeuge von "hier" zu erwerben. Da macht ein neuer R5 electric neugierig.
Michel
15.04.2024 um 08:48
Kein LFP Akku ist ein No go, geschweige denn ein Natrium Akku, schlafen die deutschen?

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert