Design neu, Antrieb altbekannt: Dacia frischt seinen Spring auf

Dacia legt seinen Elektro-Kompaktwagen Spring neu auf. Den Fokus setzt die Renault-Marke dabei auf die Optik, den Innenraum, die Konnektivität und eine Neuordnung der Ausstattungen. Beim Antrieb und Laden bleibt dagegen alles beim Alten. Auch 2024 fährt der neue Spring mit kleinem 26,8-kWh-Akku und maximal 48 kW Leistung vor.

dacia spring electric facelift 2024 04 min
Bild: Dacia

Dacia frischt seinen 2021 auf den Markt gebrachten A-Klasse-Stromer im SUV-Look auf, überarbeitet ihn aber nicht antriebstechnisch. Das ist die Hauptbotschaft, die die Renault-Marke bei der Präsentation der neuen Generation aussendet. Der Spring erfülle ⁠mit seinem hohen Nutzwert die „tatsächlichen Bedürfnisse“ der Kunden bereits, so der Tenor auf Führungsebene. Als Stadtauto kann das robuste Modell mit leichtem Gewicht und günstigem Preis punkten. Dacia beschwört ja gerne das Preis-Leistungs-Verhältnis des Kompaktwagens. Kein Geheimnis ist im Gegenzug, dass der Spring weder besonders gut für Autobahn-Langstrecken taugt noch das Schnellladen im wortwörtlichen Sinne beherrscht.

Dieser Positionierung bleibt Dacia mit der Neuauflage treu. Während die aktuelle Modellversion u.a. als Reaktion auf den weggefallenen Umweltbonus noch bis Ende März mit 10.000 Euro rabattiert wird (und dadurch ab 12.750 Euro erhältlich ist), kann der überarbeitete Spring ab Frühjahr im Handel bestellt werden. Die Markteinführung in Deutschland folgt im Sommer. Den Preis der künftigen Version nennt Dacia noch nicht, lässt bei einem Pre-Event vor Pressevertretern aber durchblicken, dass der Spring „das preiswerteste E-Auto in Europa bleiben wird“. Allerdings könnte es zuvor zu einer kurzen Angebotslücke kommen: Zwischen dem vergünstigten „Abverkauf“ der aktuellen Generation und der Markteinführung der neuen Generation im Sommer kommt es wohl zu einem kurzen Vakuum, wie am Rande der Veranstaltung zu erfahren ist.

Doch zum Modell selbst: Der künftige Spring nimmt Anleihen am neuen Duster, dem ersten Repräsentanten der neuen Designrichtung von Dacia. Außen ablesbar an einer stärker ausgeformten Motorhaube, durchgefärbten Schutzleisten, die insbesondere die Stoßfänger und Radkästen umschließen, und Frontleuchten in Form von liegenden Ypsilons. Neben den bisherigen 14-Zoll-Rädern gibt es nun optional 15-Zöller, außerdem ist das Modell künftig in sechs Farbtönen erhältlich (darunter in den neuen Farben Safari-Beige und Brick Red). Gleichzeitig wird die Karossiere durch die Neugestaltung der Stoßfänger um drei Zentimeter kürzer (von 3,73 auf 3,70 Meter). Dazu ist der neue Spring kompakte 1,52 Meter hoch und 1,77 Meter breit (1,58 Meter mit abgeklappten Außenspiegeln). Der Radstand bleibt mit 2,42 Metern identisch.

Kontinuität auch beim Antrieb: Als Motorisierung stehen weiterhin 48 oder 33 kW Leistung zur Auswahl. Auch die Batterie fasst Dacia nicht an. Sie ist mit 26,8 kWh weiter in Kastenform unter der Rückbank verstaut – ein Bauteil, das sich der Dacia seit seinen Anfängen mit dem in China erhältlichen Renault K-ZE City teilt. Die Zellen stammen nach wie vor von dem chinesischen Zulieferer Sunwoda.

Dacia erweitert aber die Ausstattungsoptionen und fügt analog zu anderen Modellen in seinem Sortiment zwischen den bisherigen Ausstattungslinien „Essential“ und „Extreme“ eine mittlere Ausstattungsvariante namens „Expression“ ein. Die Basisversion ist nur mit dem kleinen E-Motor kombinierbar, die Topversion nur mit dem großen E-Motor. In der mittleren „Expression“-Version stehen beide Aggregate zur Wahl. Die Reichweite soll bei allen Versionen über 220 Kilometern liegen. Dabei handelt es sich um eine vorläufige Angabe, denn die Homologation steht noch aus. Zur Orientierung: Aktuell kommt der Spring auf 230 Kilometer nach WLTP und 305 Kilometer im City-Zyklus.

Beim Laden bleibt alles beim Alten: Über den Ladeport an der Front lädt das A-Klasse-Modell mit 7 kW AC und kann so in knapp elf Stunden an einer Haushaltssteckdose bzw. in vier Stunden an einer Wallbox von 20 auf 100 Prozent aufladen. Die DC-Ladefunktion mit 30 kW bleibt optional (von 20 auf 80% SoC in 45 Minuten). Auf wirklich schnelles Laden müssen Kunden weiterhin verzichten. Dafür wird der Spring dank eines optionalen Adapters nun V2L-fähig. Mit dem aufpreispflichtigen Zubehör verwandelt sich der Ladeport in eine herkömmliche 220V/16A-Steckdose, mit der externe Geräte betrieben werden können. Neu ist außerdem ein regeneratives Bremssystem, das durch die Wahl des „B-Modus“ über die neue Getriebesteuerung aktiviert wird.

Und: Der elektrische Dacia fährt weiterhin als Leichtgewicht vor und bleibt mit nun sechs Kilo mehr (984 Kilogramm ) unter der Grenze von einer Tonne. Die bisherige Zuladung von 330 Kilo dürfte analog zum einstelligen Kilo-Gewichtszuwachs leicht schrumpfen. Aber auch hier ist noch die Homologation abzuwarten. Das Kofferraumvolumen steigt gleichzeitig von 290 auf 308 Liter (bei umgeklappten Rücksitzen 1.004 Liter). Hinzukommen knapp 33 Liter Stauvolumen im Innenraum. Neu ist zudem ein optionaler Frunk unter der vorderen Haube mit 35 Litern Stauraum. Daneben bewirbt Dacia sein im Duster eingeführtes und im Spring nun ebenfalls Einzug haltendes „YouClip“-System, mit dem an verschiedenen Befestigungspunkten (im Spring sind es einer auf dem Armaturenbrett und zwei auf der Mittelkonsole) bei Händlern bestellbares Zubehör wie Smartphone-Halter, Lampen oder Taschen angeklippt werden können. Künftig soll diese Lösung in allen neuen Dacias Anwendung finden.

Wenn wir schon im Innenraum sind: Alle Versionen verfügen künftig über ein 7-Zoll-Kombiinstrument hinter einem neuerdings höhenverstellbaren Lenkrad und (außer in der Basisversion) ein 10,1-Zoll-Zentraldisplay. Diese Aufteilung ist uns ebenfalls aus dem neuen Duster bekannt. In der Einstiegsversion verfügt der Spring anstelle des Zentraldisplays über einen Klemmmechanismus, um das eigene Smartphone in horizontaler Ausrichtung zu befestigen und mittels Bluetooth und einer speziellen App als Screen zu nutzen. Die Bedienung erfolgt dabei über das Lenkrad. Was die Farbpalette und die Materialien für den Innenraum angeht, hat Dacia sich für „höhere Qualität“ und gleichzeitig eine „Reduzierung der Optionen“ entschieden. Hartplastik dominiert dabei nach wie vor.

Ab Werk stets verbaut sind im Spring neben dem 7-Zoll-Kombiinstrument ein höhenverstellbares 3-Speichen-Lenkrad, Servolenkung, ein Geschwindigkeitsbegrenzer, ein Tempopilot, Radiobedienung am Lenkrad, eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung, elektrische Fensterheber vorne, ein Parkradar hinten und eine 12-Volt-Steckdose. In der Ausstattungslinie „Expression“ sind darüber hinaus u.a. eine manuelle Klimaanlage, 15-Zoll-Räder (bei der 48-kW-Motorisierung), ein Regensensor und Lichtautomatik an Bord. Die „Extreme“-Version bietet darüber hinaus u.a. elektrische Außenspiegel, elektrische Fensterheber auch hinten, das Multimediasystem Media Nav Live mit 10,1-Zoll-Mittelbildschirm und drahtlose Konnektivität per Apple CarPlay oder Android Auto. Außerdem wartet der Spring „Extreme“ mit einer speziellen Beklebung an den Stoßfängern auf.

Grundsätzlich wurde beim Spring schon mehrfach Hand angelegt. 2021 kam er zunächst ausschließlich mit 33 kW Leistung auf den Markt. 2022 erhielt er eine leicht veränderte Optik und 2023 als Option den stärkeren 48-kW-Antrieb. Es gibt zudem eine Cargo-Version, die aber in Deutschland nicht erhältlich ist. Produziert wird der Spring seit Beginn bei Dongfeng im chinesischen Wuhan.

„Der neue Dacia Spring übernimmt die weiterentwickelte Designsprache der Marke und ist ein deutliches Zeichen dafür, dass er ein wichtiges Mitglied der Dacia Familie ist und bleiben wird“, äußert David Durand, Vice President Design Dacia. „Wir haben ihm ein seriöses und selbstbewusstes Design gegeben. Der neue Spring baut auf dem Erfolg des vorherigen Modells auf und behauptet selbstbewusst seine eigene Identität.“

Dacia betont, dass der Spring nach seiner Markteinführung im Herbst 2021 in den Folgejahren 2022 und 2023 je das am dritthäufigsten an Privatpersonen verkaufte Elektroauto in Europa gewesen sei. Insgesamt wurden laut Herstellerangaben seit Marktstart gut 140.000 Dacia Spring abgesetzt, darunter mehr als 31.000 Einheiten in Deutschland. Zu rund 90 Prozent greifen Kunden dabei hierzulande zur höheren Ausstattung (aktuell gibt es nur „Essential“ und „Extreme“), heißt es in einer unternehmensinternen Statistik. Außerdem macht Dacia gesammelte Fahrzeugdaten publik, wonach die Spring-Kundschaft durchschnittlich 37 Kilometer am Tag mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 37 km/h fährt. Und: 90 Prozent aller Fahrten seien kürzer als 70 Kilometer und zu 75 Prozent werde der Dacia Spring zu Hause geladen. Auf diese Daten stützt Dacia auch seine Argumentation, dass beim aktuellen Antrieb aus Kundensicht kein Handlungsbedarf besteht.

dacia.de

7 Kommentare

zu „Design neu, Antrieb altbekannt: Dacia frischt seinen Spring auf“
Lodi
22.02.2024 um 07:54
Alle sagen das geht nicht, einen Elektro Kleinwagen bauen, dann kam Dacia, glaube die wusten das nicht und hab e seinfach gemacht ...
Robert
22.02.2024 um 08:05
Hauptsächlich nur Optische Anpassungen, und das Crashverhalten bleibt der Dacia spring dann weiterhin bei einem Stern? also eine Vergrößerung der Batterie auf 32 Kw/h wäre schon angebracht und auch das schnelladen hätte man schon verbessern können auf mind. 50KW. Jja gut ist eben ein reines Stadtfahrzeug und nur für Kurzstrecken geeignet da sollte der Preis meienr Meinung nach max. 15.000 Euro sein alles andere wäre zu überteuert
Ralf
22.02.2024 um 09:49
Der Spring hat einen einphasigen Lader. An einer 11 KW Wallbox kann er eine Phase nutzen, d.h. mit maximal 3,7 KW laden. An einer 22KW Ladesäule könnte er theortisch mit 7,4 KW laden, aber nicht in Deutschland wegen der Schieflastverordnung. Da sind maximal 4,5 KW maximal auf einer Phase möglich. Also braucht man um einen Spring 26,8 kWh Akku 100% vollzuladen an einer 11 KW Wallbox ca. 7 Stunden 15min und an einer 22 KW Ladesäule ca. 6 Stunden. Leider kommuniziert das Renault nicht. Das gleiche gilt übrigens auch für das Österreicher und Schweizer Stromnetz.
T. Pietsch
22.02.2024 um 13:01
Renault gibt es nicht an weil es nicht stimmt. Der Spring kann an jeder 22er Wallbox 7 kw laden. Selbst an einem Go e charger der an einer cee 32 Steckdose steckt. Nun warum ? Ist doch Schieflast. Tja genau da kommt die Wallbox ins Spiel Eine Wallbox ist nämlich keine "dumme" Steckdose. Sie verteilt die 1 Phasig geladenen 7 kw intern auf 2 Phasen. So hält sie die Schieflastverordnung ein. Das Auto merkt da nichts von. Dies können nur 22er Wallboxen. Denn nur diese haben nötige stärkere Verdratung 6mm pro Phase. Deshalb sind reine 11kw Boxen da raus.
Hans
23.02.2024 um 13:13
Ich habe eine go.e wallbox mit 22kW, die verteilt die Last nicht auf zwei Phasen. Oder sie macht es so heimlich, dass sie das sogar in der Administrationsoberfläche vertuscht. Sie hält sich auch nicht an die Schieflastverordnung, da steht einfach eine Warnung, wenn man den Strom auf 32A hochstellt.
Ralf
22.02.2024 um 15:28
Da der Spring aber nur eine Phase mit seinem Lader nutzen kann ist er auf die 3.7KW Ladegeschwindigkeit an 11 KW Ladestation und 4.5 KW an 22 KW Ladestation beschränkt. Ein VW E UP oder Golf E hat einen 2 phasigen Lader und kann das was sie beschrieben haben. Egal ob an öffentlicher Ladestation normaler Wallbox E GO Charger oder Juice Booster. Ich weiß wovon ich spreche, meine Frau fährt so einen Spring und ich muss ihn ständig laden.
Andreas
22.02.2024 um 10:14
Der Spring ist der Beweis, dass ein preiswertes Auto nicht billig aussehen muss. Ich bin ein untypischer Autonutzer und wünschte mir Schnell-Laden und die Option einen Zusatzakku einsetzen zu können. V2H oder V2G müssen in Zukunft bei jedem Auto dazugehören. Das wäre viel wichtiger als Wasserstoff. Außerdem gehört PV auf jedes Autodach geklebt.

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