Electra ermöglicht das Laden bei Ionity, Fastned und Atlante für 64 Cent

Electra bietet über seinen kostenpflichtigen Ladetarif nun in Deutschland auch den Zugang zu den Ladesäulen der ChargeLeague-Mitglieder. Für 9,99 Euro im Monat kostet die Kilowattstunde bei Electra 39 Cent, während bei Ionity, Fastned und Atlante 64 Cent fällig werden. Zugleich hat das Unternehmen den Ad-hoc-Preis an den eigenen Schnellladesäulen deutlich erhöht.

Ionity electra
Bilder: Electra, Daniel Bönnighausen

Bereits im Frühjahr gab die Lade-Allianz ChargeLeague (ehemals Spark Alliance) bei der Gründung das Ziel aus, dass Kunden eines Anbieters künftig ohne App-Wechsel auch bei allen anderen laden können sollen. Im Juli folgte jedoch zunächst die erste Stufe der Integration. Seitdem zeigen die vier Gründungsmitglieder Electra, Ionity, Fastned und Atlante nicht nur die eigenen Ladepunkte in ihren Apps an, sondern auch die der anderen Ladesäulenbetreiber.

Erst vor wenigen Wochen richtete die ChargeLeague dann den Branchengipfel WATT 2025 aus. Für Elektroautofahrer der wohl wichtigste Punkt auf der Agenda: In den kommenden Monaten wollen die vier CPOs damit beginnen, die Nutzung ihrer Lade-Abonnements auf das gesamte ChargeLeague-Netzwerk auszuweiten. Electra ist der erste der vier Schnellladeanbieter, der ab sofort den Zugang zu den Ladesäulen der anderen drei Mitglieder ohne App-Wechsel ermöglicht – zumindest in Deutschland.

Der Zugang erfolgt nun über den kostenpflichtigen Tarif „Electra+“, der bislang bei einer Grundgebühr von 9,99 Euro im Monat ausschließlich das vergünstigte Laden für 39 Cent pro Kilowattstunde an den eigenen Standorten bot. Mit diesem Tarif zahlen Elektroautofahrer in Deutschland bei Ionity, Fastned und Atlante 64 Cent pro Kilowattstunde, wobei Atlante hierzulande noch keine eigenen Ladeparks betreibt.

„Für alle Kunden, die zwar die Electra-App nutzen, aber kein Electra+ Abo abgeschlossen haben, gilt der jeweilige App-Preis des ChargeLeague-Anbieters, an dessen Station geladen wird; eine weitere App, um beispielsweise an einer Ionity-Station zu laden, ist nicht notwendig“, so Electra.

In der Praxis stimmt das jedoch nicht ganz, denn es werden die Ad-hoc-Preise aufgerufen. Für Ionity zeigt Electra einen Kilowattstundenpreis von 75 Cent an. Den gleichen Preis ruft das Schnelllade-Joint-Venture auch für das Ad-hoc-Laden auf. In der eigenen App ohne kostenpflichtiges Abo werden jedoch nur 70 Cent fällig. Fastned unterscheidet nicht zwischen App- und Ad-hoc-Preis, hier liegen beide Varianten bei 73 Cent pro Kilowattstunde.

Noch offen ist, wann Ionity, Fastned und Atlante den Zugang zu den Ladepunkten der jeweils anderen ChargeLeague-Mitglieder freischalten. Unklar bleibt außerdem, wann alle vier Anbieter den angekündigten europaweiten Zugang ermöglichen.

Mit Blick auf das eigene Ladenetz teilt Electra weitere Änderungen mit. Ab sofort bietet das Unternehmen im „Electra+“-Tarif noch eine zweite Option an. Wer sich für diese entscheidet, zahlt nur eine Grundgebühr von 1,99 Euro im Monat. Der Kilowattstundenpreis beträgt dann aber 49 Cent.

Erst seit Anfang Oktober hatte Electra keinen Unterschied mehr zwischen App-Nutzern und spontanen Ladevorgängen gemacht, beide Gruppen zahlten 49 Cent pro Kilowattstunde. Seit dem 1. Dezember gelten jedoch neue Preise. App-Nutzer ohne Abo zahlen nun 54 Cent. Deutlich stärker fällt die Erhöhung beim Ad-hoc-Laden aus: Der Preis stieg Anfang des Monats von 49 auf 69 Cent pro Kilowattstunde.

Quelle: Info per E-Mail

11 Kommentare

zu „Electra ermöglicht das Laden bei Ionity, Fastned und Atlante für 64 Cent“
Pfuzy
08.12.2025 um 17:09
Das ist in keiner Weise mit der AFIR vereinbar. Es ist längst überfällig, dass die Regulierungsbehörden diesem völlig inakzeptablen Schlupfloch ein Ende setzen. Betreiber nutzen diese Lücke gezielt aus, um in ihrer eigenen App niedrigere Tarife anzubieten und Kundinnen und Kunden dazu zu zwingen, eine weitere App zu installieren. Das eigentliche Ziel besteht offensichtlich darin, an persönliche Kontaktdaten zu gelangen.
Jürgen
09.12.2025 um 07:48
Und was soll jetzt der Vorteil der charge league sein? Abzocke? Wenn man schon einen Verbund hatte, dann sollte jeder bei jedem für den gleichen Preis zahlen könne . Also Electra oder Ionity Abo, gleicher Preis von 0,39 € an alle Ladesäulen. Ansonsten ist das ein Papiertiger.
Robert K.
09.12.2025 um 09:08
Bin im übrigen (neben diesen Preisgestaltungen und dem miesen "Roaming") auch sehr enttäuscht über die Bezahlmöglichkeiten. WARUM überall als Minimalstandard Kreditkarte respektive EMV-Verfahren. Ich dachte immer, wir seien in Europa und hätten mit SEPA ein kostengünstiges Verfahren und die Girocard (aber da will der ZKA ja keine Durchsetzung - vermittles horrender Preise). Als Firma habe ich keine KK und freue mich daher, wenn alles von einem Konto mit SEPA-Lastschrift abgeht. Aber bei Ionisierenden Anbietern geht das ja nicht. (nicht die einzigen)
Tom
09.12.2025 um 13:44
Das ist und bleibt Wucher!
Marcus Fiege
10.12.2025 um 13:35
Der Wahnsinn geht weiter und treibt ständig neue Blüten aus. Wer bitteschön soll sich ständig wechselnde Szenarios/Allianzen/Tarife merken? Es lohnt sich einfach nicht. Bist Du es verstanden ist, gibt es schon wieder ein neues Produkt, 10 neue CPO's usw. usw. Es bleibt das stabile Gefühl mit völlig absurden kWh-Preisen bei jeder sich bietenden Gelegenheit unterwegs über den Tisch gezogen zu werden. So wird Transformation massiv behindert, obwohl es ARIF-Regeln auf europäischer Ebene gibt. Aber was ist ein "angemessener Preis" für die kWh ? Ich empfinde es als "unterlassene Hilfeleistung" wenn sich die Regulierungsbehörden sich dem Thema nicht endlich annehmen. Warum keine "Strompreisbremse" an den Ladesäulen ? Und bitte: der Strommarkt dürfte einer der stärksten regulierten Märkte überhaupt sein. Warum eine Preisbremse ausgerechnet hier ein Tabu sein soll, verstehe ich nicht. Man male sich mal kurz aus, wenn der Ladestrom unterwegs (wie in CN) 20-30 Cent/kWh kosten würde, wie schnell dann der Umstieg auf E-Mob laufen könnte :-)
Simon Hutsch
11.12.2025 um 16:57
Genau das ist es
Simon Hutsch
11.12.2025 um 16:54
70 Cent wenn ich nur im Besitz der Ionity App bin, ohne Grundgebühr, was für ein krasser Vorteil zu 0.69 Cent. Wollt ihr uns komplett verarschen. 11,99€ bei Ionity und ich kann für 0,39 Cent Strom tanken. Ihr seid alle komplett verblendet. Ihr wundert euch, warum so wenig e Autos verkauft werden. Ich bin im Besitz von 2 e Autos. Mein nächstes Langstrecken Fahrzeug wird definitiv wieder ein Diesel. Ich habe mit meinem Skoda Enyaq IV 80 auf der Autobahn mit zügigen 150 kmh einen Durchschnitt von 30 kwh auf 100km gehabt. Bei eurem tollen Angebot sind das 20,70€ auf 100 Kilometer. Wow, ein Schnäppchen. Dazu muss ich noch alle 220km anhalten um Strom zu laden, echt geil. Wie kann man nur so eine Schlagzeile schreiben, schämt euch.
Nek
19.12.2025 um 17:36
Fahr doch einfach langsamer. Zwingt dich ja keiner mit zügigen 150 zu fahren.
Svett
11.12.2025 um 21:47
Nicht ein Wort von Kritik an dieser Preispolitik. Ihr seid nicht neutrale Beobachter, sondern die Presse FÜR Elektromobilität!!!! Da bin ich bei Simon: schämt euch!
Uwe
14.12.2025 um 11:11
Das ist das aller letzte, Preise sollten an allen Ladesäulen (max 0,39€) gleich sein, und schon würde keiner mehr über E Autos reden sondern kaufen. Man stelle sich vor, an allen Tankstellen die Preistafeln verschwinden lassen und nur über App Tanken können, was glaubt ihr wie schnell unsere Regierung handeln würde.
Mirko
18.12.2025 um 10:51
Und für jede Tankstellenkette braucht es eine andere App, wo dann noch je nach Abomodell der Liter Sprit dann zwischen 1,10€ und 3€ kostet. Wenn ich nicht Zuhause laden könnte würde ich mir aktuell auch noch echt schwer tun mit dem Umstieg auf ein Elektroauto. Ich verstehe die Kritiker im Punkt Preistransparenz voll und ganz. Wenn man nicht aufpasst kostet die Reise mit dem E-Auto plötzlich doppelt so viel wie mit einem Verbrenner.

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