Leapmotor D19 bekommt Range Extender von ZF

Der deutsche Zulieferer ZF hat für seine weiterentwickelte Range-Extender-Technologie eRE+ einen ersten Kundenauftrag gewonnen: Der chinesische Autohersteller Leapmotor wird für das Premium-SUV D19 ab 2026 eine Version mit Range Extender von ZF anbieten.

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Bild: Leapmotor

Auf der Auto China hatte ZF im April in Shanghai gleich zwei Range-Extender-Systeme präsentiert, die die Reichweite eines Elektroautos mit einem als Generator fungierenden Verbrennungsmotor verlängern können. Der vom europäischen Autokonzern Stellantis unterstützte chinesische Hersteller Leapmotor hat sich nun für sein neues Flaggschiff-Modell D19 entschieden, auf Range Extender des Zulieferers vom Bodensee zu setzen. Gebaut werden diese Range Extender aber direkt in China.

Entschieden hat sich Leapmotor dabei für die Variante eRE+, die ZF als „weiterentwickelt“ gegenüber dem einfacherer System eRE bezeichnet. Neben dem üblichen Generatorbetrieb bietet der eRE+ zusätzlich einen zuschaltbaren Allradantrieb über die Vorderachse und soll mit einer Antriebsleistung von bis zu 200 kW einen „zusätzlichen Boost für Überholmanöver“, so die Friedrichshafener.

Der D19, ein 5,20 Meter langes SUV, wird von Leapmotor einerseits als vollelektrisches Fahrzeug mit einem großen Akku von 115 kWh und 720 km CLTC-Reichweite angeboten, dann entsprechend ohne den eRE+. Andererseits ist er ab 2026 aber eben auch mit jenem Range Extender von ZF verfügbar und kommt dann auf eine Gesamtreichweite nach CLTC von über 1.000 Kilometern. EREV, also Extended Range Electric Vehicles, sind gerade im ländlichen China beliebt und haben im Gesamtmarkt teilweise höhere Wachstumsraten erreicht als die Batterie-elektrische Autos. Zuletzt hat sich der Trend aber wieder etwas abgekühlt.

„Range Extender sind aktuell vor allem in den Automobilmärkten China und Nordamerika immer mehr gefragt“, erklärt hingegen Sebastian Schmitt, Leiter der ZF-Division Elektrifizierte Antriebstechnologien. Sie sollen helfen, mit einem Batterie-elektrischen Fahrzeug unabhängig von der Ladeinfrastruktur mobil zu sein. „Auf diese Nachfrage haben wir uns rechtzeitig eingestellt mit einem flexiblen Angebot von Range-Extender-Technologie und Produktionskapazitäten vor Ort. Diese Strategie hat gefruchtet und zu unserem Neuauftrag für Leapmotor geführt“, sagt Timo Maisel, verantwortlich für die Division Elektrifizierte Antriebstechnologie in Asien.

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Range Extender eRE+ von ZF
Bild: ZF

Basis des erweiterten Range Extenders eRE+ ist eine E-Maschine mit einem integrierten Inverter, passender Software und Planetengetriebe. Während die kleinere Variante eRE als reiner Stromgenerator konzipiert ist, verfügt der eRE+ darüber hinaus über eine intelligente Kupplung und ein Differenzial. So kann er auch als zeitweise zuschaltbarer Sekundärantrieb für ein Allradfahrzeug genutzt werden. Der für den Leapmotor D19 eingesetzte eRE+ leistet 90 kW Generatorleistung, wobei ZF den eRE+ in einer Bandbreite von 70 bis 150 kW anbietet. Im schon erwähnten Boost-Modus kann der eRE+ kurzzeitig auch eine Peak-Leistung von 200 kW erreichen. Der dabei eingesetzte Verbrennungsmotor stammt übrigens nicht von ZF.

Mathias Miedreich, im September gekürter neuer CEO von ZF, sieht in Range Extendern „eine Brücke zwischen den heutigen Kundenbedürfnissen und der vollelektrischen Zukunft. Sie leistet einen wichtigen Beitrag, CO2-Emissionen signifikant zu reduzieren und verhilft Modellen, die auf reinen Elektro-Plattformen basieren, zu mehr Akzeptanz und Marktdurchdringung“, so Miedreich. Range Extender könnten „die Reichweitenangst bei Endkunden überwinden und gleichzeitig die EU-Klimaziele effektiv unterstützen“, so Miedreich weiter, der mit einer politischen Forderung schließt: „Eine EU-Zulassung des Range Extenders über das Jahr 2035 hinaus wäre ein pragmatischer Schritt, der zum realistischeren Blick Brüssels auf den Hochlauf der E-Mobilität passen würde.“

zf.com

6 Kommentare

zu „Leapmotor D19 bekommt Range Extender von ZF“
Micha
12.12.2025 um 10:00
Absolut idiotische Entwicklung, erstens sind die Reichweiten heutiger Elektroautos groß genug und zweitens macht es keinen Sinn wieder etwas ineffizientes (Verbrenner) in etwas supereffizientes (Elektro) zu integrieren. Aber ja, Diesel-Dieter wird halt weiter den Bullshit für toll befinden den ihm die Fossilindustrie versetzt. Mit 5 Mrd Gewinn täglich (seit 50 Jahren) bleibt genug Geld um Märchen in die Welt zu setzen
Theiler
13.12.2025 um 14:03
Na ja, wer gerne Beides haben möchte und nicht auf Servicekosten für einen sinnlosen Benzinmotor verzichten kann, den er notabene noch zusätzlich herumschleppt?
Alexander Neufang
12.12.2025 um 13:08
Ein respektloser, defätistischer, fehlerhafter, ergo nicht relevanter Kommentar.
Ralf
12.12.2025 um 14:46
Ich fahre seit vielen Jahren verschiedene Hybrid Fahrzeuge. Seit 2021 einen DS7 PlugIn. Damals gab es keine E-Fahrzeuge mit der notwendigen Anhängelast. Nach 100.000 km (ca. 70% eklektisch) und trotz der Verbesserungen bei der E.Technik, bereue ich diese Entscheidung nicht, im Gegenteil. Wenn ich an Länder denke wie Nord- und Südamerika, China, Afrika, etc. ist nur eine solche Technologie sinnvoll. Ich persönlich halte das Aus vom Verbrenner-Aus für Europa nicht zielführend, aber Hut ab vor diese zukunftweisenden Entscheidung von ZF. Wir erreichen die CO2 Reduktion nur schrittweise.
Cubetto
12.12.2025 um 17:56
Es mag ja sein, dass es für Ihren ganz speziellen Einsatzzweck vor fünf Jahren noch kein geeignetes BEV gab. Wir reden hier aber von der ZUKUNFT eines der größten Automobilzulieferers in Deutschland. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses komplizierte und mutmaßlich teure Konzept auf die erforderlichen Stückzahlen kommt, die erforderlich wären um das Überleben des Unternehmens nachhaltig zu sichern. Wie kommen Sie auf die Idee, dass außerhalb von Europa und Asien "nur eine solche Technologie" sinnvoll ist? Glauben Sie, dass es in Afrika und Südamerika keinen Strom gibt? Gerade der Aufbau lokaler PV-basierter Netze ist deutlich einfacher zu realisieren als ein dichtes Tankstellennetz für flüssige Kohlenwasserstoffe, die meist für teures Geld importiert werden müssen. https://www.energiezukunft.eu/mobilitaet/wie-ostafrikanische-staaten-das-verbrenner-zeitalter-hinter-sich-lassenWenn Sie sich die Geschichte von technischen Innovationen ansehen, dann verlaufen diese eher nicht "schrittweise". Da gibt es Kippunkte und dann geht es ganz schnell, disruptiv! Das, was ZF da vorgestellt hat ist sicherlich beeindruckende Ingenieurskunst, aber wie gesagt nichts, was im Massenmarkt in 5 Jahren noch gefragt sein wird.
Claudia
17.12.2025 um 22:29
Die Reichweitenangst steckt nun mal in vielen Leuten drin. Ich würde den Privatanteil für Verbrenner-Geschäftsautos von derzeit 1 auf 1,5% hochsetzen und mit den Steuer-Mehreinnahmen (in Kooperation mit E-Auto-Herstellern) Gutscheine ausgeben, mit denen jeder Verbrenner-Fahrer in Deutschland kostenlos einen Monat lang ein E-Auto seiner Wahl fahren und ausprobieren darf. Laut ChatGPT gibt es keine verlässliche Statistik, wieviel Steuereinnahmen das aktuell sind, aber es nennt 4-9 Mrd. Euro. Wenn es nur 4 Mrd. wären und die würden sich also um 50% steigen, stünden 2 Mrd. Euro für die Gutscheine zur Verfügung. Ich bin mir sicher, dass einige Menschen nach diesem Monat ihre Reichweitenangst verlieren.

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