Feine Risse: BVG zieht 70 E-Busse von Ebusco aus dem Verkehr
Wie die Tageszeitung „nd“ berichtet, sind im Zuge von Routinekontrollen bei rund 70 von 270 Elektrobussen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) Schäden festgestellt worden. Das bestätigte ein BVG-Sprecher auch gegenüber mehreren Medien. Konkret handelt es sich bei den Auffälligkeiten um kleine Risse am Fahrzeugrahmen, die jedoch kein Sicherheitsrisiko darstellen sollen. Trotzdem wurden die betroffenen Busse – allesamt von Hersteller Ebusco – nun erstmal aus dem Verkehr gezogen – „wie bei Garantiefällen üblich“, heißt es.
Abgestellt wurden die Ebusco-Fahrzeuge auf einer Fläche des Busdepots Indira-Gandhi-Straße in Hohenschönhausen. Laut der BVG sollen die Reparaturen an ihnen voraussichtlich kurz nach dem Jahreswechsel beginnen und noch im ersten Quartal abgeschlossen werden. Den Betrieb soll die temporäre Stilllegung der 70 E-Busse indes nicht im größeren Stil einschränken.
Für Hersteller Ebusco reißen mit der BVG-Reklamation die schlechten Nachrichten nicht ab. Das Unternehmen ist schon länger angeschlagen und kämpft mit einer finanziell kritischen Lage. Damit verbunden haben die Niederländer durch Verzögerungen bei der Produktion in der letzten Zeit eine Reihe von E-Bus-Aufträgen verloren, beispielsweise von den Verkehrsbetrieben St. Gallen, Connect Bus oder Svealandstrafiken.
„Nd“ schreibt, dass Ebusco die eigene Fertigung inzwischen komplett aufgegeben habe und alle Arbeiten an den neuen Fahrzeugen im Auftrag erledigt würden. Dass das Unternehmen die Produktion auch an Dritte vergibt, hatte Ebusco vor einem Jahr offiziell kundgetan. Damals wurde die Einführung eines „Auftragsfertigungsmodells“ angekündigt.





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