Nio steigert E-Auto-Absatz auf über 325.000 Fahrzeuge

Der chinesische Hersteller Nio hat im vergangenen Jahr 326.028 Elektroautos der Marken Nio, Onvo und Firefly ausgeliefert und damit 46,9 Prozent mehr als 2024. Die Millionen-Marke bei den kumulierten Auslieferungen hat Nio aber ganz knapp verpasst.

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Bild: Nio

Lange Zeit haben sich die chinesischen E-Auto-Startups Nio und Xpeng quasi im Gleichflug entwickelt – mal hatte das eine Unternehmen einen etwas stärkeren Monat, mal das andere. Vor einem Jahr, also im Dezember 2024, lag der Nio-Konzern etwa bei 31.138 Einheiten, Xpeng bei 36.695. Da Xpeng in den ersten Monaten des Jahres 2024 etwas schwächer war, lag im Gesamtjahr Nio mit 221.970 zu 190.068 verkauften Elektroautos vorne.

Zwölf Monate später hat sich das Bild gedreht: Nio konnte mit seinen drei Markten Nio, Onvo und Firefly zwar stabil wachsen und den Absatz um 46,9 Prozent auf 326.028 E-Autos steigern. Xpeng hat jedoch in 2025 um 126 Prozent zugelegt und ist Nio um mehr als 100.000 Fahrzeuge enteilt.

Was Nio aber positiv stimmen kann, ist der Jahresabschluss 2025: Während Xpeng und andere Autobauer wie BYD einen schwachen Dezember hatten, hat Nio mit 48.135 Auslieferungen ein gutes Ergebnis erzielt – 54.6 Prozent über dem Vorjahresmonat und damit stärker zugelegt als im Gesamtjahr. In Summe war es ein sehr starkes Schlussquartal: Im Q4 hat Nio insgesamt 124.807 Autos ausgeliefert (+71,7 %). Das heißt auch: 38 Prozent aller 2025 ausgelieferten Nios sind im vierten Quartal auf die Straße gekommen.

Für den Dezember schlüsselt Nio die Verkäufe auch etwas weiter auf: Von den 48.135 Fahrzeugen im Dezember sind 31.897 Einheiten auf die Marke Nio entfallen, 9.154 haben das Onvo-Logo getragen und 7.084 E-Kleinwagen der Marke Firefly runden das Ergebnis ab. Während im Jahresverlauf teilweise Onvo die stärkste Marke war, hat im Dezember Nio den größten Beitrag zum Ergebnis geleistet. Für das Gesamtjahr hat Nio die Zahlen aber nicht weiter aufgesplittet.

Das Unternehmen erwähnt nur noch, dass der Nio ES8 im Dezember kumuliert 40.000 Auslieferungen überschritten hat. Nio hatte im vergangenen Jahr eine neue Generation seines Flaggschiff-SUVs vorgestellt. Seit Beginn der Auslieferungen überhaupt steht Nio zum Stichtag des 31. Dezember 2025 übrigens bei 997.592 Fahrzeugen – und hat die Millionenmarke zum Jahresende also nur denkbar knapp verpasst.

nio.com

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2 Kommentare

zu „Nio steigert E-Auto-Absatz auf über 325.000 Fahrzeuge“
Paul-Gerhard Fenzlein
08.01.2026 um 09:51
Die im Vergleich zu Xpeng niedrigeren Verkaufszahlen von NIO im Jahr 2025 sollten nicht isoliert betrachtet werden. NIO hat in diesem Zeitraum einen der tiefgreifendsten technologischen Umbrüche seiner Unternehmensgeschichte vollzogen. Die vollständige Umstellung von der 400-V-Architektur auf die hochmoderne 900-V-Plattform NT 3.0 ist kein normales Modellupdate, sondern ein fundamentaler Neuaufbau der Fahrzeug- und Softwarearchitektur. Solche Plattformwechsel gehen zwangsläufig mit Produktionsanpassungen und temporär geringeren Auslieferungen einher – sind jedoch Voraussetzung für höhere Effizienz, bessere Ladeperformance und langfristige Wettbewerbsfähigkeit. Zusätzlich investierte NIO über 350 Mio. USD in die Eigenentwicklung des 5-nm-ADAS-KI-Chips „Shenji“ NX9031. Diese vertikale Integration reduziert Abhängigkeiten, stärkt die technologische Differenzierung und wirkt mittelfristig margensteigernd – insbesondere im Premiumsegment mit Modellen wie dem ET9 und dem neuen ES8. Parallel dazu wurden mit Firefly (globaler Kleinwagen) und dem ONVO L90 (dreireihiger SUV im mittleren Preissegment) zwei neue Produktlinien industrialisiert. Die dafür nötige Skalierung gelang erst mit der dritten Fabrik F3, was sich in deutlich steigenden Zulassungszahlen ab Oktober und besonders im Dezember widerspiegelt. Für 2026 stellt CEO William Li ein Absatzwachstum von rund 50 % sowie Bruttomargen von etwa 20 % in Aussicht. Vor dem Hintergrund einer stabilisierten NT-3.0-Plattform, sinkender Stückkosten und eines nun vollständigen Modellportfolios ist dieses Ziel ambitioniert, aber strategisch nachvollziehbar. Zusätzlichen Rückenwind liefern der weltweite Ausbau des Batteriewechselsystems sowie die Anfang Januar 2026 vertiefte Technologiepartnerschaft mit CATL. Fazit: 2025 ist bei NIO kein Schwächejahr, sondern ein Übergangsjahr. Entscheidend ist nicht der kurzfristige Absatzvergleich, sondern die Skalierung der nun geschaffenen technologischen Basis ab 2026 – und genau dort liegt das Potenzial.
Michael
08.01.2026 um 10:51
Da hat aber jemand (auch unter anderen Artikeln) ein gewaltiges Sendungs-Bewusstsein rund um Nio… Aber betrachten wir es mal so: Bei Xpeng hat die Öffnung nach unten mit dem Mona M03 voll funktioniert, der Absatz ist enorm gestiegen. Onvo und Firefly sind aver alles andere als Selbstläufer.Und auch bei den größeren Modellen ist Xpeng nicht stehen geblieben, sondern hat ebenfalls eine enorme Weiterentwicklung gezeigt. Die Ladeperformance der Modelle ist enorm, selbst mit billigen LFP-Akkus. Wenn Sie die zweifelsfrei große Umstellung bei Nio auf die NT3.0 erwähnen, muss man gleichzeitig festhalten, dass auch Xpeng nicht stehen geblieben ist.Potenzial haben beide. Den Übergang muss man sich leisten können und die Ambitionen mit der neuen Basis, in die man investiert hat, auch erst einmal erfüllen. Also abwarten.

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