Zweites Sozialleasing-Programm in Frankreich endet
Frankreich hatte Anfang 2024 erstmals ein Sozialleasing-Programm für E-Autos aufgelegt, das nach nur sechs Wochen und rund 50.000 bewilligten Leasingverträgen schnell ausgelaufen war. Im Sommer 2025 beschloss die Regierung dann eine Wiederauflage – und seit Ende September 2025 konnten dann Anträge gestellt werden.
Nun hat das französische Wirtschaftsministerium mitgeteilt, dass mittlerweile 50.000 Fahrzeuge im Rahmen des Programms vergeben worden sind. Für den Fall, dass einzelne Leasingverträge noch platzen, soll es aber wohl noch eine Warteliste geben, wie das Automagazin „L’argus“ berichtet. Interessant ist der zeitliche Ablauf des Förderprogramms: Während in den ersten vier Wochen bereits 41.500 Anträge eingingen, hat es danach rund zweieinhalb Monate gedauert, die 50.000 E-Autos im Sozialleasing voll zu machen.
Beide Förderrunden zusammengerechnet, hat Frankreich damit nun bereits 100.000 Geringverdienern eine günstige Nutzung eines Elektroautos ermöglicht. In der zweiten Förderrunde liegen die Leasingraten je nach Modell zwischen 95 und 195 Euro – und das ohne Anzahlung. Diese niedrigen Raten sind durch einen Zuschuss von bis zu 7.000 Euro pro Fahrzeug möglich, der auf den monatlichen Leasingpreis umgelegt wird. In der ersten Förderrunde lag der Zuschuss sogar bei bis zu 13.000 Euro.
„Indem wir mehr als 100.000 einkommensschwachen Haushalten, insbesondere in ländlichen Gebieten, den Zugang zu einem Elektroauto zu einem unter dem Marktpreis liegenden Preis ermöglichen, machen wir den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft sowohl wirtschaftlich als auch attraktiv. Sozialleasing zeigt zudem, dass sich ökologischer Wandel, soziale Gerechtigkeit und industrielle Ambitionen vereinen lassen, indem es ein attraktives Angebot an in Frankreich und Europa produzierten Automobilen fördert“, erklärte
Monique Barbut, Ministerin für den ökologischen Wandel.
Indirekte Förderung der französischen Hersteller
Dabei erwähnt die französische Regierung auch, dass das Programm vor allem auch den französischen Autoherstellern zugute kam: „Soziales Leasing ist ein konkretes Instrument der Reindustrialisierung. Indem wir die Nachfrage auf in Frankreich und Europa produzierte Fahrzeuge lenken, schaffen und sichern wir Arbeitsplätze, Know-how und industrielle Investitionen und decken gleichzeitig einen von der französischen Bevölkerung erwarteten Bedarf. Der ökologische Wandel darf nicht gegen, sondern muss mit unserer Industrie erfolgen. Dieses System beweist, dass industrielle Wettbewerbsfähigkeit, Souveränität und Chancengleichheit Hand in Hand gehen“, erklärte Sébastien Martin, Staatsminister für Industrie.

Immerhin 34 Prozent aller bestellten Fahrzeuge werden in Frankreich hergestellt. Mit Abstand am Beliebtesten war der kompakte Stadtflitzer R5 von Renault mit über 11.500 Bestellungen. Zugleich entfielt rund die Hälfte aller Bestellungen auf 17 verschiedene Modelle aus dem Stellantis-Konzern, darunter der Peugeot E-2008 an der Spitze, gefolgt vom Peugeot E-208, Citroën ë-C3, ë-C3 Aircross und Fiat Grande Panda.
Sehr niedrige Einkommensgrenze
Zu den berechtigten Personen fürs Sozialleasing gehörten Haushalte mit mindestens einer arbeitstätigen Person und einem steuerlichen Referenzeinkommen von unter 16.300 Euro pro Person, die entweder mindestens 15 km zur Arbeit mit einem eigenen Auto pendeln oder mindestens 8.000 km pro Jahr mit dem Auto im Rahmen der beruflichen Tätigkeit fahren. In Frage kam das Programm vor allem für in Teilzeit arbeitende Menschen oder alleinerziehende Mütter.
Noch ist unklar, ob es eine dritte Auflage des Sozialleasings geben wird. Die SPD würde solch ein Programm ab 2027 gern auch in Deutschland auflegen, doch aktuell liegt der Fokus der Bundesregierung auf der Einführung einer neue E-Auto-Förderung von 3.000 bis 5.000 Euro für Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 80.000 Euro. Zwar soll im Rahmen dieses Programms wohl auch Leasing möglich sein, aber anders als beim französischen Sozialleasing ist dann z.B. keine monatliche Rate von nur 95 bis 195 Euro garantiert. Und auch Anzahlungen bei Leasingverträgen dürften bei diesem Programm wohl nicht ausgeschlossen sein. Frankreich wiederum bietet selbst auch eine Kaufprämie für E-Autos an, die je nach Einkommen zwischen 3.500 und 5.700 Euro liegt.





0 Kommentare