Rivian R2: Steht der Launch des Elektro-SUV kurz bevor?

Rivian hat die ersten Validierungsfahrzeuge für die Serienproduktion des Kompakt-SUV R2 gebaut. Sie sind in Normal im US-Bundesstaat Illinois vom neu installierten Band gelaufen. Laut Rivian-CEO RJ Scaringe sollen die Auslieferungen des Serien-R2 an Kunden „bald“ beginnen.

rivian r2 2024 05 min
Bild: Rivian

Der Bau der Validierungsfahrzeuge ist üblicherweise der letzte Schritt vor dem Beginn der Serienproduktion, die Rivian mit Blick auf sein Volumenmodell R2 bisher für das erste Halbjahr 2026 angekündigt hat. Die schon in Normal produzierten Vorserienautos dienen der finalen Zertifizierung und werden in der Regel zu Crashtests herangezogen. Rivian-CEO RJ Scaringe kommentiert auf der Social-Media-Plattform X nun, dass sich sein Unternehmen riesig freue, „bald mit der Auslieferung an unsere Kunden zu beginnen“. Das Statement nährt die Hoffnung, dass der Launch des R2 schon früh im ersten Halbjahr erfolgen könnte.

Klar ist: Der R2 soll für Rivian den Durchbruch bringen – „vergleichbar mit dem Tesla Model 3: ein Fahrzeug mit höherem Produktionsvolumen und niedrigeren Kosten“, wie etwa das US-Portal Electrek schreibt. Tatsächlich gibt es parallelen zwischen beiden Autobauern. Auch Tesla startete zunächst mit Premiummodellen und setzte erst Jahre später auf die Volumenbringer Model 3 und Model Y. Bei Rivian heißt das Oberklasse-Duo R1T und R1S. Mit dem kompakteren und erschwinglicheren Elektro-SUV R2 sollen nun die Verkaufszahlen deutlich steigen. Vorgestellt wurde die neue Baureihe bereits im Frühjahr 2024.

Damals wie heute gilt für den R2 ein Verkaufspreisen ab etwa 45.000 US-Dollar (rund 38.700 Euro) als ausgemacht, wobei zunächst – wie bei Produkt-Launchs oft üblich – teurere Varianten auf den Markt kommen dürften. Produziert wird der R2 dabei zunächst im bestehenden Werk in Normal. Den Bau eines neuen Werks in Georgia hat Rivian dagegen verschoben und im Endeffekt erst im September 2025 begonnen. Von diesem Schritt verspricht sich das Unternehmen Einsparungen (des für die Markteinführung des R2 nötigen Kapitals) in Höhe von 2,25 Milliarden Dollar. Die neu geschaffene Kapazität in Normal bezifferte Rivian jüngst auf bis zu 155.000 R2-Einheiten pro Jahr. Sobald die verschobene Produktion in Georgia am Netz ist, könnte die Jahreskapazität um 400.000 Einheiten steigen.

Auf dem R2 ruhen bei Rivian auch deshalb die Hoffnungen, weil der Autobauer schon länger eine mehr oder weniger einkalkulierte Durststrecke mit schwindenden Verkäufen und hohen Ausgaben erlebt. So hat der amerikanische E-Auto-Hersteller 2025 nur etwas über 42.000 Fahrzeuge ausgeliefert – und damit 18 Prozent weniger als im Vorjahr. Im vierten Quartal 2025 fiel das Minus erwartungsgemäß noch deutlicher aus. Hintergrund ist die zum Q3-Ende ausgelaufene US-Steuergutschrift auf E-Autos.

Über Wasser hält Rivian derweil vor allem die Partnerschaft mit Volkswagen, denn das Unternehmen ist seit 2024 ein zentraler Akteur im Netzwerk der Wolfsburger.  Mit einem Anteil von aktuell 12,3 Prozent ist VW mittlerweile auch zweitgrößter Shareholder von Rivian und will die Beteiligung weiter ausbauen. Und der Einstieg von VW hat Rivian nicht nur frisches Eigenkapital gebracht, sondern auch Umsatz: Denn das Joint Venture mit Volkswagen zur Entwicklung von Fahrzeugarchitekturen und Softwaresystemen hat allein im dritten Quartal 2025 rund 214 Millionen US-Dollar zum Umsatz von Rivian beigesteuert – neuere Zahlen liegen noch nicht vor.

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