Graphit-Deal mit Tesla: Syrah wohl weiter im Lieferverzug
Laut Reuters handelt es sich bereits um die dritte Fristverlängerung in dieser Angelegenheit. Es geht dabei um die 2021 zwischen Syrah Resources und Tesla geschlossenen verbindliche Abnahmevereinbarung über die Lieferung von Graphit als aktives Anodenmaterial aus der Syrah-Produktionsanlage in Vidalia im US-Bundesstaat Louisiana. Wie die Nachrichtenagentur angibt, umfasst dieser Vertrag die Lieferung von 8.000 Tonnen Graphit pro Jahr über einen Zeitraum von vier Jahren.
Tesla hatte im Juli 2025 eine erste Verzugsanzeige herausgegeben und erklärt, Syrah habe es versäumt, konforme Proben von aktivem Anodenmaterial aus seinem Verarbeitungswerk in Vidalia zu liefern. Die ursprüngliche Frist vom 16. September wurde zunächst auf den 15. November und anschließend auf den 16. Januar verlängert. Die Unternehmen haben laut einer Mitteilung von Syrah nun vereinbart, die Frist für die Behebung des Verzugs auf den 16. März 2026 zu verschieben, vorbehaltlich der Genehmigung durch das US-Energieministerium.
Mit dem Werk in Vidalia, Louisiana, will das australische Rohstoffunternehmen der erste große nicht-chinesische Lieferant für Batterie-Graphit in den USA werden. Tatsächlich ist das Werk der einzige vertikal integrierte Großproduzent von Anodenmaterialien außerhalb Chinas und damit auch die einzige Alternative zu chinesischen Lieferanten. Gemäß der Angaben von 2021 sollte Tesla der Großkunde für eine geplante Erweiterung des Werks Vidalia werden und hatte sich den Großteil der geplanten Produktionskapazität zu einem Festpreis gesichert.
Das ist aber immer das Risiko bei neuen Anlagen zur Rohstoff-Verarbeitung: Die Vorlaufzeiten sind lang, die Investitionen hoch und Verzögerungen immer möglich. Zwischen Vertragsabschluss und Lieferbeginn können sich die Bedingungen ändern – und die USA verfolgen etwa unter US-Präsident Donald Trump eine andere Politik als unter dessen Vorgänger Joe Biden. Auch bei Tesla hat sich die Lage geändert: 2021 war das Unternehmen noch voll auf Wachstum getrimmt, inzwischen hat Tesla zum zweiten Mal in Folge weniger Autos verkauft als im Vorjahr. Und auch die Pläne rund um die eigenen Batteriefertigung soll Tesla inzwischen zusammengekürzt haben – einen Liefervertrag mit L&F über Kathodenmaterial hat Tesla quasi komplett gestrichen.
An dem Graphit von Syrah Resources ist Tesla aber weiterhin interessiert – zumindest noch. Laut der Mitteilung der Australier behält sich Tesla das Recht vor, den Liefervertrag von 2021 zu kündigen, falls das von Syrah gelieferte aktive Anodenmaterial bis zum 9. Februar nicht den technischen Spezifikationen entspricht. „Obwohl Syrah nicht akzeptiert, dass es sich gemäß dem Abnahmevertrag in Verzug befindet, haben die Parteien die Nachbesserungsfrist bis zum 16. März 2026 verlängert und arbeiten eng zusammen, um den angeblichen Verzug zu beheben“, heißt es in der Mitteilung. „Tesla hat das Recht, die Abnahmevereinbarung zu kündigen, wenn die endgültige Qualifizierung von Vidalia AAM nicht bis zum 9. Februar 2026 erreicht wird.“





0 Kommentare