Absatz von Teslas Cybertruck bricht um die Hälfte ein

250.000 Exemplare des Cybertruck wollte Tesla ursprünglich pro Jahr produzieren. Doch die Nachfrage lag 2025 nur bei rund acht Prozent dieser Zahl. Das geht aus Daten von Cox Automotive hervor. Neben der ausgelaufenen US-Förderung hat sich auch der Pickup-Markt schlicht als wenig Stromer-offen entpuppt.

Tesla cybertruck frontansicht
Bild: Tesla

Der Cybertruck war einmal Teslas Leuchtturmprojekt und sollte den großen US-Pickup-Markt erschließen. Elon Musk hatte einst mit einer Jahresproduktion von bis zu 250.000 Exemplaren geplant, beließ es dann aber doch vorerst bei einer Kapazität von 125.000 Einheiten. Das Modell schaffte es aber selbst 2024, dem ersten vollen Verkaufsjahr, nicht einmal ansatzweise in diesen Bereich. 2025 lief es noch schlechter: Daten von Cox Automotive legen nahe, dass die Verkäufe von rund 39.000 Einheiten im Jahr 2024 auf nur noch 20.200 Einheiten im abgelaufenen Jahr abgestürzt sind. Diese Zahlen beruhen auf Schätzungen von Cox, denn Tesla selbst weist für den Cybertruck in der Regel keine modellspezifischen Absatzzahlen aus.

InsideEVs veröffentlicht auf Basis dieser Zahlen die steile These, dass der Tesla Cybertruck 2025 nach absoluten Zahlen (-18.800 Einheiten) den größten Absatzeinbruch aller US-Elektrofahrzeuge verbuchte. Freilich gehört dazu die Wahrheit, dass es für den Cybertruck 2024 zunächst hoch hinaus ging und er im Vorjahr zu Amerikas meistverkauftem Elektro-Pickup avancierte, ehe sich der Absatz nun halbierte. Dem „größten Einbruch“ ging also auch ein fulminanter Erfolg 2024 voraus – ungeachtet Teslas unrealistisch angegebener Werkskapazität.

Zu erklären ist der halbierte Absatz des Cybertruck natürlich teils mit dem Auslaufen der US-Steuergutschrift zum 30. September. Doch schon zuvor soll das Modell in den ersten drei Quartalen des Jahres um 38 Prozent unter dem Vorjahresabsatz gelegen haben. Nachteilig ausgewirkt hat sich wohl, dass die Welle der Early Adopters und Musk-Fans offenbar nach 2024 durch war und der Cybertruck kaum Nachfrage bei anderen Käuferschichten erzeugen konnte. Und: Insgesamt hat sich der Pickup-Markt als resistent gegenüber Strom-Fahrzeugen entpuppt. Bestes Beispiel: Ford hat seinen F-150 Lightning im Dezember eingestellt und Ram seine Pläne für einen vollelektrischen Pickup zugunsten einer teilelektrifizierten Version zurückgestellt. Auch die weiterhin erhältlichen E-Pickups von General Motors und Rivian fristen eher ein Nischendasein.

Trotz der Einbußen beim Cybertruck und eines allgemeinen Umsatzrückgangs bleibt Tesla unterdessen in den USA mit Abstand die beliebteste E-Auto-Marke. Laut Cox-Daten verkaufte der Automobilhersteller in den USA im vergangenen Jahr rund 590.000 Fahrzeuge und sicherte sich damit einen Marktanteil von 46 Prozent im Elektroautomarkt. Am 28. Januar veröffentlicht Tesla selbst seinen Geschäftsbericht für das Schlussquartal und das Gesamtjahr 2025.

insideevs.com

5 Kommentare

zu „Absatz von Teslas Cybertruck bricht um die Hälfte ein“
Matthias
22.01.2026 um 01:11
Der Cybertruck wurde 2019 vorgestellt mit einem Startpreis ab 39.900 U$ (zzgl. Steuern) , ermöglicht u.a. durch eine gnadenlos einfache Konstruktion aus Edelstahl die keine Lackierung benötigt, sowie durch die 4680 Zellen. Jetzt sehe ich auf der US-Webseite nur AWD ab 79.900 und Cyberbeast ab 114.900 U$. Ein Einstiegsmodell mit RWD gibt es nicht, dadurch kommt man nicht auf Stückzahlen, und man braucht sich nicht zu wundern dass Absatzziele nicht annähernd erreicht werden.Die Rivian R1T und R1S haben ebenfalls mind. eine 7 vorne, sind weniger bizarr, verkaufen ähnlich geringe Stückzahlen. Der Ford ist eingestellt. Tja, da muss wohl von vorne begonnen werden.
Robert
22.01.2026 um 07:51
tja das wundert mich nic ht wenn man mal Überlegt was bei Vorstellung des Cybertrucks über die Preise gesagt wurden und als er endlich mit mehrjähriger Verspätung kam waren die Preise deutlich höher (nahezu das doppelte) also kein Wunder das die Stückzahlen dann nicht erreicht werden konnte.
MWF
22.01.2026 um 09:10
Geniales Produkt ohne Mitbewerber aber seiner Zeit voraus.
Beta
22.01.2026 um 16:54
Komplett an den Haaren herbeigezogene Aussage. Einen Rivian R1T gab es viel früher, wenn auch mit 400V. Die Reichweite und die Eigenschaften, insbesondere die Motorleistung beeindruckten aber. Den elektrischen Hummer gab es auch vorher, den Chevrolet Silverado EV gab es zur gleichen Zeit und kurz danach erschien der GMC Sierra EV. Inbesondere die Produkte aus dem Hause GM, also Chevrolet und GMC beeindrucken durch extrem hohe Reichweiten die selbst beim ziehen schwerster Lasten über 200 Meilen betrug (ca. 325km) und mit schnellen Ladezeiten. Der Cybertruck konnte in keiner Kategorie herausstechen denn Leistung hatte Rivian ja auch schon, und Inbesondere in den wichtigsten Faktoren wie Reichweite, Platzangebot und Ladegeschwindigkeit platzt der Cybertruck. Die Optik ist auch gewöhnungsbedürftig und nicht so solide wie es aussieht. Es gab zahlreiche Rückrufe.
ErichW
22.01.2026 um 14:16
Es ist sowieso absolut unglaublich, dass sich so viele Menschen dieses abgrundtief hässliche Fahrzeug gekauft haben. Und das Thema mit der unlackierten Edelstahlkarosserie wurde schon in den 80-er Jahren von DeLorean erfolglos gespielt.Jeder Karosseriebauer würde bei der Präsentation so eines Fahrzeuges bei der Gesellenprüfung durchfallen.

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