Bundesregierung gibt Ziel von 15 Mio. E-Autos in 2030 auf

Die Ampel-Regierung hatte 2021 das Ziel von 15 Millionen Elektroautos im Jahr 2030 in Deutschland eingeführt. Im Koalitionsvertrag von Schwarz-Rot fehlt diese Angabe hingegen. Nun hat das Bundesverkehrsministerium bestätigt, dass es keinen starren Zielwert mehr gibt.

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Bild: Volkswagen

Es war ein viel zitiertes Ziel aus dem Koalitionsvertrag zwischen SPD, Grünen und FDP im Jahr 2021: Die Ampel-Regierung gab darin ein Ziel von mindestens 15 Millionen vollelektrischen Pkw im Jahr 2030 auf deutschen Straßen aus. Das war nochmal deutlich mehr als die Merkel-Regierung, die einen Zielkorridor von 7 bis 10 Millionen E-Autos ausgegeben hatte. Doch spätestens mit dem abrupten Ende des Umweltbonus im Dezember 2023 nährten sich die Zweifel, ob diese 15 Millionen E-Autos bis 2030 überhaupt zu schaffen sind. Denn aktuell sind erst rund zwei der rund 49,5 Millionen Pkw in Deutschland vollelektrisch.

Eine Studie von Agora Verkehrswende (PDF-Datei) mahnte bereits im Oktober 2024 an, dass unter den damals geltenden Rahmenbedingungen nur 8,9 Millionen E-Autos bis 2030 realistisch seien. Und als im April 2025 die neue Bundesregierung aus Union und SPD ihren Koalitionsvertrag präsentierte, mussten wir von electrive feststellen, dass konkrete und messbare Werte zu Elektroautos fehlten. Sprich: Auch die Zielmarke von 15 Millionen E-Autos in 2030 von der Vorgängerregierung wurde nicht übernommen.

Wer nun dachte, dass die Zielmarke weiter gilt, weil sie nicht explizit von der Merz-Regierung widerrufen wurde, der hat sich getäuscht. Wie eine aktuelle Presseanfrage von SpotPress beim Bundesverkehrsministerium (BMV) ergeben hat, werde eine Festlegung „starrer Zielzahlen“ den komplexen Herausforderungen der Transformation zur Elektromobilität nicht gerecht, so eine Pressesprecherin gegenüber SpotPress.

Das heißt aber nicht, dass die Bundesregierung die Elektromobilität nicht weiter vorantreiben will. Schließlich hat sie gerade erst eine neue Elektroauto-Förderung aufgelegt, bei der Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen von bis zu 80.000 Euro den Kauf oder das Leasing eines neuen E-Autos je nach Einkommen und Familienstand mit 3.000 bis 6.000 Euro gefördert bekommen.

Als weitere Bestandteile eines „umfassenden Maßnahmenpakets“ zur Steigerung der Zulassungszahlen von Elektrofahrzeugen nennt das Verkehrsministerium den Investitonsbooster für elektrische Firmenwagen  sowie den Ausbau der Ladeinfrastruktur – mit letzterem dürfte u.a. der Aufbau des Deutschlandnetzes gemeint sein.

Kritik kommt von den Grünen. Die Bundesregierung habe sich stillschweigend vom Ziel von 15 Millionen E-Autos bis 2030 verabschiedet und verkaufe das jetzt als Realismus: „In Wahrheit ist es politische Ambitionslosigkeit“, sagt Julian Joswig, Experte für Elektromobilität bei der Grünen-Bundestagsfraktion.

welt.de

6 Kommentare

zu „Bundesregierung gibt Ziel von 15 Mio. E-Autos in 2030 auf“
tacjazo
21.01.2026 um 11:37
Selten dämlich. Neue Förderung ins Leben rufen und dann das Bruttoziel streichen. Da zweifeln die wohl an den eigenen Ideen.Nur zum Vergleich: In China werden pro Jahr 6 Mio reine Elektroautos neu zugelassen. In Deutschland weniger als 3 Mio Autos über alle Antriebsarten hinweg. 30% der Verkäufe von VW passieren in China. Wenn die deutschen Firmen sich nicht schnellstens auf die neue Technik einstellen - Zulieferer hier explizit mit eingenommen - werden wir mehr Jobs verlieren, als die Transformationen kosten wird.
Mike
22.01.2026 um 08:31
Bei der Umstellung auf BEV werden Jobs verloren gehen. Wenn die deutsche Automobilindustrie allerdings zu lange auf Verbrenner setzt, werden dort alle Jobs verloren gehen, und nur noch die Marken für chinesische Firmen überleben.
Toni
21.01.2026 um 12:38
Gut, ist meiner Meinung nach völlig irrelevant, weil ein auf Papier geschriebenes Ziel bzw. die nicht-Erreichung eines solchen - gerade hier in Deutschland - absolut ohne Konsequenzen ist. Da wurde halt mal irgendeine Zahl aufgeschrieben, die offensichtlich aus Gründen nicht haltbar ist, also wird diese entfernt - was interessiert mich mein Geschwätz von gestern. Ich halte davon eh nichts. Einfach mal machen und weniger quatschen. Am Ende des Tages wird man dann sehen, wo man ladet. Ist aber eine Krankheit, die ich mittlerweile auch innerhalb der Bevölkerung und der Wirtschaft in Gänze verfolgen kann.
Gerold Winz
22.01.2026 um 13:11
Wenn man sich keine Ziele setzt und dazu auch konkrete Messwerte, an denen man die jeweilige Zielerreichung messen kann, ist man m.E. orientierungslos. Das gibt in fast jedem Unternehmen, dass klare Ziele vorgegeben werden und die Erreichung derer auch spätestens z.B. am Jahresende überprüft werden. Das betrifft nicht nur die wirtschaftlichen, sondern auch die persönlichen Ziele eines jeden Mitarbeiters. Diese wurden - soweit ich das kenne - immer in der Jahresmitte geprüft. Nach dem Motto ist derjenige noch auf der Spur.Wenn man das in der Politik so nicht handhaben möchte, frage ich mich weshalb die Menschen dort im Schnitt mindestens 11000,- Euro pro Monat erhalten und nach welchen Kriterien dieses Einkommen gemessen wird.
erFahrer
23.01.2026 um 08:45
Hmmm war das Gerhard Schröder der etwas bei der Arbeitslosenzahl versprochen hat, mit der Ergänzung sich daran messen zu lassen? Seither gibt es wohl viel mehr Regierungs-Ziele und kaum jemand mit Verantwortung der sich daran messen lassen will? Bei dem BEVs ist jedenfalls sicher (auch ohne Politik) dass dieses Ziel vom Umfang her unstrittig erreicht wird.
ioniqKnechter
29.01.2026 um 22:50
Ehy Moin erst ma... Die 15 Mio. BEV bis 2030 könnte man sogar noch schaffen – wenn man nicht vorher am Ladekarten-Roulette und absurden Roaming-Preisen verzweifelt. Preistransparenz, gut sichtbar an jeder Säule und online, wäre schon revolutionär genug, fast schon Science-Fiction. Das Durchleitungsmodell mit eigenem Hausstrom an jeder Säule? Klingt für manche offenbar so gefährlich wie Kernfusion im Keller. Und währenddessen subventionieren wir fossile Energie weiter, statt sie langsam und planbar abzusenken – aber klar, warum einfach lösen, wenn man es auch kompliziert, teuer und maximal abschreckend machen kann.

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