Mercedes-Lkw erproben Megawattladen auf Tour nach Schweden

Mercedes‑Benz Trucks will die Implementierung des Megawatt Charging Systems (MCS) in seinem E-Lkw eActros 600 mit einer Langstreckenfahrt voranbringen. Die Testfahrt führt über rund 2.400 Kilometer von Deutschland nach Schweden. Geladen wird dabei natürlich vor allem an MCS-Ladern.

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Bild: Daimler Truck AG

Das Unternehmen schickt zwei mit Entwicklungsingenieuren besetzte Test-Lkw auf einen anspruchsvollen Roadtrip. Das Fahrzeug-Duo vom Typ eActros 600 ist dabei mit MCS-Ports ausgestattet, so wie sie bald optional in der Serienversion des Modells verbaut werden sollen. Ziel der Erprobung sei es, „eine bestmögliche Kompatibilität zwischen Fahrzeug und den Megawatt-Ladesäulen verschiedener Hersteller sicherzustellen sowie wertvolle Erkenntnisse über die Praxistauglichkeit – auch bei winterlichen Bedingungen – zu gewinnen“, teilen die Stuttgarter mit. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei etwa auf der Ladekurve, der durchschnittlichen Ladeleistung und auf der allgemeinen Performance der MCS-Infrastruktur.

Die Testfahrt führt dabei über eine Strecke von rund 2.400 Kilometern von Deutschland aus über die Niederlande, Belgien und Dänemark bis nach Schweden. Startpunkt ist das Mercedes-Benz Werk Wörth am Rhein, Ziel Linköping im Süden Schwedens. Die Fahrzeuge sollen dabei auf der Strecke sowohl an öffentlichen als auch an privaten MCS-Standorten geladen werden.

Peter Ziegler, Leiter E-Charging Components, Mercedes-Benz Trucks, kommentiert: „Zentrale Herausforderungen beim Megawattladen liegen in der Harmonisierung von Fahrzeug und unterschiedlichen Ladesystemen. Gleichzeitig stellen die extremen Ladeströme beim MCS-Laden hohe Anforderungen an das Wärmemanagement. Die aktuelle Testfahrt bietet eine wichtige Gelegenheit, diese Aspekte unter realen Praxisbedingungen zu erproben.“

Klar ist: Mit Ladeleistungen von bis zu 1.000 kW lassen sich die Batterien der E-Lkw via MCS deutlich schneller aufladen als mit der aktuell gängigen CCS-Technologie. Beim eActros 600 soll es an MCS-Säulen beispielsweise nur circa 30 Minuten dauern, um die Batterien von 20 auf 80 Prozent aufzuladen. Zum Vergleich: An einer CCS-Säule mit bis zu 400 kW Ladeleistung steht der E-Lkw rund eine Stunde für dasselbe Ergebnis.

Die Stuttgarter betonen, dass schnelleres Nachladen mit MCS den Kunden künftig effizientere und flexiblere Logistikprozesse im Langstreckeneinsatz ermöglichen werde – „vorausgesetzt, die entsprechende Ladeinfrastruktur ist vorhanden“. Denn derzeit sind in Europa nur wenige öffentliche MCS-Standorte verfügbar, was damit zusammenhängt, dass auch noch kaum MCS-fähige Lkw unterwegs sind. Wenn, dann handelt es sich in der Regel um Test-Exemplare. Denn der MCS-Standard hat den Normierungsprozess noch immer nicht vollständig durchlaufen. Entwickelt wird der Standard federführend von der Organisation CharIN, international standardisiert wird er gemeinsam mit den Lkw-Herstellern. Trotz der Verzögerung eint die Beteiligten dabei ein Ziel: dass einheitliche Schnittstellen zwischen Ladesäulen und E-Lkw anschließend den Aufbau eines europaweiten Schnellladenetzes für schwere Nutzfahrzeuge erleichtern.

Erstmals haben Entwickler von Mercedes-Benz Trucks einen E-Lkw übrigens bereits 2024 bei einer Demonstration mit einer Leistung von einem Megawatt geladen. Damals handelte es sich noch um einen Prototyp des eActros 600. Die Übertragung dieser Ladeleistung gelang seinerzeit an einer Ladesäule im eigenen Entwicklungs- und Versuchszentrum in Wörth am Rhein.

daimlertruck.com

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