Werbeverbot für Verbrenner und Fleisch in Amsterdam

Der Stadtrat von Amsterdam hat beschlossen, Außenwerbung für Fleisch sowie mit fossiler Energie betriebene Produkte zu verbieten. Sprich: Künftig sollen z.B. Autos mit Verbrennungsmotor, Kreuzfahrten und Flugreisen nicht mehr auf öffentlich sichtbaren Flächen beworben werden dürfen.

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Bild: JC Decaux

Das Verbot wurde von der grünen Partei GroenLinks sowie der Tierschutzpartei Partij voor de Dieren initiiert. Vorbild sind solche Werbeverbote in anderen niederländischen Städten wie Haarlem, Nijmegen und Utrecht. Nach Angaben der Stadt ist Amsterdam die erste Hauptstadt der Welt, die Fleischreklame verbietet.

Aus Perspektive von electrive natürlich noch spannender: Auch die Bewerbung von fossil betriebenen Produkten wird verboten, also von Autos mit Benzin- oder Dieselmotor, aber auch von Flugreisen und Kreuzfahrten. Stadträtin Jenneke van Pijpen (GroenLinks) sagt: „Werbung von Großkonzernen, die die Klimakrise anheizen, hat in Amsterdam nichts zu suchen. Man kann nicht behaupten, Klimapolitik ernst zu nehmen und gleichzeitig solche Werbung weiterhin zulassen.“

Bereits 2020 hatten GroenLinks und andere Parteien versucht, fossile Werbung aus dem Stadtbild von Amsterdam zu verbannen. Damals gab es aber kein grundsätzliches Verbot, sondern es wurde mit dem Vermarkter der Werbeflächen in U-Bahn-Stationen vereinbart, dass dort keine Werbung für fossile Produkte mehr gezeigt werden soll.

Eigentlich soll das Außenwerbeverbot für Fleisch und fossile Produkte bereits zum 1. Mai 2026 im Rahmen der Algemene Plaatselijke Verordening (APV) rechtskräftig werden.  Die stellvertretende Bürgermeisterin Melanie van der Horst (D66) merkte aber bereits an, dass eine Umsetzung im Mai, wie vom Stadtrat vorgeschlagen, zu früh sei und forderte stattdessen eine „angemessene Übergangsfrist“. Das begründet sie damit, dass das Verbot im Widerspruch zu bestehenden Verträgen stehe. Sie warnte, dass Werbetreibende rechtliche Schritte einleiten könnten, falls es wie geplant am 1. Mai in Kraft treten sollte.

Laut Melanie van der Horst macht Werbung für fossile Produkte aktuell 4,3 Prozent der Außenwerbung aus, während Fleischwerbung nur 0,1 Prozent ausmacht. Die Frage ist auch, welchen Effekt ein solches Verbot hätte, denn es bezieht sich eben nur auf Außenwerbung. Werbung für Verbrennerautos und die anderen verbotenen Kategorien wäre Im Fernsehen, Internet, Radio, Kino oder in Zeitungen und Zeitschriften weiter möglich.

spiegel.de, dutchnews.nl, nu.nl

12 Kommentare

zu „Werbeverbot für Verbrenner und Fleisch in Amsterdam“
Joopie
26.01.2026 um 18:01
Sehr gut!
ioniqKnechter
26.01.2026 um 18:06
Ehy Moin erst ma...Ein Werbeverbot für Fleisch sowie fossile Produkte und Dienstleistungen wie Verbrennungsmotoren, Kreuzfahrten oder Flugreisen wäre kein „Erziehungsdiktat“, sondern das Ende einer staatlich geduldeten Manipulation. Sollte man vor einem vollständigen Verbot zurückschrecken, wäre eine Kennzeichnungspflicht nach dem Vorbild von Tabakprodukten die logische Konsequenz, bei der die Abbildung eines neuen SUVs nicht länger vor einer idyllischen Bergkulisse stehen dürfte, sondern von deutlichen Hinweisen auf die durch CO2-Emissionen verursachten Dürren oder Flutkatastrophen begleitet werden müsste. Ebenso sollte Werbung für Fleischprodukte den enormen Wasserverbrauch sowie die Rodung von Wäldern für den Futtermittelanbau unbeschönigt beim Namen nennen, denn der hohe Ressourcenverbrauch der westlichen Welt ist die „Raucherlunge“ unseres Planeten. Es ist psychologisch widersprüchlich und moralisch fragwürdig, den Konsum von Gütern, die unsere planetaren Grenzen sprengen, weiterhin als erstrebenswertes Lifestyle-Ideal zu vermarkten.
ID.alist
27.01.2026 um 08:25
Es wäre alles OK wenn man dann auch zum selben Zeitpunk das Heizen mit fossilen Kraftstoffe verbieten würde. Aber das lassen wir für einen anderen Tag, weil aus der warme Wohnung lässt sich die Welt besser kritisieren.Übrigens zum ioniqKnechter, den Anbau von Pflanzen für die nahrung hat nie zur Rodung von Wälder geführt? Mal durch Deutschland gefahren?
ioniqKnechter
29.01.2026 um 22:04
Lieber ID.alist wie erkennst du ob ein Acker/Weide vor 5-20 Jahren ein Wald war? In meinem Dorf hatte jeder Bauer mindestens 2-3 ha Wald. Aber als die Flurbereinigung 1966 bei uns begann, wurde geholzt u tiefgeflügt wie es nur ging. Noch bis vor ein paar Jahren wurden kleinerer Wäldchen für Landwirtschaftsflächen beseitigt. Bitte erkläre mir, wie du das heute noch erkennen willst, wenn du nicht in den entsprechenden Ort wohnst. UND es geht nicht nur um Deutschland, sondern weltweit um Rodung von Waldflächen. Aber du hast bestimmt außer deiner Meinung bestimmt Fakten, die bei einer Fahrt durch Deutschland, kein Raubbau an Waldflächen für Landwirtschaft beweisen können.
Denken
27.01.2026 um 17:33
Lernen Sie zu differenzieren und beenden Sie Ihre Diffamierungen. Die heutige Rodung von Natur und Wald für den Futtermittelanbau zur Fleischproduktion ist in Ausmaß und Wirkung nicht mit der historischen Rodung für den direkten Anbau von Getreide, Gemüse und Co. für die Bevölkerung vergleichbar.
Frank W.
27.01.2026 um 09:07
Virtue Signaling at its best. Wie wär's mit Verbot von Gauda-Exporten oder Schließen des Hafens in Rotterdam? Der stößt 22 Millionen Tonnen Co2 pro Jahr aus, aber man verbietet Fleischwerbung in Amsterdam.
Roger Hobbs
27.01.2026 um 09:33
Ich schwanke noch zwischen "traurig" und "lächerlich"!
Sonnenmelker
27.01.2026 um 09:59
Ein Schritt in die richtige Richtung. Die Niederlande sind Deutschland ein gutes Stück vorraus.
Matthias
27.01.2026 um 17:21
Mal schauen wie der Niederländer gewählt hat...Der Gemeinderat (Gemeenteraad) von Amsterdam (knapp eine Million Einwohner, davon 43% in den Niederlanden geboren) hat 45 Sitze, davon seit 2022 GroenLinks mit 8 (zuvor 10) und PvdD 3 (wie zuvor), das macht zusammen 24%.Erste Kammer der Generalstaaten 75 Sitze, seit 2023 GL 7 (zuvor 8), PvdD 3 (stabil), zusammen 13%. Zweite Kammer 150 Sitze, seit 2025 GL 10 (zuvor 13), PvdD 3 (stabil), dort belegen diese Parteien zusammen nicht einmal 10%.So wie ein Ochse am Nasenring zum Schlachthof geführt wird so lassen sich allerlei dem Namen nach andere Parteien in Koalitionen von solchen Klientelparteien, und vor allem durch Kampagnen von NGOs und Medien, zu interessanten Beschlüssen "führen".Übrigens ist Amsterdam-Schiphol einer der größten Flughäfen, "Mit 66,8 Millionen Passagieren im Jahr 2024 ist er nach London Heathrow, Istanbul und Paris-Charles-de-Gaulle der viertgrößte Flughafen Europas, im weltweiten Vergleich liegt er auf Rang 17." Sollte dringend auf Segelflugzeuge umgestellt werden.
Thijs Bakker
27.01.2026 um 21:02
Veganismus oder Klimaschutz haben nichts, absolut nichts, mit Parteizugehörigkeit oder politischer Weltanschauung zu tun. Genauso wenig wie die Wahl des Verkehrsmittels, der Modegeschmack oder tausend andere persönliche Entscheidungen. Schubladendenken offenbart Denkfaulheit und ist kein Zeichen von Intelligenz. Und schon gar nicht, wenn man über fremde Städte in anderen Ländern urteilt, die man offenbar nicht verstanden hat! Groetjes vanuit het lekker progressieve Amsterdam
Brigitta
28.01.2026 um 14:09
20% der Ackerfläche sinnlos für Tulpen verbraten, dazu.5000 Hektar mit Gewächshäusern für Blümchen, von denen jeder Hektar 30x klimaschädlicher ist als jede Rinderweide, aber Fleischreklame verbieten. Genau mein Humor.Esst Mehr Tulpen.
Thijs Bakker
28.01.2026 um 15:32
Das ist kein Gegenargument, sondern eine Ablenkung vom eigentlichen Thema "Außenwerbeverbot für fossile Produkte". Wo nachhaltige und erneuerbare Alternativen verfügbar sind, ist Werbung für fossile Produkte nicht mehr zeitgemäß und überfällig.

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