DAT-Barometer: Jeder dritte Kaufwillige liebäugelt mit E-Neuwagen

Wer den Kauf eines Neuwagens anpeilt, plant dabei immer häufiger ein Elektroauto ein. Laut aktuellem DAT-Barometer ist mehr als jede dritte Privatperson mit Kaufabsicht gewillt, einen reinen E-Pkw zu beschaffen. Unter den Gebrauchtwagen-Suchern ist die Elektro-Nachfrage dagegen weiter gering.

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Bild: Audi

Die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) analysiert in ihrem aktuellen DAT-Barometer den Pkw-Markt aus Sicht der privaten Autokaufplaner, sprich: aus Sicht von Menschen, die sich einen Wagen zulegen wollen. Zu den zentralen Erkenntnissen gehört, dass aktuell 36 Prozent der Neuwagen-Kaufplaner den Kauf eines Batterie-elektrischen Pkw (BEV) vorhat. Für Gebrauchtwagen-Kaufplaner kommen BEVs dagegen nur zu acht Prozent in Frage. Zu 48 Prozent bleibt hier der Benziner das Maß aller Dinge. Mehr als die Hälfte ist Befragten ist dabei der Ansicht, dass aktuell bezahl­bare BEV auf dem Neu­wagen­markt fehlen.

„Wer einen Neu­wagen sucht und sich das leisten kann (oder will), der zieht oft ein BEV in Erwägung. Ist ein Gebraucht­wagen geplant, dann werden eher bezahl­bare Benziner gesucht – so könnte man grob die Situation zusammen­fassen“, so die Studienmacher. Hinzu kommt: Die Menschen schauen dem DAT-Barometer zufolge extrem auf die Kosten – nicht nur bei der Anschaffung, sondern auch beim Unterhalt. „Fast 80% sagen, das ist wichtiger als früher. Und die weiter hohen Kraft­stoff­preise an den Säulen befördern die Beschäf­tigung mit E-Mobilität. Immerhin jeder Fünfte, der den Kauf eines neuen Pkw im Blick hat, möchte weg vom Verbrenner – egal ob mit Prämie oder nicht“, so die Analysten.

Grundsätzlich liebäugeln 52 Prozent der kaufwilligen Menschen mit der Anschaffung eines Neu­wagens und  34 Prozent mit einem Gebraucht­wagen. Diese Tendenz hat sich laut DAT seit dem Vorjahr kaum verändert. Und was die Finanzierung angeht, liegen beide Käufer­gruppen recht eng beieinander: Für jeweils 57 Prozent der Neu- wie auch Gebraucht­wagen­-Sucher sind die Ersparnisse das finanzielle Mittel der Wahl. Weiter greifen etwas mehr Gebraucht­wagen-­Kauf­planer (35%) zu Teil- oder Voll­finan­zierung als die Neu­wagen-Kauf­planer (29%).

Dat barometer
Grafik aus dem DAT-Barlometer. NW steht für Neuwagen und GW für Gebrauchtwagen.

Dass 36 Prozent der privaten Kaufwilligen bei Neuwagen zu BEVs greifen wollen, zeugt unterdessen davon, dass die E-Quote in Deutschland weiter steigen dürfte. Im April machten die neu zugelassenen Batterie-elektrischen Pkw bereits einen starken Marktanteil von 25,8 Prozent im gesamten deutschen Antriebsmix aus. Zwar sind darin alle Zulassungen (auch die gewerblichen Zulassungen und die Eigenzulassungen von Händlern und Herstellern) integriert. Aber Dataforce arbeitete kürzlich bereits heraus, dass die Nachfrage bei Privaten aktuell besonders hoch ist: Während die E-Auto-Nachfrage im April über alle Kanäle im Jahresvergleich um 41 Prozent anzog, waren es bei den Privatkäufen satte 85 Prozent mehr.

Diese Tendenz bestätigt nun das DAT-Barometer mit Blick auf die bevorstehenden Privatkäufe. Der neue Bundes-Bonus dürfte dabei eine Rolle spielen. Schließlich wird die E-Auto-Prämie des Bunds rückwirkend ab dem 1. Januar gewährt und dürfte bereits verstärkte Stromer-Beschaffungen anreizen. Beantragbar ist die Förderung seit Dienstag, 19. Mai. Parallel wirkt sich sicher auch der Ölpreisschock auf aktuelle Kaufentscheidungen aus. Messbar ist dieser Effekt aber eher schlecht.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass das DAT-Barometer auch die Wahrscheinlichkeit zur Kaufentscheidung für Plug-in-Hybride (PHEV) beziffert. So können sich bei Neuwagen-Suchern 24 Prozent vorstellen, zu einem PHEV zu greifen. Bei Gebrauchtwagen-Suchern sind es 19 Prozent. Für Diesel wollen sich nur 7 bzw. 14 Prozent entscheiden, für Benziner 21 bzw. 48 Prozent.

Ebenfalls im DAT-Barometer findet sich eine Analyse der Händler­-Ver­kaufs­werte von drei­jährigen Gebraucht­wagen. „Dabei wird im Jahr 2026 generell eine sinkende Tendenz deutlich“, so die Autoren. Stets bezogen auf den ehe­maligen Listen­neu­preis zeigt die Aus­wer­tung der DAT-Daten­bank, dass die Restwerte für Benziner und Diesel sehr eng bei­ei­nan­der liegen (April 2026: Benzin 60,0%, Diesel 59,3%). Mit deutlichem Abstand darunter halten sich die Rest­werte der drei­jäh­ri­gen BEVs mit 50,2 Prozent ihres ehe­ma­li­gen Listen­neu­preises. „Inwie­weit die E-Prämie diese Werte beein­flussen wird, bleibt abzu­warten“, schließen die Studienmacher.

Zur Methodik: Das DAT-Barometer ist laut der Deutschen Automobil Treuhand eine Momentaufnahme aus primär- und sekundärspezifischen Automarkt-Daten. Die Befragung privater Pkw-Kaufplaner vollzog die GfK im Auftrag der DAT in Form einer repräsentativen Stichprobe von 1.031 Online-Interviews, die im März stattfanden. Die Datengewichtung erfolgte gemäß dem KBA-Pkw-Bestand.

dat.de

3 Kommentare

zu „DAT-Barometer: Jeder dritte Kaufwillige liebäugelt mit E-Neuwagen“
Hans-Peter
27.05.2026 um 22:12
Eigene Erfahrung. Vor 20 Monaten ein 3,5 Jahre altes "e-Auto" gekauft für 18.000€. Nun, 30.000km später, 1.800€ Strom "getankt". Als Benziner, wenigstens das doppelte. Noch Fragen ??
erFahrer
28.05.2026 um 09:30
Wie dieser Blick in die Gesellschaft doch nahelegt, dass Gewohnheit bei so Vielen doch stärker ist, als einfaches pragmatische Handeln. Wir schreiben das Jahr 2026, in den 16 Jahren ist viel passiert alle Vorurteile nicht mehr haltbar, doch selbst mehr als 2 € sind nicht Grund genug. Die fossile Branche muss nun erkennen, das sie den Treibstoff deutlich zu billig über Jahre abgegeben hat und Billionen an Reingewinn verschenkt hat. Ob das bedeutet dass nun die Unbeweglichen zu den kräftigsten Finanzierern staatlicher Aufgaben werden. Und ja Fliegen war sowieso viel zu billig.
Frank W.
08.06.2026 um 12:40
Die 8% Gebrauchtwagenkäufer sind insofern wichtiger, als dass sich Gebrauchtwagenpreise bei einem Überhang an Nachfrage in nächster Zeit stabilisieren dürften. Derzeit liegt der prozentuale Anteil von BEVs am Gebrauchtwagenmarkt bei 4% nach Angaben des KBA.

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