Tennessee plant Steuer für öffentliche Schnelllader

In dem US-Bundesstaat Tennessee könnte das Fahren eines Elektroautos bald etwas teurer werden – zumindest, wenn man öffentliche Schnelllader nutzt. Die dortige Regierung plant eine Steuer auf Ladestrom.

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Bild: EVgo

Noch ist der Vorschlag zwar nicht verabschiedet, könnte aber eine Signalwirkung haben. Denn das vorgeschlagene Gesetz ist der Benzinsteuer nachempfunden und würde die Betreiber öffentlicher Schnellladestationen dazu zwingen, für den Bundesstaat diese Steuer einzuziehen – als Teil des Ladepreises.

Der Entwurf sieht derzeit eine Steuer von 0,03 US-Dollar pro Kilowattstunde vor, also umgerechnet 2,5 Euro-Cent je kWh. Ein Ladevorgang mit 50 Kilowattstunden würde also 1,50 Dollar Steuern verursachen – oder umgerechnet 1,25 Euro. Ob die Betreiber die 0,03$/kWh auf die derzeitigen Ladepreise aufschlagen oder anders verrechnen, ist natürlich Sache der jeweiligen Anbieter.

Die Steuer soll auch nicht an allen Ladestationen greifen, sondern nur an öffentlich zugänglichen Gleichstrom-Ladepunkten mit mehr als 20 kW Ladeleistung. Schwächere DC-Lader und sämtliche AC-Lader sind ausgenommen. An der eigenen Wallbox, AC-Ladepunkten auf dem Firmenparkplatz oder öffentlichen AC-Ladern wird die Abgabe also (nach aktuellem Stand) nicht fällig.

Schon 2024 hat Tennessee eine jährliche Abgabe für Elektroautos und Hybride sowie Plug-in-Hybride eingeführt. Besitzer von Batterie-elektrischen Autos müssen seitdem 200 Dollar pro Jahr zahlen, bei den Hybriden und Plug-in-Hybriden sind es 100 Dollar. Zum Jahr 2027 steigen die Abgaben für die Elektroautos auf 274 Dollar pro Jahr, wie das Portal Tennesee Lookout schreibt.

Der Gesetzentwurf geht auf den republikanischen Senator Page Walley aus Savannah zurück. Demzufolge sollen die Einnahmen für die Instandhaltung der Straßen genutzt werden – wie auch jene aus der Benzinsteuer und den jährlichen Gebühren für E-Autos. V“iele der Touristen und Reisenden, die durch unseren Staat fahren und unsere Straßen benutzen, zahlen natürlich die Benzinsteuer, wenn sie tanken“, sagt Walley. „Diejenigen aber, die Hybrid- oder Elektrofahrzeuge benutzen und diese an Ladestationen aufladen, leisten keinen Beitrag zur Instandhaltung unserer Straßen.“

Die Non-Profit Organisation Electrification Coalition kritisiert jedoch die geplante Mehrfach-Belastung für Elektroauto-Fahrer. „Schon allein die Registrierungsgebühr, die Fahrer von Elektrofahrzeugen in Tennessee zahlen, ist deutlich höher als die Benzinsteuer, die ein typischer Benzinfahrer zahlt“, wird etwa Anne Blair, Vice President der Electrification Coalition, zitiert.

tennesseelookout.com

2 Kommentare

zu „Tennessee plant Steuer für öffentliche Schnelllader“
Simon 1
29.01.2026 um 17:52
Der Artikel beleuchtet nur einen Ausschnitt aus dem man leicht falsche Rückschlüsse ziehen kann. Das Staaten langfristig ihre sinkenden Steuereinnahmen aus Kraftstoffen auf den Ladestrom umlegen ist wohl überall absehbar. In Tennessee wird allerdings genau dafür schon diese Zusatzgebühr bei der Registrierung erhoben, die dann konsequenter Weise abgeschafft werden müsste. Unterm Strich hat es jedenfalls den Beigeschmack, dass man kein Interesse daran hat EV irgendwie besonders attraktiv zu machen.
Mike
29.01.2026 um 18:34
Was kostet denn der Ladestrom bisher dort? Waren da bisher keine Steuern/Abgaben drauf?

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