Wasserstoffbus-Startup Arthur Bus meldet in Polen Insolvenz an

Der Wasserstoffbus-Spezialist Arthur Bus hat in Polen einen Antrag auf Insolvenz gestellt. CEO und Mitgründer Philipp Glonner ist seit Oktober nicht mehr an Bord. Die Pleite für den polnischen Unternehmensteil kommt noch vor der ersten Kundenauslieferung des 2022 erstmals vorgestellten Arthur H2 Zero.

Arthur bus h2 busse
Bild: Arthur Bus

Die Arthur Bus GmbH gründete sich im Frühjahr 2021 in München, um Wasserstoffbusse zu vermarkten und sich perspektivisch zum „Systemhersteller für Mobilitätslösungen“ zu entwickeln. Allen voran mit deutschem Kapital sollte dabei im polnischen Lublin eine Produktion zum Laufen gebracht werden. Schon im Frühjahr 2022 rückte Arthur Bus sich und seinen Wasserstoffbus „Arthur H2 Zero“ erstmals ins Rampenlicht – auf der Messe Bus2Bus in Berlin. Glonner sagte uns damals, er habe sich 2021 mit dem Unternehmer Gerhard Mey zusammengetan, um das Unternehmen aus der Taufe zu heben, konkreter: die Arthur Holding GmbH und die deutsche Tochtergesellschaft Arthur Bus. In Polen entstand parallel die Arthur Bus sp. z o.o. mit Sitz in Breslau.

Die weiteren Pläne umfassten bereits, dem H2-Solobus einen H2-Gelenkbus und eine Batterie-elektrische Version zur Seite zu stellen. Doch durch die Insolvenz des polnischen Ablegers ist das Projekt nun offenbar auf dem Weg zur Serienfertigung gescheitert. Das berichtet das Portal „busplaner“ unter Berufung auf polnische Medien, allen voran die Publikation „Transport Publiczny“. So habe das Startup für seinen polnischen Firmenteil Ende November 2025 Insolvenz angemeldet und in Lublin die Produktion eingestellt.

In die Röhre schauen nun die bisherigen Besteller des Arthur H2 Zero, sprich: der norddeutsche Mittelständler Buspunkt (Beverstedt) mit drei Fahrzeugen, vor allem aber die Stadt Lublin mit 20 bestellten Bussen. Für Lublin spitzt sich die Lage insofern zu, als dass für die Beschaffung Millionen Fördergelder des nationalen Fonds für Umweltschutz und Wasserwirtschaft (NFOŚiGW) herangezogen werden sollten, die in einigen Monaten auslaufen. Erfolgt auf die Schnelle kein Ersatzauftrag, könnten die Fördergelder verfallen.

Die Produktion in Lublin soll bereits seit Wochen verwaist und die Beschäftigten bereits mehrere Monate ohne Lohn geblieben sein. Interessant: Mit Polen ist das Startup offenbar enger verwoben, als es im ersten Moment scheint. Wie „busplaner“ schreibt, handelte es sich beim Arthur H2 Zero um keine Eigenentwicklung, sondern einem H2-Bus auf Basis des Ursus Citysmile. Der polnische Hersteller Ursus ging 2021 insolvent. Mit Rafał Słomka agierte daraufhin aber ein ehemaliger Ursus-Manager auf einer zentralen Position bei Arthur Bus sp. z o.o.. Er sei ein wichtiges Mitglied der Geschäftsführung des polnischen Unternehmensteils geworden, heißt es bei „Transport Publiczny“.

Das Werk in Lublin machte den weiteren Angaben nach bereits 2021 auf, um erste Prototypen zu fertigen. Zur Fertigung von Kundenmodellen kam es aber nicht mehr. Mitarbeiter sollen laut Medienberichten zur Insolvenz gesagt haben, dass die Probleme nicht beim Produkt bzw. in der Produktqualität lagen, sondern in der schwierigen wirtschaftlichen Lage des Unternehmens. „2023 verzeichnete die Firma einen Verlust von 6,6 Millionen PLN und 2024 über 19 Millionen PLN. Trotzdem hielt sie an ihren rund 40 Mitarbeitern in Lublin fest (in Spitzenzeiten waren es etwa 60), in der Hoffnung, die Serienproduktion auszubauen“, schreibt „Transport Publiczny“.

Der Antrag auf Insolvenz wurde für die Arthur Bus sp. z o.o. am 26. November 2025 eingereicht. Und das, obwohl der Großauftrag der Stadt Lublin vom März 2025 für ordentlich Umsatz gesorgt hätte. Mitgründer und CEO Philipp Glonner hat Arthur Bus laut seinem Linkedin-Profil bereits im Oktober verlassen. Ebenso der ehemalige Quantron-Marketingchef Martin Lischka, der erst im März 2025 bei Arthur Bus anheuerte, vor wenigen Tagen aber seinen Wechsel zu Holon/Benteler publik machte.

transport-publiczny.pl via busplaner.de

1 Kommentar

zu „Wasserstoffbus-Startup Arthur Bus meldet in Polen Insolvenz an“
MartinAusBerlin
03.02.2026 um 11:20
Hoffentlich lernen andere ÖPNV-Unternehmen daraus und bestellen gleich reine Elektrobusse und die passende Ladeinfrastruktur. Die Kunden werden sich über die günstigeren Ticketpreise freuen.

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