Polestar plant vier Modelle in drei Jahren
Bis 2028 plant Polestar die Einführung der folgenden vier Modelle: Erste Auslieferungen des Polestar 5 sollen im Sommer 2026 erfolgen. Im vierten Quartal 2026 soll eine neue Variante des Polestar 4 folgen. Für 2027 plant das Unternehmen die nächste Generation des Polestar 2 und für 2028 den Marktstart des Polestar 7.
Schauen wir der Reihe nach ein wenig mehr auf die Details der einzelnen Modelle. Der Polestar 5 ist der lange angekündigte Gran Turismo der Marke, eine flache Limousine mit Coupé-artiger Linienführung. Die Studie Precept, die das Design des Serienmodells bereits nahezu vollständig vorweg genommen hatte, wurde schon im Frühjahr 2020 enthüllt. Später sind schrittweise weitere Informationen zu dem Modell bekannt geworden, etwa zu der Karosserie-Technologie und der Batterietechnologie von SK On. Auf der IAA Mobility im September 2025 hatte Polestar schließlich die Serienversion vorgestellt und die Bestellbücher geöffnet. Das Dual-Motor-Modell gibt es in Deutschland ab 119.900 Euro, die Performance-Variante ab 142.900 Euro. Im Sommer 2026 sollen dann die ersten Exemplare in Kundenhand gehen.
Ebenfalls noch in diesem Jahr soll eine „neue Variante des Polestar 4“ debütieren. Dabei handelt es sich sehr wahrscheinlich nicht um eine weitere Batterie- oder Antriebsvariante, sondern tatsächlich um eine neue Karosserie-Version. Polestar zeigt auf dem Bild zu der Mitteilung den Polestar 4 von hinten nur bis zur Höhe des Rücklichts. „Durch mehr Vielseitigkeit erhofft sich Polestar, eine breitere Kundengruppe anzusprechen“, heißt es dazu. Es handelt sich also um eine Kombi-Version der Limousine. Bei dem speziellen Konzept des Polestar 4 ohne Heckscheibe und mit einer recht kleinen Kofferraum-Öffnung ist für viele Interessenten der Nutzwert bei einem so großen Auto überschaubar geblieben – der Kombi soll das wohl angehen. Es gibt auch bereits eine Menge Fotos von Erlkönigen und angeblichen Leaks im Internet – in Zeiten täuschend echter KI-Bilder ist dabei aber Vorsicht geboten. Der Kombi ist gesetzt, das genaue Design aber noch nicht. „Schweden ist berühmt für Kombis und seine SUVs genießen weltweit höchste Anerkennung“, sagt Polestar-CEO Michael Lohscheller. „Wir kombinieren den Raum eines Kombis und die Vielseitigkeit eines SUVs mit der dynamischen Performance, die Polestar auszeichnet.“




Während Polestar bereits in der Vergangenheit über einen Polestar 7 als kompaktes Premium-SUV gesprochen hat (gleich dazu mehr), ist ein weiteres Modell neu in der Liste: die Nachfolge-Generation des Polestar 2. Die Mittelklasse-Limousine war nach dem Plug-in-Hybrid-Coupé Polestar 1 das erste reine Elektroauto und das erste Volumenmodell der Marke und hat Polestar als lange Zeit einzig ernsthafte Alternative zum Tesla Model 3 weit bekannt gemacht. Die Rede ist jetzt von einem „komplett neuen Nachfolger“, der Anfang 2027 debütieren soll. Angaben zur Technik oder der Plattform macht Polestar noch nicht. Aus dem Geely-Konzern kommt etwa die PMA2+ in Frage, der Elektro-Kombi Zeekr 7GT könnte Hinweise auf die Technik liefern – wie gesagt könnte. Bisher ist nur zu erkennen, dass die Front die Polestar-übliche Lichtsignatur des Polestar 4 und 5 trägt. „ Das Fahrzeug, mit dem wir bekannt wurden, wird eine zentrale Rolle für unseren zukünftigen Erfolg spielen“, so Lohscheller.
Auch der Polestar 7 verfügt über das Markengesicht mit den markanten Doppel-Scheinwerfern. Hier ist bereits seit dem vergangenen Jahr bekannt, dass das Modell in Europa gebaut werden soll – und nicht bei Geely in China. Im Juli hatte Polestar eine Absichtserklärung mit Volvo Cars geschlossen, wonach der Polestar 7 in Košice in der Slowakei produziert werden soll. Volvo hat zwar noch nicht bestätigt, welches Modell genau die Schweden in der im Bau befindlichen Elektroauto-Fabrik fertigen wollen. Der Polestar 7 wird die für die Marke typischen Design- und Leistungsmerkmale bieten und gleichzeitig eine gemeinsame Technologiebasis mit zwei kommenden Volvo-Modellen, darunter dem Volvo EX60, teilen“, hieß es im Sommer. Da der neue EX60 in Göteborg gebaut wird, könnte es sich bei dem Volvo-Modell aus der Slowakei um den Elektro-Kombi EV60 oder die Nachfolge-Generation des EX40 handeln, die beide die SPA3 des EX60 nutzen werden. Am Rande der EX60-Premiere im Januar hat das Volvo-Topmanagement gegenüber electrive beide Modelle bestätigt – aber keine Werke genannt. Da der Polestar 7 ein Kompakt-SUV werden soll, würde der EX40 der naheliegende Partner sein – und der EV60 wohl zusammen mit dem EX60 in Schweden vom Band laufen.
Gleichzeitig gibt Polestar bekannt, basierend auf einer zurückhaltenden Prognose für 2026 mit einem niedrigen zweistelligen Absatzwachstum sowie einer weiteren Vergrößerung des Vertriebsnetzwerks um 30 Prozent zu rechnen. „Nach unserem bislang besten Verkaufsjahr starten wir nun die größte Modelloffensive unserer Geschichte – mit vier neuen Premium-Elektrofahrzeugen innerhalb von nur drei Jahren“, sagt Polestar-CEO Michael Lohscheller. „Wir richten uns auf das Zentrum des EV-Marktes aus, dort, wo Kundennachfrage und Wertschöpfung besonders hoch sind. Zusammen mit dem weiteren Ausbau unseres Vertriebsnetzwerks und einer wachsenden Kundenbasis schaffen wir die Grundlage für profitables Wachstum und betriebliche Verbesserungen.“




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