US-Umweltbehörde will Programm für saubere Schulbusse abwandeln

Die US-Umweltbehörde kündigt eine Überarbeitung des Clean School Bus Program an, mit dem in den USA bisher vor allem Elektro-Schulbusse gefördert wurden. Ziel sei, „Schulbezirken mehr Auswahl und kostengünstige Optionen für Schulbusse zu bieten“, heißt es. Die aktuelle Förderrunde fällt vor diesem Hintergrund aus.

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Bild: Bowling Green Independent School District

Das Clean School Bus (CSB)-Programm wurde 2021 unter dem vorherigen US-Präsident Joe Biden eingeführt. Nun macht sich die US-Umweltbehörde EPA an dem Programm zu schaffen, „um es wieder auf Kurs zu bringen“, wie es wortwörtlich heißt. Im ersten Schritt bittet sie um Stellungnahmen von Flottenbetreibern, Herstellern, Schulbeamten und Energieerzeugern, um Informationen zu einer breiteren Palette von Kraftstoffoptionen einzuholen, die im Schulbussektor eingesetzt werden könnten. Konkret genannt werden Biokraftstoffe, komprimiertes Erdgas, Flüssiggas und Wasserstoff. Obwohl diese Kraftstoffoptionen im Rahmen des Förderprogramms schon immer zugelassen waren, habe die Biden-Regierung deren „Verfügbarkeit bewusst eingeschränkt, um die Nutzung von staatlich subventionierten Elektrobussen zu fördern“, wie die EPA kritisiert.

Unter US-Präsident Donald Trump soll es zu einer Abkehr der bisherigen Förderpraxis kommen. Ziel sei es, Schulbezirken mehr Auswahl und kostengünstige Optionen für Schulbusse zu bieten, schreibt die Behörde – und weiter: „Die EPA wird damit die Aufsicht und die Einhaltung der Vorschriften im Einklang mit den Anordnungen von Präsident Trump von dessen erstem Amtstag stärken und sicherstellen, dass die hart verdienten amerikanischen Steuergelder bestmöglich eingesetzt werden.“ Die Programmreform solle dazu beitragen, Arbeitsplätze in der amerikanischen Automobilindustrie zurückzuholen und die amerikanische Energieproduktion anzukurbeln.

Die nun eingeleitete öffentliche Anhörung soll laut EPA binnen 45 Tagen abgeschlossen werden. Anschließen soll das CSB-Programm für die Förderrunde 2026 überarbeitet werden. Gleichzeitig teilt die EPA mit, keine Mittel mehr über die aktuelle, 2024 initiierte CSB-Förderrunde zu vergeben. Frühere Antragsteller sollen sich stattdessen für den kommenden Förderzyklus 2026 bewerben, heißt es.

Wir erinnern uns: Unter Biden hatte die US-Regierung das CSB-Programm unter dem „Infrastructure Investment and Jobs Act“ initiiert und für fünf Haushaltsjahre (2022 – 2026) mit insgesamt 5 Milliarden US-Dollar ausgestattet. Priorität hatte dabei der Austausch bestehender Schulbusse durch saubere oder emissionsfreie Fahrzeuge sowie der Ausbau der entsprechenden Infrastruktur. Laut EPA sind im Zuge des Programms bisher rund 2,7 Milliarden US-Dollar an Fördermitteln ausgeschüttet worden, wobei 90 Prozent für elektrische Schulbusse und der Rest für mit Propangas betriebene Busse verwendet worden sei.

Zu einer besonders großen Verschwendung von Steuergeldern soll es laut der Behörde im Zuge der Insolvenz von Hersteller Lion Electric gekommen sein. „Bis heute sind einige Busse aufgrund des Vorgehens von Lion Electric nicht ausgeliefert und werden nicht ausreichend gewartet. Die EPA kann sich zu laufenden Gerichtsverfahren nicht weiter äußern, prüft aber derzeit die Auswirkungen“, schreibt die Behörde dazu.

epa.gov

4 Kommentare

zu „US-Umweltbehörde will Programm für saubere Schulbusse abwandeln“
SepulNation
20.02.2026 um 13:17
Wiedermal zeigt uns die Trump-Ideologie, dass es ihnen nicht um Gesundheit, schon gar nicht um die Gesundheit der Kinder geht, sondern um Erdöl-Produkte weiter laufen zu lassen, damit (noch) mehr Geld gemacht werden kann... armes USA.
Egon Kohler
20.02.2026 um 15:07
Wer bisher noch Zweifel hatte, ob auch die EPA bereits von der Erdöl-Lobby kontrolliert wird, der weiss es jetzt: Es ist so. Wir können nur hoffen, dass die Trump-Mafia möglichst bald von den Amerikanern ausgebremst wird, und wieder Erwachsene in den Behörden das Sagen bekommen - der Schaden ist jetzt schon immens.
Marius
21.02.2026 um 15:43
Die EU hat das Verbrenner Aus ja auch auf drängen deutscher Politiker aufgeweicht. Sind deutsche Politiker auch so schlecht wie Trump?
Egon Kohler
23.02.2026 um 10:09
Ja das war ein Rückschritt, zweifellos. Aber was die Trump-Mafia betreibt, ist eine Reise zurück ins letzte Jahrtausend - also zwar gleiche Richtung, dennoch himmelweiter Unterschied.

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