Preisrutsch beim AUDI E5 Sportback in China

Das chinesische Joint Venture von Audi und SAIC hat die Preise des vollelektrischen Hoffnungsträgers AUDI E5 Sportback deutlich gesenkt. Vorerst bis zum 31. März liegen diese umgerechnet um rund 3.700 Euro niedriger als bislang. Grund sollen schwache Verkaufszahlen sein.

Audi e5 sportback in pastellviolett und weiss
Bild: Audi

Laut dem Portal CarNewsChina gab es bis Ende Januar 2026 nur 7.070 Auslieferungen des AUDI E5 Sportback, wobei davon gerade mal 420 Fahrzeuge direkt im Januar abgesetzt wurden. Das klingt zunächst erstaunlich, denn Audi hatte sich nach Start des Vorverkaufs im August damit gerühmt, dass es innerhalb von 30 Minuten gleich 10.153 Vorbestellungen für den elektrischen Kombi gab, den Audi gemeinsam mit dem chinesischen Autokonzern SAIC zunächst exklusiv für den chinesischen Markt entwickelt hat.

Doch der Schein solcher Vorbestellkampagnen trügt: Denn solche „Pre-Orders“ sind unverbindliche Reservierungen. Und von denen werden laut chinesischen Medienberichten tatsächlich mitunter nur fünf Prozent in verbindliche Kaufverträge umgewandelt, die sogenannte Konversionsrate ist also meist niedrig. Zwar hat Audi keine offiziellen Daten zur Konversionsrate der Vorbestellungen des AUDI E5 Sportback veröffentlicht. Doch die von CarNewsChina genannten Auslieferungszahlen sprechen dafür, dass der Wert niedriger war und der reguläre Verkauf auch sonst nicht recht ins Rollen gerät.

Das ist ein herber Rückschlag für Audi und den VW-Konzern, denn in Ingolstadt und Wolfsburg hatte man in dem China-exklusiven Modell einen erfolgsversprechenden Ansatz gesehen, in dem Land Marktanteile zurückzugewinnen. Allerdings könnten die Probleme hausgemacht sein: Denn die Idee von Audi, mit der neuen Submarke AUDI (in Großbuchstaben, aber ohne Ringe) in China anzutreten, soll laut Medienberichten bei potenziellen Käufern für Irritation sorgen. Denn in China ist Audi eine klassische Statusmarke. Ohne das Logo fehlt vielen Käufern aber wohl das Prestige, was den E5 in den Augen der Kunden zu einem „beliebigen“ Elektroauto macht, das direkt mit hochgerüsteten Tech-Giganten wie Xiaomi konkurrieren muss. Zudem bemängeln potenzielle Käufer angeblich auch, dass das Auto SAIC-Technologie beherbergt und somit wenig mit Audi zu tun hat.

Zur Rabattaktion selbst: Aktuell bietet AUDI einen Rabatt von insgesamt 30.000 Yuan (ca. 3.700 Euro) auf den E5 Sportback an. Dieser setzt sich zusammen aus einer Kaufsteuerbefreiung von 10.000 Yuan, einem Barzahlungsrabatt von 10.000 Yuan und einer Inzahlungnahmeprämie von 10.000 Yuan. Dadurch sinkt der Preis des Elektro-Kombis auf 205.900 Yuan (ca. 25.500 Euro) bis 289.900 Yuan (ca. 35.900 Euro). Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, einen Fünf-Jahres-Ratenzahlungsplan ohne Zinsen oder einen Sieben-Jahres-Finanzierungsplan mit niedrigem Zinssatz zu nutzen. Dann gilt aber nur die Kaufsteuerermäßigung von 10.000 Yuan.

Die Produktion und der Vorverkauf des AUDI E5 Sportback waren im August 2025 gestartet. Das Modell verfügt über ein 800-Volt-System. In der Basisversion ist ein 76-kWh-Akku verbaut, der mit dem 220 kW starken Heckantrieb eine CLTC-Reichweite von 618 Kilometer erzielt. Die Top-Variante, das Allrad-Modell Flagship Quattro, verfügt über einen 579 kW starken Antrieb in Kombination mit einem 100-kWh-Akku für 647 Kilometer CLTC-Reichweite. Konkurrenten sind u.a. der Zeekr 007 GT und der Nio ET5 Touring, die sich bislang deutlich besser verkaufen.

Im November hat Audi bereits ein zweites Modell seiner chinesischen Submarke AUDI vorgestellt: Das Elektro-SUV soll E7X heißen. Es misst 5,05 Meter in der Länge, 2 Meter in der Breite und 1,71 Meter in der Höhe. Das Modell wird wahlweise mit einem Heckantrieb verfügbar sein, der 300 kW leistet, oder mit einem Allradantrieb. Bei diesem kommt ein 200-kW-Motor für die Vorderachse hinzu und die Systemleistung liegt dann bei insgesamt 500 kW.

carnewschina.com, carscoops.com

8 Kommentare

zu „Preisrutsch beim AUDI E5 Sportback in China“
Micha
26.02.2026 um 10:46
Tja, es bleibt dabei. Als westlicher OEM wird man in China zukünftig keinen Blumentopf mehr gewinnen können. Damit sollte man jetzt schon planen.
dare100em
26.02.2026 um 12:31
So sieht es wohl tatsächlich aus. Ähnlich wie in Japan wird es einen Markt geben, der aber eher 5% statt der historischen 50% Marktanteil umfasst.
Florian
26.02.2026 um 17:20
Audi soll das Ding zu einem Startpreis von 39.990€ nach Europa bringen und die werden weggehen wie warme Semmeln.
Jörg Schneider
27.02.2026 um 13:34
Na ja weggehen wie warme Semmeln kann wohl schlecht sein da kommt mega Zölle drauf und dann ist der Preis halt viel viel höher als in China.
Marco.Z
26.02.2026 um 21:17
Ich würde auch sofort einen nehmen.
Tuxcad
27.02.2026 um 09:08
Nun, die Chinesen lassen sich offenbar nicht so einfach für dumm verkaufen wie das die tollen Marketingmanager bei VW geglaubt haben. Ein SAIC bleibt ein SAIC auch wenn man AUDI drann schreibt. Der Deutsche Audi-Fan würde den vermutlich dennoch kaufen wenn Audi die vier Ringe drann klebt und dann stolz sagen, er fahre ein Deutsches Auto...... Nix für ungut, dass Auto ist sicher nicht schlecht und für DEN Preis würde es hierzulande auch Käufer finden.
simon
27.02.2026 um 12:23
Schade, ich hätte auch geglaubt das der Weg von Audi funktionieren könnte in China. Vielleicht kann man einem schnellen Facelift noch retten. Die vier Ringe montieren, eingliedern ins aktuelle Sortiment und vielleicht Audi typischer abstimmen. Viel mehr sehe ich auch nicht mehr was funktionieren könnte. Der einzige Weg wäre noch chinesische Autobauer aufkaufen und einfach als weitere VW Tochtermarke eingliedern. Wir müssen in der EU schnell und massiv auf Elektroautos setzen, sonst geht der Markt auch noch vor die Hunde. In Afrika und Südamerika werden die Chinesen auch immer präsenter.
simon
27.02.2026 um 12:18
Ich finde den viel besser als die aktuellen Audi Modelle. Der Innenraum ist qualitativ auf dem Level was ich mir bei Audi erwarten würde. Kein Hartplastik, schönere Displays und eine deutlich bessere Software. Optisch wäre es auch mal was neues, bei keinem anderen Autobauer schauen aktuell die Modelle so gleich aus wie bei Audi und das Design ist auch sehr schnell gealtert.

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