Alpitronic stellt neue Generation des Hypercharger HYC400 vor

Seit gut zwei Jahren bietet Alpitronic den Hypercharger HYC400 an. Nun hat der italienische Ladesäulenhersteller eine neue Generation seiner Schnellladestation vorgestellt. Auch beim HYC400 Series 2 bleibt es bei der maximalen Ladeleistung von 400 kW. Im Fokus der Entwicklung standen vorrangig die Nutzerbedürfnisse – und damit verbunden auch der barrierefreie Zugang.

Alpitronic hyc series ladestation charging station

Das zentrale Merkmal der neuen Generation ist ein frontal ausgerichteter und tiefer positionierter Bildschirm. Dieser wuchs zudem von bisher 15,6 auf jetzt 22 Zoll und ist als Touchscreen ausgeführt. Darunter befinden sich weiterhin vier physische Tasten. Mit dem neuen Display hat Alpitronic auch die Benutzeroberfläche überarbeitet.

Beim bisherigen HYC400 ist der Bildschirm (kein Touchscreen) auf der linken Seite des Gehäuses platziert – also links von den Ladekabeln. Jetzt ist die Bedieneinheit auf der gleichen Gehäuseseite wie die Ladekabel. Ein weiterer Unterschied: Bisher saß das Bezahlterminal rechts neben dem Display. Beim HYC400 Series 2 ist es unterhalb des Touchscreens angebracht. Auf gleicher Höhe befinden sich links und rechts oder je nach Konfiguration auch nur auf einer Seite die Ladestecker. Ergänzt wird das System durch eine Bodenbeleuchtung unterhalb des Bezahlterminals, die den Bereich vor der Ladesäule ausleuchtet. Integrierte Sensoren sollen die Helligkeit von Display und Beleuchtung automatisch anpassen.

Mit der neuen Generation seines High Power Chargers richtet Alpitronic sein Portfolio also stärker auf Barrierefreiheit aus. Das wird auch an einem weiteren Detail im Datenblatt deutlich: Der HYC400 Series 2 ermöglicht laut Hersteller einen barrierefreien Zugang zu den Bedienelementen gemäß DIN 18040-3. Beim bisherigen HYC400 bietet Alpitronic lediglich optional eine barrierefreie Ausführung der Bedienelemente und Stecker hinsichtlich der Installationshöhe von jeweils 1.050 Millimetern an, ebenfalls nach DIN 18040-3.

Bisherige Einschränkungen sollen wegfallen

„Im öffentlichen Betrieb entscheidet nicht allein die Ladeleistung in Kilowatt, sondern vor allem eine zuverlässige und intuitive Nutzerführung“, sagt Philipp Senoner, CEO von Alpitronic. „Mit der HYC400 Series 2 haben wir den Fokus noch stärker auf eine einfache, selbsterklärende Bedienung gelegt. Das verbessert das Ladeerlebnis für alle Fahrer und macht den Betrieb gleichzeitig effizienter.“

In der Praxis zeigen sich die Einschränkungen beim bisherigen HYC400 wie folgt: Wird dieser etwa mittig zwischen zwei Parkplätzen aufgestellt, können Rollstuhlfahrer den Ladevorgang über das Display nicht starten, wenn auf dieser Seite bereits ein anderes Elektroauto steht. Mit dem HYC400 Series 2 könnte dieses Problem der Vergangenheit angehören. Schwieriger bleibt die Situation jedoch, wenn die Ladesäule mittig hinter zwei Fahrzeugen positioniert ist und der Platz zwischen ihnen nicht ausreicht, um die Bedienelemente zu erreichen. In diesem Fall wäre auch der HYC400 Series 2 nicht des Rätsels Lösung. Damit barrierefreier Zugang tatsächlich gewährleistet werden kann, sind vor allem die Betreiber der Ladeinfrastruktur gefragt. Mit dem HYC400 Series 2 bietet Alpitronic zumindest eine weitere Ausführung seines High Power Chargers an, die stärker auf Zugänglichkeit ausgelegt ist.

Nahezu keine Änderung gibt es hingegen bei den technischen Daten. Die neue Generation des HYC400 kommt mit 2185 × 732 × 663 mm auf die gleichen Abmessungen wie die bisher bekannte Variante. Dafür hat die Series 2 mit „< 100 Watt“ einen höheren Stand-by-Verbrauch als der bisherige HYC400, der mit 43 Watt angegeben wird. Während der HYC400 noch mit einem 3,5 und fünf Meter langen Ladekabeln angeboten wird, bietet Alpitronic für den HYC400 Series 2 nur Kabel mit fünf Metern Länge an.

Bei der maximal verfügbaren Ladeleistung bleibt es bei den 400 kW, die weiterhin in 50-kW-Schritten auf beide Ladepunkte verteilt werden können. Die Leistung liefern bis zu vier Leistungsmodule, die jeweils 100 kW bereitstellen. Zum Einsatz kommt nun jedoch die neue Generation der Siliziumkarbid-Power-Stacks (SiC-Stack Gen 2), die bereits beim dezentralen Megawatt-Ladesystem HYC1000 verwendet wird. Zu den genauen Vorteilen macht Alpitronic aber keine Angaben. Der Wirkungsgrad bleibt mit 97,5 Prozent auf dem bekannten hohen Niveau der bisherigen Alpitronic-Schnelllader.

Während der bisher angebotene HYC400 weiterhin bei einem maximalen Ausgangsstrom von 500 Ampere (dauerhaft) und 600 Ampere (Boost) bleibt, liegt der Wert bei dem Hypercharger HYC400 Series 2 jetzt bei kontinuierlichen 600 Ampere. Bei beiden liegt der Spannungsbereich zwischen 150 und 1.000 Volt.

Die neue Generation des Hyperchargers löst das bisher bekannte Modell aber nicht ab. Beide Versionen bleiben europaweit parallel im Portfolio verfügbar, teilt Alpitronic mit. Betreiber können je nach Standortanforderung zwischen HYC400 und HYC400 Series 2 wählen.

Quelle: Info per E-Mail, alpitronic.it

18 Kommentare

zu „Alpitronic stellt neue Generation des Hypercharger HYC400 vor“
ph91
04.03.2026 um 11:56
"Schwieriger bleibt die Situation jedoch, wenn die Ladesäule mittig hinter zwei Fahrzeugen positioniert ist und der Platz zwischen ihnen nicht ausreicht, um die Bedienelemente zu erreichen."Genau das sehe ich als großen Nachteil, man muss sich entweder zwischen beiden Fahrzeugen durch quetschen oder man muss seitlich heran und sich dann unter den Kabeln durchhangeln. Beides nicht optimal. Da fand ich das seitliche Display trotzdem besser.
Steve K.
04.03.2026 um 12:03
Sehr schön, das Display vorne ist einfach barrierefreier. (an der Seite stört oft das parkende Auto)
Mans
04.03.2026 um 12:19
Warum keine Chademo Anschluss mehr Da fahren immer noch Autos damit
Anz
05.03.2026 um 08:16
Chademo ist tot. Die letzten damit ausgestatteten Autos, die noch rumfahren, können umständlich und teuer einen CCS-Adapter erwerben. Auch das ist ein Grund, warum diese bald vollständig vom Markt verschwinden. Die Frage nach Chademo stellt sich gar nicht mehr bei neuen Projekten, was auch gut ist. Die Ressourcen/Platz werden für CCS benötigt.
domdom
04.03.2026 um 14:43
Meines Erachtens spielt CHAdeMO im aktuellen Marktausbau kaum noch eine Rolle. Zwar gibt es weiterhin Bestandsfahrzeuge mit diesem Anschluss, bei Neuzulassungen dominiert jedoch klar CCS. Entsprechend konzentriert sich der Ausbau neuer Schnellladeinfrastruktur überwiegend auf CCS. Vor diesem Hintergrund kann ich nachvollziehen, dass Alpitronic diesen Schwerpunkt in der aktuellen Planung setzt.
Volker
04.03.2026 um 12:46
Leider keine Hinweise, ob alpitronic was geändert um den Ladekabel Diebstahl zu erschweren oder zu verhindern.
domdom
04.03.2026 um 14:44
Soweit mir bekannt ist, weist Ionity aktuell mit Aufklebern auf den CCS-Kabeln auf eine mögliche GPS-Ortung hin. Ob in jedem Fall tatsächlich entsprechende Hardware verbaut ist, kann ich nicht beurteilen.
Joachim Glaubitz
04.03.2026 um 20:03
Den Hauptnachteil haben sie gelassen, dass die Leistung aufgeteilt wird, wenn ein zweiter daneben lädt. Ärgerlich wenn moderne Autos mit 400 Watt schon alleine laden könnten und dann doppelt so lange da stehen müssen.
Stephan K.
05.03.2026 um 11:52
Ich habe jetzt mal nachgesehen. Die verbreiteten, schnell ladenden 800V-Fahrzeuge Taycan, e-tron GT, EV6, Ioniq 6 oder GV60 laden mit max. 220 bis 270 kW. Und alle rutschen bei grob 50% SoC unter die 200 kW. Die Ladesäulen noch leistungsfähiger zu machen ist da wirklich unnötig. Im Bestfall gewinnen Sie vielleicht 3 bis 5 min, "doppelt so lange stehen" ist Polemik.
Florian Mallok
07.03.2026 um 09:52
Ja, die bestehenden mit 5 Jahre alter Technik laden noch nicht so schnell, aber alle nachfolgenden kommen auf bis zu >500kW und die stehen dann wirklich doppelt so lange. Eine neue Ladesäule sollte eine Investition in die Zukunft sein und nicht bloß das aktuelle Mindestmaß abdecken.
Stephan K.
05.03.2026 um 10:08
Ist es wirklich ein Problem wenn ein Auto im worst case nur mit 200 kW lädt? Das ist doch wahrlich ein Luxusproblem, das keine Mehrinvestitionen rechtfertigt. Dann lieber mehr Ladesäulen als noch leistungsfähigere Ladesäulen.
Peter F.
05.03.2026 um 08:57
Wie soll es denn sonst gehen bei zwei Anschlüssen an einer Säule mit 400 kW? Die Aufteilung der Leistung ist nicht das Problem, sondern es bräuchte dann halt eine höhere Gesamtleistung.
Patrick S.
05.03.2026 um 08:28
Ich nehme an, dass sich die HYC400 Serie 2 (genauso wie die Serie 1) mit nur einem Ladepunkt bestellen lässt. Das hindert aber auch niemanden daran sich mit "Langsamladern" an die Säule zu stellen. Hier ist einfach Ladeetiquette oder eine Preisdifferenzierung gefragt.
erFahrer
05.03.2026 um 08:07
Vielen Dank. Eine Innovation die bestimmt auch noch Realisierung findet. Bei diesem Top Wirkungsgrad sind weiterhin 2,5 % Abwärme die in die Luft geblasen werden. Wenn nur 1 % dieser Verluste genutzt wird stehen bis zu 4 kW -Heizleistung für die Lounge o.a. Zu Verfügung. Bei den neuen LKW-Ladeparks sind dann selbst bei Teilnutzung schon 20 kW vorhanden, mehr als so manche Gebäudeheizung liefert. Auch bei PKW-Ladeparks wir INONITY oder EnBW steht bei Ladeleistung um 100 kW auch weit mehr als ein kW bereit. Ein Ladepark der gut genutzt wird hat damit im Winterhalbjahr ein wärmendes Ladeerlebnis mit einigen tausend kWh. Selbst wenn man die Abwärme nur lokal im Umfeld des Laders an den Boden abgibt wäre der Nutzen = überwiegend trocken, bzw. Schnee und Eisfrei ein betriebskostenfreier Mehrwert. So ein Lader ist ja viele Jahre in Betrieb.
NoBaer
05.03.2026 um 21:14
Kann neuerdings ein 100 kW Modul auf beide Ladepunkte seine Leistung aufteilen, oder wie können 4 *100kW Module in 50 kW stufen geregelt werden über zwei LP? Kann ich mir nicht so recht vorstellen.
Saschaq
13.03.2026 um 12:04
Ja genau. Ein 100 kW Modul besteht aus zwei "Untermodulen" mit je 50 kW.
ioniqKnechter
10.03.2026 um 16:23
Ehy Moin erst ma... Wichtig ist für BEV Fahrzeuge die keine online Anbindung ans Handy haben, das in Display ein QR-Code angezeigt wird. Wenn man den scannt kann man den aktuellen Ladeverlauf mit allen relevanten Daten verfolgen. So ist man auch im Restaurant oder beim Einkauf immer informiert, ob u wie der Ladevorgang noch funktioniert. So hat es Kempower es bei seinen Ladesäulen gelöst u sollte als Vorbild dienen. Verstehe nicht warum das noch nicht implementiert wurde. Ist doch nur eine Frage von Software.
Sascha
13.03.2026 um 12:06
Kommt bei Alpitronic auch. Scheint schon vorbereitet zu sein. Habe ich zumindest schon in einer der Anleitungen gesehen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert