Nio gründet neue Sparte für Festkörperbatterien
Bereits 2024 hat Nio in China begonnen, als einer der ersten Hersteller Fahrzeuge mit Semid-Solid-State-Batterien anzubieten, also Halb-Feststoff-Akkus. Sie wurden als Long-Range-Option für verschiedene Modelle angeboten und boten eine Kapazität von 150 kWh sowie eine CLTC-Reichweite von über 1.000 km. Doch mangels Nachfrage hat Nio die Produktion im Herbst 2025 wieder eingestellt. Zugleich arbeitet das Unternehmen aber auch schon seit Längerem unter Hochdruck daran, E-Autos mit All-Solid-State-Batterien auf den Markt zu bringen, also mit vollständigen Feststoff-Akkus.
Um den Weg dafür zu bereiten, hat Nio nun die neue Tochtergesellschaft Nio Battery Technology in Shanghai gegründet, die ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum für Batterien im Bezirk Jiading aufbauen soll. Dort befindet sich auch die Zentrale von Nio sowie ein Forschungs- und Entwicklungsteam, während die Produktionsstätten des Unternehmens in Hefei in der Provinz Anhui liegen.
Offizielle Informationen von Nio zur neuen Tochtergesellschaft gibt es noch nicht. Laut chinesischen Medienberichten soll der Schwerpunkt aber auf der Entwicklung von Festkörperbatterien liegen, wobei Nio dabei parallel verschiedene technologische Ansätze verfolgt, darunter Oxid- und Sulfid-Elektrolyte.
Ein Pressesprecher von Nio sagte gegenüber der „China Times“ nur soviel: „Nio nutzt Shanghais Vorteile in der Forschung und Entwicklung, um die Entwicklung der Festkörperbatterietechnologie zu beschleunigen und erwartet, nach 2027 eine großflächige Anwendung der entsprechenden Technologien zu erreichen und damit seine Kernkompetenz im Bereich der Antriebsbatterien weiter zu stärken.“ Sprich: Das Unternehmen erwartet, die Festkörperbatterien ab 2028 in größerem Umfang in seinen Elektroautos einsetzen zu können.
Auto-Analyst Han Hao erklärte gegenüber der Zeitung: „Die Branche der Elektrofahrzeuge befindet sich derzeit in einer entscheidenden Phase der qualitativen Entwicklung. Technologische Innovation und die Zusammenarbeit im Ökosystem sind dabei die zentralen Trends. Mit den kontinuierlichen Durchbrüchen von Nio in der Batterietechnologie und der stetigen Verbesserung seines Batteriewechselsystems dürfte dies der qualitativen Entwicklung der chinesischen Elektrofahrzeugbranche künftig neue Impulse verleihen.“
Feststoffbatterien gelten als Gamechanger für die Elektromobilität, da sie durch den Verzicht auf flüssige Elektrolyte maximale Sicherheit bieten (nicht brennbar) und dank Lithium-Metall-Anoden eine deutliche Steigerung der Energiedichte ermöglichen. Dadurch werden hohe Reichweiten von über 1.000 Kilometern realistisch, genauso wie extrem kurze Ladezeiten und deutlich langlebigere Zellen. Zudem erlaubt das kompakte Design leichtere Fahrzeuge, da schwere Kühlsysteme reduziert werden können. Noch hat es aber kein Unternehmen geschafft, diese Festkörperakkus auf den Massenmarkt zu bringen – das dürfte aber noch in diesem Jahrzehnt geschehen.





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