Plant Mercedes eine neue E-Auto-Plattform mit Geely-Technik?
Zunächst hatte das in der asiatischen Auto- und Batteriebranche üblicherweise gut informierte Portal „36kr“ berichtet, dass Mercedes-Benz eine neue E-Auto-Plattform auf Basis einer Geely-Architektur plane. Konkret soll die neue globale Plattform von Mercedes den Codenamen „Phoenix“ tragen und für kompakte Elektroautos entwickelt werden. Die Basis bildet dem Bericht zufolge keine Mercedes-Entwicklung, sondern die GEEA-4.0-Plattform von Geely – GEEA steht für Geely Electronic & Electrical Architecture.
Aktuell sollen Mercedes-Entwickler eine Machbarkeitsstudie durchführen, also ein „Proof of Concept“ erstellen. Dem Bericht zufolge seien seit Januar vermehrt Führungskräfte des deutschen Autobauers im Geely-Entwicklungszentrum Hangzhou Bay gesichtet worden, im Februar soll ein Management-Team von Geely für weitere Verhandlungen zu Mercedes nach Shanghai gereist sein.
Die Kooperation rund um die Phoenix-Plattform sei das erste Projekt für Mercedes-Benz China im Rahmen einer Reorganisation, hieß es. Denn das Forschungs- und Entwicklungszentrum von Mercedes in China solle „zum globalen Hauptsitz für die Entwicklung von Kompaktfahrzeugen“ werden und die Konstruktion und Entwicklung neuer Kompaktmodelle eigenständig überwachen. Sprich: Mercedes würde zum ersten Mal überhaupt eine neue Fahrzeugplattform außerhalb Deutschlands entwickeln.
Nur: Das Unternehmen dementiert die Informationen von „36kr“. Die beschriebene Zusammenarbeit sie „erfunden und unwahr“, schreibt die CnEVPost unter Berufung auf eine Stellungnahme von Mercedes-Benz. Dass die Phoenix-Plattform wie zunächst berichtet bis 2030 in die Massenproduktion geht, darf also vorerst bezweifelt werden.
Mercedes-Benz hat unter CEO Ola Källenius sein komplettes „Entry“-Segment neu aufgebaut. Auf Basis der „Mercedes Modular Architecture“ (MMA) sind bereits der neue CLA, CLA Shooting Brake und der neue GLB vorgestellt worden – bisher alle rein elektrisch, später sollen Benziner mit 48-Volt-Hybrid folgen. Auch ein GLA-Nachfolger ist auf Basis der MMA geplant. Zunächst sollte es auch bei diesen vier „Entry“-Modellen bleiben, die A-Klasse und B-Klasse sollten wegfallen. Inzwischen hat Mercedes aber einen A-Klasse-Nachfolger bestätigt, womit es wieder fünf Kompaktmodelle von Mercedes geben soll.
Die MMA ist erst mit dem neuen CLA debütiert und somit noch komplett neu auf dem Markt. Daher wäre es aus der bisherigen Unternehmenslogik eher unsinnig, eine so neue Plattform schon 2030 durch eine Neuentwicklung zu ersetzen. Als Hauptgrund für die angebliche technische Zusammenarbeit hatte „36kr“ jedoch die niedrigeren Kosten angeführt. Die internen Auswirkungen würden nahelegen, „dass die Fahrzeugarchitektur von Geely erhebliche Vorteile bei der Kostenkontrolle bietet“.
weixin.qq.com (Original-Bericht auf Chinesisch), cnevpost.com (Dementi)





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