Mercedes bringt neue A-Klasse auf MMA-Plattform

Die A-Klasse ist eigentlich der neuen Modell-Strategie von Mercedes im Entry-Segment zum Opfer gefallen, der elektrische CLA sollte den Einstieg in die Mercedes-Welt bilden. Jetzt hat Mercedes-Entwicklung-Vorstand Jörg Burzer eine neue A-Klasse bestätigt – schon für 2028.

Mercedes benz cla min
Bild: Mercedes-Benz

2023 hatte Mercedes-CEO Ola Källenius vier Modelle auf Basis der Mercedes Modular Architecture angekündigt, die zusammen das neue Kompaktklasse-Angebot der Stuttgarter bilden sollten – den CLA als viertüriges Coupé, ein Shooting-Brake-Ableger des CLA zwei SUV-Modelle als Nachfolger des EQA und EQB. Keinen Platz in den Planungen mehr gab es für die A-Klasse und die B-Klasse. Das Kompakt-Segment wollte Källenius nicht ganz aufgeben, aber eher mit Limousinen und SUV bedienen, die mehr Marge versprechen – und nicht mit einem klassischen Kompaktmodell und einem Van.

Zumindest bei der A-Klasse gibt es jetzt die Kehrtwende. Das aktuelle Modell, das noch bis 2027 gebaut wird, erhält doch einen Nachfolger. „Es wird ein eigenständiges Modell auf der MMA-Plattform sein, das es so bisher nicht gibt“, wird Entwicklungs-Chef Jörg Burzer von der Automobilwoche zitiert. Mercedes plant nun also doch fünf MMA-Baureihen.

Es soll sich zwar um einen Nachfolger der A-Klasse handeln, aber nicht um einen klassischen Kompaktwagen. Wie die Automobilwoche schreibt, soll es sich „um ein Crossover-Modell handeln, das die Vorzüge eines SUVs mit denen eines kompakten Vans kombiniert.“ Burzer selbst wollte das Design des Autos nicht kommentieren, gab aber einige Einblicke in die Pläne des Herstellers. „Unsere Überlegung hierbei ist: Neben den Modellen mit langem Radstand speziell für Asien und Überlegungen zu noch stärker für die USA angepassten Modellen wollen wir vor allem für Europa auch künftig ein hochattraktives Einstiegsmodell auf Basis der MMA-Architektur anbieten“, so der Technik-Vorstand.

MMA ermöglicht E-Autos und Hybride

Am Rande der Premiere des S-Klasse-Facelifts Ende Januar in Stuttgart hatte Mercedes-CEO Ola Källenius bereits einen Ausblick auf das Modell gegeben und gesagt, dass er sich nach Diskussionen mit den europäischen Händlern und ersten Designentwürfen zu einer Neuauflage entschlossen habe.

Aber: Mehr als die Tatsache, dass ein solches Modell 2028 auf den Markt kommen soll und auf der MMA basiert, ist derzeit noch nicht bestätigt. Es liegt zwar nahe, dass es sich auch um ein Elektromodell handelt, schließlich wurde die MMA mit Blick auf E-Antriebe entwickelt. Es handelt sich aber um eine Mischplattform, sowohl der CLA als auch der GLB sind auch als Hybrid geplant. Ob die A-Klasse beide Antriebsarten nutzt, ist noch nicht bekannt.

Als Produktionsstandort bringt die Automobilwoche das ungarische Werk Kecskemét ins Spiel. Die aktuelle A-Klasse wird zwar noch parallel zum Elektro-CLA im Werk Rastatt gebaut, aber noch im Laufe des Q1 2026 bis zum Produktionsende 2027 nach Ungarn verlagert. Mit dem Elektro-GLB ist Kecskemét schon für die MMA vorbereitet.

In dem Interview bestätigte Burzer auch mehr oder weniger das – wenig überraschende – Ende des EQS. „Zum Ende des Jahrzehnts“ soll eine elektrische S-Klasse kommen. „Zu diesem Zeitpunkt werden wir beide Antriebsarten in der S-Klasse im Angebot haben“, so der Manager. „Wir haben aus dem elektrischen EQS überaus viel gelernt. Wie wir das genau umsetzen werden, werden wir erst zu einem späteren Zeitpunkt kommunizieren. Am Ende wollen wir in der S-Klasse ein Powertrain-Portfolio haben, das Elektromobilität, aber auch die elektrifizierte Verbrenner-Technologie ermöglicht. Wie die Plattform genau ausschaut, will ich noch nicht sagen – aber sie wird optisch und technisch hochattraktiv sein.“

Ob es nun eine Elektro- und eine Verbrenner-Plattform gibt oder eine Misch-Plattform, lässt Burzer also offen. Mercedes verfolgt derzeit beide Ansätze parallel: Die MMA-Modelle werden als BEV und HEV angeboten, während es zum Beispiel beim GLC zwei Baureihen mit diesem Namen gibt – das bekannte Verbrenner-Hybrid-Modell und seit der IAA 2025 den GLC mit EQ-Technologie, der optisch näher an das Verbrenner-Modell gerückt wurde, aber auf einer E-Plattform basiert.

Dass die jetzt überarbeitete S-Klasse in den Augen mancher Beobachter wenig innovativ daherkommt und bei einigen Funktionen „nur“ auf den Stand des CLA gebracht wurde, ist für Burzer kein Problem, sondern die neue Realität. „Die Welt hat sich geändert. Früher konnte man sechs oder sieben Jahre warten mit einer Innovation – eben bis die S-Klasse kam“, sagt der Entwicklungs-Vorstand. „Von einem Modell ausgehend alles nach unten ausrollen, das geht heute nicht mehr. Dafür sind die Innovationszyklen zu kurz.“

automobilwoche.de (A-Klasse), automobilwoche.de (vollständiges Interview mit S-Klasse-Aussagen)

5 Kommentare

zu „Mercedes bringt neue A-Klasse auf MMA-Plattform“
sig
11.02.2026 um 10:14
Ach die A-Klasse. Einst geschaffen mit Unterboden für moderne Antriebe, schlingert und schleudert seit 3 Jahrzehnten durch die Weltgeschichte -trotz ESP ;-). Man hätte was grosses schaffen können. War wohl der fossile Grossaktionär dagegen?
Branchenkenner
11.02.2026 um 16:10
Was für ein unsinniger Kommentar
sig
12.02.2026 um 13:51
Wunden Punkt getroffen???
Branchenkenner
12.02.2026 um 19:31
Nein, überhaupt nicht. Der Kommentar ist schlicht unsinnig und falsch
Tom
14.02.2026 um 11:05
Nein, so falsch ist der Kommentar nicht. Der Kofferfisch mit Sandwich-Boden war ein Erfolg, abgeschafft, um gegen den 1er BMW zu fahren. Doch das funktionierte nie ganz, und Version 2 ist ein relativer Ladenhüter. Ich glaubte ein elektrischer Kofferfisch an die eher konservativen Mercdes-Käufer angepasst, ohne den Maxi-Bildschirm-Wahnsinn könnte funktionieren.

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