Südkorea brummt Mercedes Millionen-Bußgeld auf

Die südkoreanische Wettbewerbsbehörde hat Mercedes-Benz wegen der Irreführung von Verbrauchern zu einer Geldstrafe von umgerechnet 6,5 Millionen Euro verdonnert. Im Fokus der Behörde: Ein offiziell nicht angegebener Batterielieferant der Premium-Stromer EQE und EQS.

Mercedes benz eqe min

Die koreanische Kommission für fairen Handel (KFTC) gibt an, dass Mercedes-Benz für die Modelle EQE und EQS mit Premiumzellen von CATL geworben habe. Händlern sollen Verkaufsrichtlinien zugespielt worden sein, „die den Eindruck erweckten, alle Elektrofahrzeuge der Modelle EQE und EQS seien mit Batteriezellen des Herstellers CATL ausgestattet“, heißt es konkret. Tatsächlich verwenden bestimmte Modellversionen jedoch Batteriezellen des chinesischen Unternehmens Farasis Energy. Informationen hierzu haben der Behörde zufolge beispielsweise in Händlerhandbüchern und Marketingmaterialien gefehlt.

„Wir respektieren die Entscheidung der Plenarsitzung der KFTC; wir sind jedoch mit der endgültigen Entscheidung der Kommission entschieden nicht einverstanden“, erklärt Mercedes-Benz Korea als erste Reaktion in einer Stellungnahme. Das Unternehmen kündigt zudem am, „die notwendigen rechtlichen Schritte einzuleiten, einschließlich einer Verwaltungsklage“. Und betont, „sowohl den Medien als auch unseren Kunden korrekte und wahrheitsgemäße Informationen übermittelt“ zu haben.

Die KFTC leitete die Untersuchung gegen Mercedes-Benz ein, nachdem ans Licht kam, dass die Batteriezellen eines in Brand geratenen Mercedes-Elektrofahrzeugs in Korea von Farasis stammten. Der Fall machte Mitte 2024 Schlagzeilen: So kam es seinerzeit zu einem großen Brand in der Tiefgarage eines Apartmentkomplexes in Incheon. Als Auslöser des Feuers stand schnell ein Mercedes EQE fest. Durch den Vorfall wurden 140 Fahrzeuge zerstört oder beschädigt – und das Wohngebäude musste geräumt werden.

In Folge dieses Brands forderte die südkoreanische Regierung Autohersteller bereits im August 2024 auf, ihre Batterielieferanten offenzulegen. Dabei kam in Fall von Mercedes-Benz heraus, was hierzulande durchaus kein Geheimnis ist: Alle Versionen der EQE Limousine sowie der EQE 500 4MATIV SUV und der EQS 350 nutzen Farasis-Zellen, die weiteren EQS-Varianten (Limousine und SUV) und der EQE 350 4MATIC SUV haben CATL-Zellen im Unterboden.

Laut FTC wurden in Korea zwischen Juni 2023 und August 2024 rund 3.000 Fahrzeuge mit Farasis-Batteriezellen verkauft. Der Gesamtumsatz belief sich auf etwa 281 Milliarden Won. Die von der Regulierungsbehörde verhängte Geldstrafe von 11,2 Milliarden Won entspricht also etwa 4 Prozent des Umsatzes, was im Land die gesetzlich zulässige Höchststrafe für solche unlauteren Geschäftspraktiken ist. Ein FTC-Vertreter erklärte laut Reuters, dass die deutsche Mercedes-Zentrale und die koreanische Niederlassung die Geldstrafe gemeinsam zahlen würden.

reuters.com, koreabizwire.com, ftc.go.kr (auf Koreanisch)

3 Kommentare

zu „Südkorea brummt Mercedes Millionen-Bußgeld auf“
Schmack
11.03.2026 um 18:16
Schön das anderswo gegen diese problematischen Zellen vorgegangen wird. Wie sagt man so schön: „Wer billigt kauft, kauft zweimal“ Plus in diesem Fall von Mercedes mit ihrem Luxury only Modell einen enormen Vertrauensverlust weltweit. Konsequent wäre es alle Farasis Zellen im Rückruf zu tauschen. Das Problem scheint sich ja nicht nur auf die EQB/EQA Modelle zu beschränken
Branchenkenner
11.03.2026 um 23:16
Hat damit wenig zu tun
Schmack
12.03.2026 um 23:17
Ah ja, spricht der Branchenkenner, sehr gehaltvoll ihr Kommentar

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