Kommende Mittelklasse: Lucid teasert zwei SUV und ein Robotaxi an

Lucid Motors nennt erste Eckpunkte zu seinen künftigen Mittelklasse-Modellen, mit denen das Startup aus dem Premium- in den Volumenbereich expandieren will. Zwei der drei angekündigten Baureihen sind demnach SUV. Außerdem plant Lucid auf Basis seiner Midsize-Plattform auch ein zweisitziges Robotaxi.

Lucid motors cosmos earth
Bild: Lucid Motors

Lucid hat wiederholt angekündigt, künftig neben seinen beiden Oberklasse-Modellen Air und Gravity auch günstigere E-Autos mit Basispreisen von unter 50.000 Dollar (umgerechnet knapp 44.000 Euro) anbieten zu wollen. Im Zuge eines Investorentags hat das US-Startup nun einige weitere Details genannt. So sollen zwei der drei angekündigten Baureihen SUVs sein. Zum dritten Modell will sich Lucid später äußern. On top soll es ein Robotaxi geben.

Doch der Reihe nach: Die beiden SUVs mit den Bildern zufolge leicht abfallender Dachlinie werden Lucid Cosmos und Lucid Earth heißen, wobei der Cosmos etwas sportlicher ausfallen soll als der Earth. Bei dem dritten, noch namenlosen Mittelklasse-Fahrzeug könnte es sich um eine funktionellere Offroad-Variante handeln, denn Lucid will mit diesem „aktive Entdecker“ ansprechen. Dieses Modell wirkt auch nochmals höher als die beiden anderen. Der Cosmos soll derweil vor allem mit viel Leistung und Platz überzeugen, der Earth ist dagegen genau mittig zwischen Sportlichkeit und Funktionalität positioniert. Optisch sollen die SUV sich an den Oberklasse-Modellen orientieren, die geringeren Preise will Lucid vor allem in der Produktion ermöglichen.

„Diese Fahrzeuge bieten das unverwechselbare Lucid-Design und die typischen Fahreigenschaften und zeichnen sich gleichzeitig durch einen radikal einfacheren und effizienteren Ansatz in der Fertigung und Kostenreduzierung aus“, teilt das Unternehmen mit. Und: Eine „branchenführende Effizienz“ soll die erforderliche Reichweite mit deutlich kleineren Akkupacks erreichen. Wie hoch diese „erforderliche Reichweite“ ist, präzisiert Lucid nicht. Bei den technischen Daten hält sich das Unternehmen grundsätzlich noch zurück. Die Rede ist nur von einem gänzlichen neuen E-Antrieb („Atlas“) für die Midsize-Plattform. Dieser soll den Sprint auf 60 mph (96 km/h) in 3,5 Sekunden und eine Effizienz von 4,5 Meilen/kWh unterstützen, umgerechnet 7,24 km/kWh.

Beim Design der neuen Mittelklasse-Modelle spricht Lucid von einem leichteren und einfacheren Aufbau „mit identischen Vorder- und Hintergehäusen und Halterungen, um die Fertigung zu vereinfachen und die Kosteneffizienz zu steigern“. Auch wird zum beispielsweise auf die in den Oberklasse-Modellen angebrachten Zierleisten an den Türen verzichtet.

Als Konzept präsentiert Lucid zudem ein zweisitziges Robotaxi namens Lunar auf Basis der Midsize-Plattform. Laut dem Unternehmen unterstreicht das Modell „das Potenzial der Midsize-Plattform für zukünftige autonome und kommerzielle Anwendungen“. Inwiefern Lucid das Konzept weiterentwickeln will, geht aus der aktuellen Mitteilung nicht hervor. Der Hersteller betont aber, mit Uber in fortgeschrittenen Gesprächen über den Einsatz von Fahrzeugen der Midsize-Plattform zu sein – und zwar „in einem ähnlichen Umfang wie im Gravity-Robotaxi-Programm„. Noch sind die Gespräche aber nicht abgeschlossen.

Grundsätzlich steht Lucid unter Druck, schneller rentabel zu werden. Erst im Februar kündigte der hochdefizitäre US-Elektroautohersteller mit, 12 Prozent seiner Belegschaft zu entlassen. Entsprechend stark betonte das Unternehmen beim jetzigen Investorentag, seine kurzfristigen Ambitionen, mehr Geld zu erwirtschaften. 2026 will sich Lucid etwa darauf konzentrieren, den Lucid Gravity weiter zu skalieren, die globale Marktpräsenz auszubauen, Softwareangeboten und Dienstleistungen weiterzuentwickeln und Kosten einzusparen.

Lucid gab in seiner Präsentation zudem einen Ausblick auf geplante Software- und Technologie-Updates, darunter einen KI-Assistenten für das Fahrzeug, und seine Roadmap für autonomes Fahren. „Lucid hat seine Kompetenz durch Technologie- und Produktführerschaft bereits unter Beweis gestellt“, betont Marc Winterhoff, Interims-CEO von Lucid. „Wir bewahren die bewährte Produkt- und Technologie-DNA von Lucid und setzen gleichzeitig auf Skaleneffekte, Kapitaleffizienz, Kostendisziplin und deutlich reduzierte Kosten. So schaffen wir die Grundlage für ein erfolgreiches Unternehmen mit einem klaren und glaubwürdigen Weg zu Profitabilität und positivem Cashflow.“

Wann die Mittelklasse-Modelle zu den beiden Oberklasse-Stromern hinzustoßen sollen, ist derweil noch unklar. Es wird aber nicht von heute auf morgen sein: Ende Januar wurde bekannt, dass Lucid mit dem Prototypenbau begonnen hat. Diese werden zwar jetzt in Casa Grande montiert, dem Lucid-Stammwerk in Arizona. Die Serienproduktion der Mittelklasse-Modelle ist aber wohl an einem anderen Standort geplant: Frühere Aussagen von Interims-CEO Mark Winterhoff deuten darauf hin, dass die Mittelklasse-Baureihen aus dem Lucid-Werk in Saudi-Arabien kommen sollen.

media.lucidmotors.com, ir.lucidmotors.com (Präsentation zum Investorentag, PDF)

0 Kommentare

zu „Kommende Mittelklasse: Lucid teasert zwei SUV und ein Robotaxi an“

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert