Tesla FSD: Europastart während laufender US-Untersuchung?

Tesla steht angeblich kurz vor der Freigabe seines Fahrassistenten FSD Supervised in Europa – die niederländische Behörde RDW will diese laut dem Unternehmen angeblich am 10. April erteilen. Dagegen bekommt FSD in den USA verschärften Gegenwind: Die Verkehrsbehörde NHTSA intensiviert ihre Untersuchung von FSD – ein Rückruf droht.

Tesla autopilot full self driving fsd
Screenshot: Tesla

In Europa lässt Full Self-Drive (Supervised) von Tesla weiter auf sich warten – auch wenn es, wie bei Tesla üblich, schon einige Ankündigungen gab. Zuletzt hieß es im November 2025 von Tesla, die zuständige niederländische Behörde RDW habe eine Zulassung für Februar 2026 in Aussicht gestellt, was die RDW allerdings teilweise einschränkte. „Ob der Zeitplan eingehalten werden kann, bleibt abzuwarten“, so die RDW damals.

Nun ist es also schon bald Ende März und die Zulassung ist noch nicht erfolgt. Aber Tesla hat auf X nun ein Update zur FSD-Einführung in Europa gegeben. „Die voraussichtliche Zulassung in den Niederlanden wurde auf den 10. April verschoben (zuvor war der 20. März geplant). Wir freuen uns auf den erfolgreichen Abschluss dieser Zusammenarbeit“, heißt es darin. Und weiter: „Gemeinsam mit RDW haben wir die letzte Fahrzeugtestphase für das vollautomatische Fahren (unter Aufsicht) offiziell abgeschlossen und alle für die UN-Zulassung gemäß Regel R-171 sowie die Ausnahmeregelungen nach Artikel 39 erforderlichen Unterlagen eingereicht.“

Das RDW-Team prüft die Dokumentation und die Testergebnisse nun intern. Für den Zulassungsprozess der RDW hat Tesla in vergangenen 18 Monaten u.a. 1,6 Millionen Kilometer mit FSD (Supervised) auf EU-Straßen absolviert und über 4.500 Testszenarien auf Rennstrecken durchgeführt. Von der RDW selbst gibt es zum aktuellen Stand des Verfahrens aber bislang kein Statement.

Wichtig: Selbst wenn die Freigabe durch die RDW tatsächlich nun in Kürze erfolgt, so darf FSD (Supervised) dann zunächst nur in den Niederlanden verwendet werden. In der Folge könnten aber dann weitere EU-Staaten die Zulassung übernehmen, und zwar in einem koordinierten EU-Verfahren. Gibt es dort keine Mehrheitsentscheidung, so könnten einzelne EU-Länder die niederländische Entscheidung dennoch übernehmen. Tesla gibt sich wie üblich optimistisch: „Wir rechnen mit einer möglichen EU-weiten Zustimmung im Laufe des Sommers.“

Verschärfte Untersuchung von FSD in den USA

Derweil gibt es in den USA heftigen behördlichen Gegenwind: Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA vertieft ihre Untersuchung von Teslas Fahrerassistenzsystem. Die Auswertung von Unfalldaten von Fahrzeugen mit aktivem FSD-System lasse die Sorge aufkommen, dass die Technik Probleme bei schlechten Sichtbedingungen haben kann, erklärte die Behörde zur Begründung.

Konkret geht es dabei darum, ob das System erkennt, ab wann die Sichtverhältnisse so schlecht sind, dass es nicht mehr sicher funktionieren kann. Und dann eben rechtzeitig wieder das Steuer an den Fahrer übergeben müsste, bevor ein Unfall geschieht. Betroffen von der Untersuchung sind demnach im Grunde sämtliche mit FSD ausgelieferten Fahrzeuge. Die NHTSA geht von über 3,2 Millionen Einheiten aus allen Baureihen aus, also Model S & X, Model 3 & Y sowie der Cybertruck.

Ein Unfall war tödlich

Dabei listet der Untersuchungsbericht neun Unfälle auf, die in diesem Zusammenhang stehen, wobei einer davon tödlich endete. In mehreren Unfällen verlor das System dabei das vorausfahrende Fahrzeug aus dem Blick oder erkannte es gar nicht erst. In der Kritik steht dabei vor allem die zu späte Reaktion des Systems: Die Warnungen an den Fahrer erfolgten entweder gar nicht oder erst unmittelbar vor dem Aufprall, sodass keine Zeit zum Reagieren blieb.

Die Untersuchung der NHTSA hat nun den Status einer „Engineering Analysis“ (EA). Dies ist der letzte formale Schritt, bevor die NHTSA einen Rückruf fordern kann. Doch das heißt noch lange nicht, dass die betroffenen Fahrzeuge dann in die Werkstatt müssen. Vielmehr könnte Tesla einen solchen Rückruf, der nur die Software betrifft, auch als Over-the-Air-Update realisieren. Dazu müsste natürlich vorher die Software entsprechend verbessert werden. Die Einschätzung mancher Medien, dass FSD durch die Untersuchung vor dem Aus stehe, erscheint aber unrealistisch.

Seit zehn Jahren autonomes Fahren in Aussicht gestellt

Vor fast zehn Jahren begann Tesla mit der Vermarktung seines Produkts „Full Self-Driving“ (FSD) – Kunden konnten ab Oktober 2016 „Volles Potenzial für autonomes Fahren“ (FSD) gegen Aufpreis für ihre Tesla-Fahrzeuge mitbestellen. Doch erst vier Jahre später wurde die Software, die auch in Städten lenkt und an Ampeln hält, für die ersten Beta-Tester in den USA ausgerollt. Seit März 2024 ist der Service nun unter dem Namen FSD (Supervised) für alle Kunden in den USA erhältlich plus mittlerweile auch in einigen anderen Ländern wie Kanada, Mexiko, Australien, Neuseeland und Südkorea. Dabei macht das Attribut „Supervised“ deutlich, dass die automatisierte Fahrt durch den Fahrer beaufsichtigt werden muss und er jederzeit wieder die Kontrolle übernehmen können muss. Es handelt sich als um einen Fahrassistenten auf SAE-Level 2, aber nicht wirklich um vollautonomes Fahren, was dem SAE-Level 4 entspricht.

x.com (Europa), n-tv.de (USA)

20 Kommentare

zu „Tesla FSD: Europastart während laufender US-Untersuchung?“
Simon 1
20.03.2026 um 17:58
Ich weiß nicht wie es Anderen geht, aber für mich ist es entweder ein bisschen Spur- und Abstand halten oder Level 4 autonom, sodass ich während der Fahrt arbeiten kann. Alles dazwischen finde ich eher gefährlich.
Ejk
21.03.2026 um 07:34
Probiere es einmal aus geht bei Tesla immoment noch. Und du wirst das anders sehen.
Branchenkenner
23.03.2026 um 03:05
Ist doch langweilig. Mercedes hat mit Level 3 eigentlich den richtigen Weg eingeschlagen, nur das Level 3 für den Kunden zu eingeschränkt ist weshalb man die Verantwortung und die aufgezwungene Aufmerksamkeit dem Fahrer wieder auferlegt. Das macht ein Großteil der Branche so, inklusive Tesla die ja auch nichts anderes als Level 2 für Privatkundenfahrzeuge anbieten wollen. Wirklich sinnvoll ist das nicht, insbesondere bei einem nicht ausentwickelten System wie das von Tesla aktuell. Bis Level 4 braucht es halt noch, man hätte aber durchaus Level 3 als Zwischenlösung weiterentwickeln können sodass es z.B. auf Langstreckenfahrten mit 110km/h funktioniert hätte so wie es Mercedes eigentlich mal bis Ende 2026 geplannt hatte und nun erstmal verworfen hat.
Krause
20.03.2026 um 22:34
Ehrlich gesagt verstehe ich hier das Problem nicht. Wenn es Fahrer überwacht ist ist der Fahrer auch verantwortlich. Das Auto überwacht sehr streng ob der Fahrer auch dieser Aufgabe nach kommt. Zumindest in Deutschland achtet FSD sehr genau darauf wohin der Fahrer schaut. Ich werde das Gefühl nicht los das hier mal wieder nur halbe Information veröffentlicht werden die Tesla mal wieder in ein schlechteres Licht stellen.
Robert Fried
21.03.2026 um 09:50
Ich vertraue Elon. Man könnte im Falle von sehr schlechter Sicht das FSD automatisch ausschalten lassen und der Lenker übernimmt die Kontrolle bis sich das FSD wieder einschaltet.
Mark Müller
23.03.2026 um 14:31
Sehr mutig. Toi, toi, toi!
Branchenkenner
23.03.2026 um 03:12
Auch die Übergabe von System auf den Fahrer ist gefährlich da der Fahrer die Situation bereits erfasst haben muss um dann eingreifen zu können. Dies ist aber nicht immer der Fall obwohl man aufmerksam sein sollte. Wer von Anfang an selber fährt ist da eventuell aufmerksamer als wenn man in verschiedenen Situationen innerhalb einer kurzen Zeitspanne übernehmen muss. Deshalb ist Level 2 auch relativ sinnlos wie ich finde: man muss trotzdem aufmerksam sein, kann nicht entspannen und für auch für Schäden ist man selbst haftbar da die Systeme für Level 4 wohl nicht gut genug sind. Wo ist der große Vorteil?
Matthias Lang
21.03.2026 um 02:42
habe ich das richtig verstanden? Bei Milliarden von gefahrenen Kilometern durch Millionen von Fahreugen kam es zu ganzen neuen Unfällen. Nur einer tödlich? Das ist doch hervorragend. Das bedeutet gleichzeitig dass unzählige Leben gerettet wurden
Branchenkenner
23.03.2026 um 03:19
Nein, das ist so nicht richtig. Und natürlich verhindert jedes Assistenzsystem eine gewisse Anzahl an Unfälle, das ist ihre Aufgabe und darauf sind alle Systeme getestet worden. Nur funktioniert FSD Supervised besser als eine Mischung aus verschiedenen Assistenzsystemen? Was ist die Anspruch an das System und die tatsächliche Leistungsfähigkeit? Sollten nicht auch teilautonome Systeme eine extrem hohe Sicherheit aufweisen? Ein autopilot im Flugzeug hat eine verschwindend geringe Ausfallquote, sollte man bei Autos eine höhere Quote akzeptieren, oder nicht?
P.Albert
24.03.2026 um 13:02
Auch bei diesem Beitrag wird das Missverständnis, was das Wort "Autopilot" in der Luftfahrt (von dem das Analogon bei Tesla kommt) bedeutet, deutlich: ein Autopilot ist möglicher Weise eine Maschine, die nichts kann außer gerade aus zu fliegen, eventuell kann er nicht ein mal den Kurs halten. Es kann aber auch eine Maschine sein, die bei NULL Sicht einen Flieger genau mit der richtigen Speed aufsetzt. Dazwischen gibt es eine Unzahl an Ausführungen. Die Quintessenz: Ein Autopilot ist mit Nichten ein autonomes System, sondern nur ein Werkzeug, was dem Fahrer das Fahren erleichtert. Mehr nicht. Hier herrscht bei Anwendern als auch bei Richtern absolute Unkenntnis über die Bedeutung des Wortes "Autopilot".
PF
21.03.2026 um 03:20
Wie soll das ab April in Millionen-Stückzahl gebaute Cybercab (hat doch irgend so ein Kerl posaunt) funktionieren? Keine Pedale, kein Lenkrad, aber der Fahrer muss überwachen. Soll er dann frühzeitig vor dem Aufprall anfangen zu beten? Ist halt Musk. Versprechungen, Versprechungen, Versprechungen und die Lemminge schnüren FSD-gesteuert hinterher.Jetzt mal markenunabhängig: wäre das ganze Geld für die Entwicklung des "autonomen Fahrens" zur Entwicklung wirklicher alternativer Antriebe verwendet worden, wäre die Menschheit weiter.An die Presse: meldet euch wieder, wenn es wirkliche Neuigkeiten zum Thema gibt.. Menschenverachtende Radikale, die die Rechte von Arbeitnehmern mit Füßen treten haben aus meiner Sicht nichts in der deutschen Presse zu suchen, auch, wenn die Lemminge das alles verdrängen und einen Personenkult betreiben, den wir vor 100 Jahren schonmal hatten.
noname
23.03.2026 um 18:17
Eine zentrale Figur rechts-nationalistischer Lemminge zieht über elon'sche Lemminge her.
Matthias Schmidt
23.03.2026 um 17:51
"Menschenverachtende Radikale, die die Rechte von Arbeitnehmern mit Füßen treten haben aus meiner Sicht nichts in der deutschen Presse zu suchen" Endlich adressiert sich einer der Delittanten selbst. Sei so nett, und schreibe unter deinem echten Namen. Dann weis es endlich Jeder, und nicht nur Eingeweihte!
Marius
21.03.2026 um 10:29
FSD hat erst mal nichts mit der Fahrerüberwachung zu tun . Autos ohne FSD überwachen die Aufmerksamkeit des Fahrers auch. Wenn ein Tesla mit aktiviertem FSD auf Grund schlechter Sicht einem voraus fahrenden Auto auffährt ist das so wie wenn ein Auto ohne FSD mit eingeschaltetem Tempomat bei schlechter Sicht einem voraus fahrenden Auto auffährt. In beiden Fällen ist der Lenker schuld, da bei schlechter Sicht eine erhöhte Aufmerksamkeit notwendig ist.
E-Fahrer
21.03.2026 um 19:55
Es geht bei der NHTSA-Untersuchung offenbar nur um die 3,2 Mio. Fahrzeuge mit AI3-Computer, also der HW3, die bis 2021 verbaut wurde. Außerdem stammen die Vorfälle aus 2023 oder noch früher. Die aktuelle FSD-Software ist also überhaupt nicht betroffen. Vermutlich gibt es also gar keinen HW3-Tesla mehr, der noch mit FSD Version 11 oder 12 herumfährt und hier wird ein Problem beschrieben, das längst gelöst ist. Schade, dass die Electrive-Recherche nicht so weit reicht, dies zu erwähnen.
M Reuss
23.03.2026 um 21:45
Das ist nicht richtig. Es betrifft Fahrzeuge alle Baujahre bis 2026.Das sind 3,2 Mio in den USA.https://static.nhtsa.gov/odi/inv/2026/INOA-EA26002-10023.pdf
Erri Alset
23.03.2026 um 07:42
Sie haben zu 100% recht! Auch dass diese Artikel genau am 20März, dem vermeintlichen Zulassungsdatum aufpoppten, ist bezeichnend! Schade das Electrive da mitmacht! Weniger informierte Leser könnten da wieder die falschen Schlüsse ziehen.
Elektro Driver
22.03.2026 um 06:38
Das Musk oft zu euphorisch und zu schnell Dinge ankündigt die letztendlich dann aber Zeitversetzt kommen ist bekannt. Und gerade bei einer so weltverändernde Sache wie vollautnomes Fahren das bis jetzt noch niemand lösen konnte sollte man doch nachsichtig sein. Tesla musste 2 oder 3 mal komplett von vorne mit der Entwicklung von FSD beginnen weil es eben nicht so einfach ist. Und jetzt wo das System richtig richtig gut funktioniert (also die Version 14 auf der Hardware 4) und FSD "gelöst" scheint und das mit nur Kameras, da kommen dann solche reiserische Artikel und suggerieren den nicht so gut informierten Leser das FSD von Tesla ja keine Chance am Markt hat und es sogar vom Markt genommen werden muss (okay in diesem Artikel wird das Gott sei Dank als nicht realistisch eingeschätzt). Aber es gibt viele andere Medien die das sagen. Es dürfte bei vielen anscheinend die Angst vor Tesla sein. BMW und Mercedes haben ihr Programm zum autonomen Fahren ja bis auf weiteres eingestellt. Ich bin zuversichtlich das es kommen wird wenn auch noch ungewiss ist wann genau.
Steven B.
23.03.2026 um 10:30
Ich glaube nicht wirklich an FSD, egal ob Tesla, BMW, Mercedes oder wie sie da alle heissen. Alles basiert auf Kameras, Sensorik oder Radar, Lidar hin oder her. Am Ende laufen die Daten zusammen und mittels KI wird dann ein Ergebnis zu den Situationen berechnet, dass hält letztendlich das Fahrzeug auf der Spur oder Fahrweg. Die KI, Stand aktuell, ist aber nicht wirklich in der Lage fehlerfrei zu agieren! teils schliesst sie eigene Überlegungen ein, die frei erfunden ist und nicht auf Tatsachen basiert. Ich würde es nicht gut heissen, wenn diese Technik, Stand heute, auf den Strasssen dieser Welt zum Einsatz kommt, es gefährdet Menschen, Tiere und Umwelt.
Ric
01.04.2026 um 17:15
"...Ich würde es nicht gut heissen, wenn diese Technik, Stand heute, auf den Strasssen dieser Welt zum Einsatz kommt, es gefährdet Menschen, Tiere und Umwelt..."Diese Technik fährt doch schon auf den Straßen in den USA, Kanada, Australien und demnächst in Großbritannien. In Europa und China ist es in der Zulassungsprüfung. Mach doch eine Probefahrt bei Tesla mit FSD, um dir eine fundierte Meinung zu bilden.PS.: Wie kann FSD die Umwelt gefährden?

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