Tesla FSD: Europastart während laufender US-Untersuchung?
In Europa lässt Full Self-Drive (Supervised) von Tesla weiter auf sich warten – auch wenn es, wie bei Tesla üblich, schon einige Ankündigungen gab. Zuletzt hieß es im November 2025 von Tesla, die zuständige niederländische Behörde RDW habe eine Zulassung für Februar 2026 in Aussicht gestellt, was die RDW allerdings teilweise einschränkte. „Ob der Zeitplan eingehalten werden kann, bleibt abzuwarten“, so die RDW damals.
Nun ist es also schon bald Ende März und die Zulassung ist noch nicht erfolgt. Aber Tesla hat auf X nun ein Update zur FSD-Einführung in Europa gegeben. „Die voraussichtliche Zulassung in den Niederlanden wurde auf den 10. April verschoben (zuvor war der 20. März geplant). Wir freuen uns auf den erfolgreichen Abschluss dieser Zusammenarbeit“, heißt es darin. Und weiter: „Gemeinsam mit RDW haben wir die letzte Fahrzeugtestphase für das vollautomatische Fahren (unter Aufsicht) offiziell abgeschlossen und alle für die UN-Zulassung gemäß Regel R-171 sowie die Ausnahmeregelungen nach Artikel 39 erforderlichen Unterlagen eingereicht.“
Das RDW-Team prüft die Dokumentation und die Testergebnisse nun intern. Für den Zulassungsprozess der RDW hat Tesla in vergangenen 18 Monaten u.a. 1,6 Millionen Kilometer mit FSD (Supervised) auf EU-Straßen absolviert und über 4.500 Testszenarien auf Rennstrecken durchgeführt. Von der RDW selbst gibt es zum aktuellen Stand des Verfahrens aber bislang kein Statement.
Wichtig: Selbst wenn die Freigabe durch die RDW tatsächlich nun in Kürze erfolgt, so darf FSD (Supervised) dann zunächst nur in den Niederlanden verwendet werden. In der Folge könnten aber dann weitere EU-Staaten die Zulassung übernehmen, und zwar in einem koordinierten EU-Verfahren. Gibt es dort keine Mehrheitsentscheidung, so könnten einzelne EU-Länder die niederländische Entscheidung dennoch übernehmen. Tesla gibt sich wie üblich optimistisch: „Wir rechnen mit einer möglichen EU-weiten Zustimmung im Laufe des Sommers.“
Verschärfte Untersuchung von FSD in den USA
Derweil gibt es in den USA heftigen behördlichen Gegenwind: Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA vertieft ihre Untersuchung von Teslas Fahrerassistenzsystem. Die Auswertung von Unfalldaten von Fahrzeugen mit aktivem FSD-System lasse die Sorge aufkommen, dass die Technik Probleme bei schlechten Sichtbedingungen haben kann, erklärte die Behörde zur Begründung.
Konkret geht es dabei darum, ob das System erkennt, ab wann die Sichtverhältnisse so schlecht sind, dass es nicht mehr sicher funktionieren kann. Und dann eben rechtzeitig wieder das Steuer an den Fahrer übergeben müsste, bevor ein Unfall geschieht. Betroffen von der Untersuchung sind demnach im Grunde sämtliche mit FSD ausgelieferten Fahrzeuge. Die NHTSA geht von über 3,2 Millionen Einheiten aus allen Baureihen aus, also Model S & X, Model 3 & Y sowie der Cybertruck.
Ein Unfall war tödlich
Dabei listet der Untersuchungsbericht neun Unfälle auf, die in diesem Zusammenhang stehen, wobei einer davon tödlich endete. In mehreren Unfällen verlor das System dabei das vorausfahrende Fahrzeug aus dem Blick oder erkannte es gar nicht erst. In der Kritik steht dabei vor allem die zu späte Reaktion des Systems: Die Warnungen an den Fahrer erfolgten entweder gar nicht oder erst unmittelbar vor dem Aufprall, sodass keine Zeit zum Reagieren blieb.
Die Untersuchung der NHTSA hat nun den Status einer „Engineering Analysis“ (EA). Dies ist der letzte formale Schritt, bevor die NHTSA einen Rückruf fordern kann. Doch das heißt noch lange nicht, dass die betroffenen Fahrzeuge dann in die Werkstatt müssen. Vielmehr könnte Tesla einen solchen Rückruf, der nur die Software betrifft, auch als Over-the-Air-Update realisieren. Dazu müsste natürlich vorher die Software entsprechend verbessert werden. Die Einschätzung mancher Medien, dass FSD durch die Untersuchung vor dem Aus stehe, erscheint aber unrealistisch.
Seit zehn Jahren autonomes Fahren in Aussicht gestellt
Vor fast zehn Jahren begann Tesla mit der Vermarktung seines Produkts „Full Self-Driving“ (FSD) – Kunden konnten ab Oktober 2016 „Volles Potenzial für autonomes Fahren“ (FSD) gegen Aufpreis für ihre Tesla-Fahrzeuge mitbestellen. Doch erst vier Jahre später wurde die Software, die auch in Städten lenkt und an Ampeln hält, für die ersten Beta-Tester in den USA ausgerollt. Seit März 2024 ist der Service nun unter dem Namen FSD (Supervised) für alle Kunden in den USA erhältlich plus mittlerweile auch in einigen anderen Ländern wie Kanada, Mexiko, Australien, Neuseeland und Südkorea. Dabei macht das Attribut „Supervised“ deutlich, dass die automatisierte Fahrt durch den Fahrer beaufsichtigt werden muss und er jederzeit wieder die Kontrolle übernehmen können muss. Es handelt sich als um einen Fahrassistenten auf SAE-Level 2, aber nicht wirklich um vollautonomes Fahren, was dem SAE-Level 4 entspricht.





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