Umgerechnet 27.500 Euro: Xiaomi bleibt bei Preis des neuen SU7 unter Tesla

Xiaomi bringt in China die generalüberholte Version der E-Limousine SU7 in den Handel. Die Preise beginnen ab 219.900 Yuan – das sind 10.000 Yuan weniger als zum Vorverkaufsstart im Januar. Damit wartet die neue Version nur noch mit einem 4.000 Yuan höheren Basispreis auf als der Vorgänger.

Xiaomi su7 facelift
Bild: Xiaomi

Im Handel ist der SU7 in China jetzt ab 219.900 Yuan zu haben, also umgerechnet etwa 27.500 Euro. Die Top-Version Max steht jetzt mit 303.900 Yuan (rund 38.100 Euro) in der Liste. Dazwischen rangiert die Pro-Version mit 249.900 Yuan (rund 31.300 Euro). Der offizielle Einstiegspreis liegt damit 10.000 Yuan unter dem im Januar angekündigten Vorverkaufspreis – und nur noch 4.000 Yuan (rund 500 Euro) über dem aktuellen Basispreis. In chinesischen Medien wird überdies betont, dass der neue SU7 weiterhin deutlich (15.600 Yuan) unter dem Startpreis des Tesla Model 3 liegt.

Zum Fahrzeug: Während der SU7 beim Design innen wie außen der bisherigen Linie treu bleibt (mit geringfügigen Änderungen, versteht sich), fallen die nicht sichtbaren Eingriffe unter dem Blech deutlich größer aus – auch bei Batterie und Antrieb. Bisher hat die Basisversion eine 400-Volt-Batterie mit LFP-Zellen genutzt, im Max-Modell kam hingegen eine NMC-Batterie mit 871 Volt Systemspannung zum Einsatz. Mit dem Facelift steigt auch die Spannung der 73-kWh-Basis-Batterie auf 752 Volt, während das Max-Modell laut chinesischen Medien bei seinem 101,7-kWh-Akku jetzt auf 897 Volt kommt. Das hat auch Einfluss auf die Lade-Performance: Beim „alten“ Modell konnte in 15 Minuten Strom für maximal 510 Kilometer im CLTC nachgeladen werden, jetzt sollen es in der gleichen Zeitspanne bis zu 670 Kilometer sein, wie Xiaomi ankündigt.

Auch die Reichweite aller Batterievarianten steigt, allerdings nicht so stark: Das Standard-Modell wird mit 720 Kilometern im chinesischen Norm-Zyklus angegeben (bisher 700 km), die Pro-Version (mit 96,3-kWh-Batterie) legt auf 902 Kilometer zu (bisher 830 km) und das leistungsstarke Max-Modell kommt auf 835 statt 800 Kilometer Norm-Reichweite. Ob der jeweilige Reichweiten-Zuwachs auf einen geänderten Energiegehalt oder die neuen Antriebe (oder beides) zurückzuführen ist, gibt Xiaomi nicht an – die Batteriegrößen werden nicht genannt.

Klar ist aber, dass in allen drei Varianten neue Motoren zum Einsatz kommen. Bisher wurden Aggregate namens V6 und V6s verbaut, in Anlehnung an die Leistung von V6-Benzinmotoren. Jetzt wird in allen Varianten auf die Weiterentwicklung V6s Plus gesetzt. In der Standard-Version mit Heckantrieb steigt die Leistung von 220 auf 235 kW (299 auf 320 PS) und der SU7 Max erstarkt von 495 auf 507 kW – oder 690 PS in der alten Währung. Sowohl die Standard- als auch die Pro-Version sind dabei Hecktriebler, die künftig in 5,3 bzw. 5,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen können. Die allradgetriebene Max-Version schafft den Spurt in nur 3,1 Sekunden.

Um die Haftung zu verbessern, sind die Reifen an der Hinterachse künftig 265 statt 245 Millimeter breit, vorne bleibt es bei 245ern. Zudem gibt es eine Änderung am Fahrwerk: Bisher war nur das Top-Modell namens Max mit einer Luftfederung ausgestattet, jetzt gibt es eine Zweikammer-Luftfederung und variable Dämpfer in allen drei Varianten serienmäßig.

Dass die Technik der Top-Variante verbessert und in alle drei Versionen übertragen wird, ist auch bei den Fahrassistenten und der dafür notwenigen Hardware der Fall. Bisher waren Lidar-Sensoren nur in den Varianten Pro und Max verfügbar und mit einer ADAS-Rechenleistung von 508 TOPS kombiniert. Jetzt sind 700 TOPS Rechenleistung für die autonomen Fahrsysteme verbaut, und zwar in allen Versionen. Das bedeutet vor allem für das Standard-Modell ein enormes Upgrade: Bisher gab es hier kein Lidar und das System war mit einfacheren Sensoren nur nur 84 TOPS Rechenleistung ausgestattet.

Auch bei der anfangs beim SU7 kritisierten Sicherheit legt Xiaomi nach: Es sind durchweg bessere Bremsen verbaut, die Stabilität der Karosserie wurde erhöht und es sind neun statt bisher sieben Airbags verbaut. Außerdem verfügen jetzt alle Türschlösser über eine separate Notstromversorgung, damit die Türen auch noch entriegeln können, wenn das Hauptsystem ausgefallen ist.

Kurz nach Ende der Fahrzeug- und Preis-Präsentation gab Lei Jun, Gründer, Vorsitzender und CEO von Xiaomi, übrigens auf Weibo bekannt, dass der neue SU7 innerhalb der ersten 34 Minuten über 15.000 feste Bestellungen erhalten habe. Ob und wann diese Änderungen in das technisch mit dem SU7 eng verwandte SUV-Modell YU7 kommen, ist noch nicht bekannt. 

Unterdessen hat Xiaomi die Produktion des „alten SU7“ im Februar eingestellt, sodass sich bei den Verkäufen eine Lücke ergibt. Dies führte im ohnehin in China stets schwach ausfallenden Februar dann auch zu einem deutlichen Rückgang der Fahrzeugauslieferungen von Xiaomi um 48 Prozent auf einen Tiefststand von 20.414 Einheiten. Anfang des Jahres hatte Xiaomi noch angekündigt, dass man in diesem Jahr 550.000 Fahrzeuge ausliefern will – nach 410.000 Einheiten im Jahr 2025.

cnevpost.com

18 Kommentare

zu „Umgerechnet 27.500 Euro: Xiaomi bleibt bei Preis des neuen SU7 unter Tesla“
ID.alist
20.03.2026 um 10:36
Januar -20% bei Auslieferungen gegenüber Dezember. Februar -40% bei Auslieferungen gegenüber Januar. Ich denke ein Bisschen Rabat ist nötig um die Verkaufszahlen wieder voranzutreiben.
Florian Mallok
20.03.2026 um 18:41
Das wird an den neuen Modellen liegen und ist im Automobilsektor jetzt nicht ungewöhnlich, wenn vor einem Modellwechsel der Absatz absackt.
Josef
30.03.2026 um 08:53
Der Absatz ist in ganz China abgesagt, jetzt wo die Subventionen weggefallen sind...BYD - 30%
PIEWITZE!1
20.03.2026 um 13:01
Wann kommt der neue SU7 nach Deutschland?
Branchenkenner
20.03.2026 um 13:09
Zum nachdenken: Die gesamte chinesische aber auch westliche Konkurrenz (Mercedes CLA, BMW i3 , BMW iX3) st in China besser als Tesla und oft auch günstiger.
Sacha
20.03.2026 um 18:55
Ja genau...vorallem die deutschen Modelle sind mit Sicherheit günstiger und bis jetzt war der günstigere SU7 auch nicht wirklich besser als Tesla, vorallem nicht im der Sicherheit und Zuverlässigkeit, vielleicht ändert sich das mit dem neuen Modell, was aber zuerst noch zu beweisen wäre ...aber Hauptsache gegen Tesla gewettert, dann geht es dir wohl besser...
Branchenkenner
26.03.2026 um 18:59
Das sind Fakten, einfach mal nachschauen was ein Mercedes CLA L mit langem Radstand in China kostet und was ein schlechteres Model 3 kostet.
lumia
29.03.2026 um 13:42
Du hast das doch schon alles recherchiert, wieso nicht gleich Fakten und Quelle angeben?
Branchenkenner
29.03.2026 um 21:41
Kannst nicht selber recherchieren? Aber Kommentare schreiben kannst du? Komisch. Der CLA 300 L EQ kostet RMB 249.000 für diese Variante mit großem Akku. Ein verlängerter Radstand ist immer inklusive. Der Mercedes hat dabei: Mehr Platz, Mehr Reichweite, höhere Ladegschwindigkeit, mehr Komfort und zusätzlich optional auch deutlich mehr technische Funktionen als das veraltete Model 3. Und es ist ein Mercedes. Ein Model 3 LR mit Hinterradantrieb kostet RMB 259.000. Der Markt für E-Autos ist immer noch nicht erwachsen wenn das deutlcih bessere Fahrzeug mit der besseren Marke weniger gekauft wird als ein veraltetes, langweiliges und gleichzeitig teureres Fahrzeug von Tesla. Es gibt viel zu viele naive Erstkäufer die halt zum ersten Mal E-Auto fahren und die haben kein Vergleich zur besseren Konkurrenz. Und es gibt halt einige naive Fans der Marke mit T die halt eh kaufen, egal wie schlecht das Fahrzeug im Vergleich zur Konkurrenz ist
punch line
20.03.2026 um 17:13
Xiaomi ist der Angstgegner der Dilettanten vom Stümperblatt.
Dieter S.
20.03.2026 um 18:04
Super Auto, hoffe es kommt schnell nach Deutschland
Martin Kracht
20.03.2026 um 18:22
Man Stelle sich vor man würde nur 10000 Euro Aufpreis zu China nehmen.
Paul-Gerhard Fenzlein
23.03.2026 um 08:07
Xiaomi hat innerhalb kürzester Zeit bewiesen, dass sie neben Geely zu den einflussreichsten Automarken Chinas aufgestiegen sind. Der Schlüssel zu diesem Erfolg liegt in einer beeindruckenden vertikalen Skalierung und Fahrzeug-Margen von bis zu 25 %. Diese finanzielle Stärke erlaubt es dem Unternehmen, seine Verkaufspreise im hart umkämpften chinesischen Markt extrem agil an die Erfordernisse anzupassen – ein Luxus, den viele traditionelle Hersteller aktuell nicht haben. Fokus als Erfolgsrezept Die Strategie ist dabei so simpel wie genial: Xiaomi fokussiert sich derzeit konsequent auf nur zwei reine Elektro-Modelle (den SU7 und das kommende SUV-Modell YU7). Diese Konzentration minimiert die Komplexität in der Fertigung und maximiert die Effizienz. Mit der für Mitte 2026 erwarteten Fertigstellung der Phase 2 des Werks in Peking wird Xiaomi zudem in der Lage sein, die enorme Nachfrage endlich zeitnah zu bedienen und die bisher langen Wartezeiten drastisch zu verkürzen. Der Sprung nach Europa: Premium statt Billig-Import Während China der Kernmarkt bleibt, richtet sich der Blick nun auf Europa. Der Markteintritt in ausgewählte Länder ist für Ende 2026 bzw. Anfang 2027 geplant. Doch wer auf ein Schnäppchen hofft, wird enttäuscht werden. Rechnet man die chinesischen Preise hoch, zeigt sich eine deutliche Differenz: Modell Preis China (ca.) Erwarteter Preis Europa (ca.) SU7 Standard ~27.500 € 56.000 € SU7 Max ~38.100 € 76.000 € YU7 Standard ~31.500 € 62.000 € YU7 Max ~39.300 € > 80.000 € Ähnlich wie bei NIO wird deutlich: Xiaomi positioniert sich in Europa nicht als Billigmarke, sondern im Premium-Segment. Während NIO jedoch den strategischen Vorteil der Batteriemiete (BaaS) nutzt, um den initialen Kaufpreis massiv zu drücken, setzt Xiaomi auf die vollständige Integration in sein riesiges elektronisches Ökosystem. Fazit: Xiaomi ist kein klassischer Auto-Herausforderer mehr – sie sind ein Tech-Gigant, der die Effizienz der Smartphone-Produktion auf die Straße gebracht hat. Für die europäischen Premium-Hersteller wird der Markteintritt 2027 zur echten Belastungsprobe.
Liebe für alle
23.03.2026 um 18:03
Die Agitatoren und Demagogen vom Stümperblatt bereiten sich mental auf "ihr" Ar­ma­ged­don vor.
Lens Walter
23.03.2026 um 10:24
Er kommt sicher nach Deutschland! Nur kostet er dann nich 27 sondern 67 !! Also wer wird da beschissen , natürlich wir Deppen !
Josef
30.03.2026 um 09:00
Dann gerne in China arbeiten und feststellen, dass relativ zum Gehalt, das Auto für die Arbeiter genauso teuer ist wie bei uns. Preise sind immer Marktpreise. VWs kosten in USA auch in der Regel um 30% weniger als bei uns. In den 90er war der Unterschied so groß, dass sich sogar ein Reimport mit Umbau für Europa aus USA gerechnet hat...die Unterschiede sind also nichts wirklich neues.
Martin
25.03.2026 um 15:30
Alleine schon der Vertrieb funktioniert in China ganz anders, dort steht das Auto im Xiaomi Store. Und der ist in jeder großen Mall zu finden. Neben Xpeng zeekr und so weiter. Die Jungs sind einfach in jeder Hinsicht konsequent, während mein kuga hybrid nach 30 Monaten Leasing mittlerweile das dritte akkugeddon erlebt. Ach wie gut, dass niemand weiß, dass mein nächster X-Peng heißt
Josef
30.03.2026 um 08:57
Mit dem Ford fort...mit der Bahn heim ;-) Bin 300k km mit einem Passat GTE unterwegs gewesen und jetzt schon 65k km mit einem Multivan ehybrid...an der Batterie war genau Null und die wurde täglich voll geladen.

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