Stadtwerke Augsburg senken Ladepreise und führen Tages- und Nachttarife ein
Derzeit verfügt Augsburg über 490 öffentlich zugängliche Ladepunkte, rund 100 davon betreiben die Stadtwerke Augsburg (swa). Aktuell kostet Elektroauto-Fahrer das Ad-hoc-Laden an den AC-Ladepunkten der Stadtwerke 0,59 Euro pro Kilowattstunde, an DC-Ladepunkten sind es 0,74 Euro.
Wie viele andere Stadtwerke bietet auch das Unternehmen der kreisfreien Großstadt im Südwesten Bayerns eine eigene Ladekarte an. Für die einmalige Bestellung der „swa eLadekarte“ werden 6,90 Euro fällig, hinzu kommt eine monatliche Grundgebühr von ebenfalls 6,90 Euro. Mit der Karte sinken die Ladepreise an den AC-Ladepunkten der Stadtwerke Augsburg sowie im ladenetz.de-Verbund auf 0,55 Euro pro Kilowattstunde. An den DC-Ladepunkten der swa und der Partner im ladenetz.de-Verbund werden 0,65 Euro pro Kilowattstunde berechnet.
Ab dem 1. April 2026 senken die Stadtwerke Augsburg die Preise an ihren eigenen Ladepunkten jedoch deutlich. Außerdem führt das Unternehmen Tages- und Nachttarife (Haupt- und Randzeit) ein. Eine Trennung nach Ad-hoc-Zahlung und Nutzung der Ladekarte gibt es dann nicht mehr. Die neuen Preise gelten sowohl beim Laden mit der „swa eLadekarte“ als auch beim direkten Bezahlen an der Ladesäule mit Kredit- und Debitcard oder digitaler Zahlung mittels Apple oder Google Pay und PayPal ohne vorherige Registrierung.
Für das AC-Laden rufen die Stadtwerke ab dem kommenden Monat 0,37 Euro in der Zeit von 7 bis 21 Uhr auf, zwischen 21 und 7 Uhr sinkt der Kilowattstundenpreis auf 0,35 Euro. An den DC-Ladern mit einer Ladeleistung von bis zu 200 kW sind es dann 0,44 Euro/kWh oder 0,42 Euro/kWh. An High Power Chargern mit einer Ladeleistung ab 200 kW kostet die Kilowattstunde tagsüber zwischen 7 und 21 Uhr 0,49 Euro und zwischen 21 und 7 Uhr hingegen nur noch 0,45 Euro.

Hinzu kommen Blockiergebühren, die dabei helfen sollen, die Ladepunkte freizuhalten. So fällt zwischen 8 und 21 Uhr eine Blockiergebühr von 0,07 Euro/Minute an – entweder 15 Minuten nach beendetem Ladevorgang oder nach einer Standzeit von 180 Minuten. An den DC-Ladesäulen gilt die Blockiergebühr von 0,14 Euro pro Minute rund um die Uhr – entweder 15 Minuten nach beendetem Ladevorgang oder nach einer Standzeit von 60 Minuten.
Unterschiede gibt es weiterhin bei den Zusatzkosten: Für das Ad-hoc-Laden wird eine Startgebühr von 1,50 Euro erhoben, während diese für Nutzer der Ladekarte entfällt. Die einmalige Kartengebühr für die Bestellung bleibt bei 6,90 Euro, die monatliche Grundgebühr sinkt jedoch auf 1,50 Euro.
Die Ladekarte der Stadtwerke Augsburg kann auch weiterhin an den europaweit fast 400.000 Ladepunkten der Partner im ladenetz.de-Verbund genutzt werden. Allerdings gelten die neuen Tarife nur an den Ladesäulen der swa. An allen anderen Lademöglichkeiten gelten die Preise des jeweiligen Anbieters.
Anzahl der Ladepunkte soll sich verdoppeln
Mit der Bekanntgabe der neuen Ladetarife kündigen die Stadtwerke auch einen Ausbau der eigenen Ladeinfrastruktur an. Bundesweite Trends zeigen, dass der Bedarf für die Elektromobilität in den kommenden fünf bis zehn Jahren massiv steigen wird, so die Stadtwerke. Die swa haben den Bedarf an Lademöglichkeiten in der Stadt analysiert und mögliche Standorte für den Ausbau der Ladeinfrastruktur festgelegt. „Wir haben uns dafür unter anderem die Einwohnerzahl, den Tourismus, das Pendlerverhalten und die Siedlungsdichte in einzelnen Stadtteilen angeschaut“, erklärt Markus Emmert. Auch die Anzahl der zugelassenen Elektrofahrzeuge in Augsburg sei in die Bedarfsanalyse eingeflossen.
Laut den Ergebnissen einer Bedarfsanalyse sollen in Augsburg etwa 20-mal mehr Lademöglichkeiten gebraucht werden: bis zu 8.000 Ladepunkte im öffentlichen Raum und 70.000 Ladepunkte für private und gewerbliche Nutzung. „Wir schaffen die Grundlage für eine zukunftsfähige Ladeinfrastruktur und gehen immer einen Schritt voraus“, sagt Markus Emmert, Leiter eMobilität bei den swa. „Gleichzeitig wächst unser Angebot mit der Nachfrage.“
In einem ersten Schritt soll sich die Zahl der eigenen Ladepunkte bis Ende dieses Jahres zunächst jedoch von 100 auf „mindestens 200 Ladepunkte“ verdoppeln. Geplant sind sowohl AC-Ladesäulen mit bis zu 22 kW als auch Schnelllader mit 100 bis 400 kW. „Darüber hinaus sind auch HPC-Lader (Ultra-Schnelllader) und Megawattlader für Busse und Schwerlastverkehr geplant“, so die Stadtwerke Augsburg.
Neben dem Ausbau sollen zudem die Bestandssäulen der swa technisch aufgerüstet werden. Die bestehenden DC-Ladestationen werden gegen leistungsstärkere Modelle mit bis zu 100 kW Ladeleistung ausgetauscht. An allen neuen DC-Ladern werden zudem Terminals für die direkte Bezahlung mit Kredit- oder Debitcard eingerichtet.
Damit Ladepunkte zuverlässig arbeiten, muss das Stromnetz genug Leistung bereitstellen. Daher prüfen die swa aktuell, wo künftig mehr Bedarf entsteht, wie Lastspitzen entstehen können und wie das Netz stabil bleibt, und planen dementsprechend den Netzausbau und intelligente Ladeinfrastruktur.
Quelle: Info per E-Mail





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